top of page

Suchergebnisse

Search this site

78 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Umgang mit Gefühlen: Was tun, wenn Emotionen überfordern?

    Ein neuer Umgang mit Gefühlen beginnt damit, sie ernst zu nehmen – wie psychologische Beratung Sie dabei unterstützen kann Umgang mit Gefühlen  – das klingt leichter, als es oft ist. Viele Menschen wissen, wie wichtig mentale Gesundheit ist. Und doch geraten sie immer wieder in Zustände, in denen Gefühle nicht mehr zu regulieren sind, sondern überfordern . Umgang mit Gefühlen:  Wenn Gefühle überfordern, hilft es, sie ernst zu nehmen und sich begleiten zu lassen. Vielleicht kennen Sie das auch: Momente, in denen Trauer , Angst  oder Wut  übermächtig werden – und Sie nicht wissen, wohin mit sich und diesen Emotionen. Wenn Sie spüren, dass Ihre Gefühle Sie belasten oder Ihren Alltag einschränken, lade ich Sie herzlich zu einem kostenfreien Vorgespräch ein. Gemeinsam schauen wir, wie ein neuer, kraftvoller Umgang mit Gefühlen möglich wird. Klarheit zum Mitnehmen: AVA-Methode Wenn Gefühle überrollen, hilft eine kurze Struktur. Die AVA-Methode führt Sie in drei Schritten zurück in Selbstführung: wahrnehmen, validieren, bewusst handeln. Hier können Sie das PDF kostenfrei herunterladen. Lesen Sie in diesem Artikel: Welche Ursachen  einen schwierigen Umgang mit Gefühlen  begünstigen können Wie sich ein belastender Umgang mit Gefühlen  auf Körper, Psyche und Alltag auswirkt Wie psychologische Beratung helfen kann, einen gesunden Umgang mit Gefühlen  zu entwickeln Warum es sich lohnt, beim Umgang mit Gefühlen  frühzeitig Unterstützung anzunehmen Ursachen für einen schwierigen Umgang mit Gefühlen Die Ursachen für einen schwierigen Umgang mit Gefühlen  sind so individuell wie wir selbst. Es gibt keine allgemeingültige Regel, welche Emotionen wann überfordern. Oft ist es das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Im Folgenden stelle ich Ihnen einige typische Auslöser vor, die ich in meiner Beratungspraxis regelmäßig erlebe. Alltagsstress Alltagsstress  ist einer der häufigsten Gründe für einen überfordernden Umgang mit Gefühlen . Die tägliche Hektik, berufliche Anforderungen , familiäre Verpflichtungen und persönliche Ziele unter einen Hut zu bringen, kostet Kraft – und dauerhaft auch emotionale Stabilität. Chronischer Stress  kann sich in Angstzuständen , Reizbarkeit oder körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen und Schlafproblemen  äußern. Trauer und Verlust Trauer und Verlust  gehören zu den intensivsten Gefühlen, die wir erleben können. Der Tod eines geliebten Menschen, eine Trennung oder das langsame Entfremden in einer Beziehung kann tiefe Verzweiflung , Leere und Orientierungslosigkeit auslösen. Diese Gefühle können lange anhalten – besonders, wenn es keine Möglichkeit gibt, sie im Gespräch zu verarbeiten. ** In der Beratung schilderte eine Klientin, dass sie nach dem plötzlichen Verlust ihres Partners monatelang „funktionierte“ – bis sie eines Tages beim Öffnen der Haustür in Tränen ausbrach. Die Trauer hatte sich still aufgebaut – und brach dann mit Wucht heraus. Unsicherheiten und Veränderungen Veränderungen im Leben  fordern unser emotionales System besonders heraus. Ein Umzug, ein Jobwechsel oder große Lebensentscheidungen wie eine Trennung können Unsicherheit und Angst  hervorrufen – selbst, wenn sie bewusst getroffen wurden. Der Verlust von Gewohnheit und Sicherheit wirkt oft stärker, als wir vorher ahnen. Traumatische Erlebnisse Traumatische Erfahrungen  hinterlassen Spuren – manchmal sichtbar, oft unsichtbar. Unfälle, emotionaler oder körperlicher Missbrauch , aber auch Naturkatastrophen oder schwer belastende medizinische Eingriffe können zu wiederkehrenden Ängsten , Panikattacken  oder starker innerer Anspannung führen. Ein belasteter Umgang mit Gefühlen ist dann kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Schutzreaktion des Nervensystems. -> Lesen dazu mehr im Blog-Artikel: Wingwave-Coaching Verdrängte Gefühle Verdrängte Gefühle  verschwinden nicht – sie ziehen sich nur zurück und wirken im Verborgenen weiter. Wenn Emotionen wie Wut, Trauer oder Scham über längere Zeit nicht gefühlt werden dürfen, speichert der Körper sie trotzdem . Das kann zu plötzlichen emotionalen Ausbrüchen, körperlichen Symptomen  oder innerer Erstarrung führen. ** Ein Klient berichtete, dass ihn bestimmte Situationen im Beruf regelmäßig aus dem Gleichgewicht brachten – ohne erkennbaren Grund. Im Gespräch zeigte sich: Es handelte sich um alte, ungelöste Erfahrungen aus seiner Schulzeit, die nie Raum bekommen hatten. Solche inneren Prozesse stehen oft im Zusammenhang mit sogenannten Schattenanteilen  – also Persönlichkeitsanteilen, die wir lange weggeschoben haben, die uns aber unbewusst weiterhin beeinflussen. -> Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag „Schattenarbeit: Die Arbeit mit unliebsamen Anteilen“ Auswirkungen eines belasteten Umgangs mit Gefühlen Ein schwieriger oder dauerhaft überfordernder Umgang mit Gefühlen  kann sich auf vielen Ebenen zeigen – körperlich, psychisch und sozial. Oft beeinflussen sich diese Bereiche gegenseitig und verstärken das Gefühl der Ohnmacht. Im Folgenden finden Sie typische Auswirkungen, die ich in der Beratung häufig beobachte: Körperliche Symptome Ein überfordernder Umgang mit Gefühlen  zeigt sich oft zuerst im Körper . Herzklopfen, Atembeschwerden, Magenprobleme oder Schlaflosigkeit  sind typische Reaktionen. Diese Symptome verstärken wiederum die innere Unruhe – ein Teufelskreis , der nicht selten über Jahre bestehen bleibt, wenn keine Entlastung erfolgt. Psychische Probleme Wenn Gefühle über lange Zeit nicht angenommen oder verarbeitet werden können, entwickeln sich daraus häufig psychische Erkrankungen . Angststörungen , depressive Episoden oder auch posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)  sind mögliche Folgen. Der Alltag wird anstrengend, die Lebensfreude schwindet – und der innere Zugang zu sich selbst geht verloren. Soziale Isolation Ein überforderter Umgang mit Gefühlen  wirkt sich oft auch auf das soziale Umfeld aus. Viele Betroffene ziehen sich zurück – aus Angst, nicht verstanden oder als „zu sensibel“ abgestempelt zu werden. Dieser Rückzug verstärkt wiederum das Gefühl von Einsamkeit und Überforderung – und erschwert es zusätzlich, neue Strategien der Selbstfürsorge  zu entwickeln. Wie psychologische Beratung beim Umgang mit Gefühlen helfen kann Ein gesunder Umgang mit Gefühlen  ist keine Frage von Disziplin oder Stärke. Er ist erlernbar  – Schritt für Schritt. Und manchmal braucht es dafür ein Gegenüber, das Klarheit schafft , Sicherheit bietet  und Sie dabei unterstützt, neue Wege zu entdecken. Umgang mit Gefühlen:  Gefühle wirken nicht nur innerlich – sie zeigen sich oft auch deutlich im Körper. In der psychologischen Beratung  finden Sie genau diesen Raum: strukturiert , wertschätzend  und ganz auf Sie zugeschnitten. Raum für Ausdruck und Verstehen Ein neuer Umgang mit Gefühlen  beginnt damit, überhaupt Raum für sie zu schaffen. Als Psychologischer Berater  lade ich Sie ein, Ihre Emotionen offen auszusprechen  – ganz ohne Scham oder Bewertung. In diesem sicheren Rahmen darf alles da sein: Wut , Trauer , Angst  – auch das Unaussprechliche. Gemeinsam erkunden wir, was Ihre Gefühle Ihnen sagen wollen  – und wie Sie sie besser verstehen  und einordnen  können. Entwicklung von Bewältigungsstrategien Sie müssen Ihre Gefühle nicht „wegmachen“ – aber Sie können lernen, anders mit ihnen umzugehen . In der Beratung unterstütze ich Sie dabei, individuelle Bewältigungsstrategien  zu entwickeln: alltagstauglich , wirksam  und auf Ihre Persönlichkeit abgestimmt. Ob konkrete Methoden zur Stressbewältigung , wie Achtsamkeit  oder Atemtechniken , oder tiefere innere Arbeit – wir finden gemeinsam, was Ihnen hilft, stabiler  und gelassener  zu werden. Verhaltenstherapeutische Ansätze Ein zentraler Aspekt im Umgang mit Gefühlen  sind unsere Gedanken . Viele emotionale Überforderungen entstehen durch innere Bewertungen , die automatisiert ablaufen – und selten hilfreich sind. In der Beratung erforschen wir gemeinsam, welche Gedanken Sie belasten – und wie Sie diese in realistischere , stärkende Perspektiven  verwandeln können. Es geht nicht um Schönfärberei, sondern um einen klareren , gesünderen Blick auf sich selbst  und Ihr Leben.. Aufbau von Resilienz - innerlich wachsen Resilienz  bedeutet: Auch nach schwierigen Phasen wieder aufstehen zu können. Und das ist keine angeborene Eigenschaft, sondern eine Fähigkeit, die Sie entwickeln können. In der psychologischen Beratung unterstütze ich Sie gezielt beim Aufbau Ihrer inneren Widerstandskraft  – Schritt für Schritt. So gelingt es Ihnen zunehmend, auch in stürmischen Zeiten bei sich zu bleiben und sich selbst Halt zu geben . Selbstfürsorge leben - statt ständig zu funktionieren Gerade Menschen, die viel leisten oder funktionieren müssen, verlieren den Kontakt zur eigenen Selbstfürsorge . Doch genau sie ist entscheidend, um langfristig gesund  und stabil  zu bleiben – vor allem im Umgang mit belastenden Gefühlen . In der Beratung schauen wir gemeinsam, wie Sie neue Rituale , Pausen  und kleine Inseln der Fürsorge  in Ihr Leben integrieren können – ganz ohne Druck, aber mit klarer Wirkung. H äufige Fragen zu Umgang mit Gefühlen Was bedeutet ein gesunder Umgang mit Gefühlen? Ein gesunder Umgang mit Gefühlen bedeutet nicht, immer ruhig oder kontrolliert zu sein. Er bedeutet vielmehr, Gefühle wahrzunehmen, ernst zu nehmen und sie besser einordnen zu können, statt sie zu verdrängen oder von ihnen überrollt zu werden. Wer einen guten Umgang mit Gefühlen entwickelt, versteht mit der Zeit klarer, was Wut, Angst, Trauer oder Scham eigentlich mitteilen wollen. Warum fällt vielen Menschen der Umgang mit Gefühlen so schwer? Ein schwieriger Umgang mit Gefühlen entsteht oft nicht aus Schwäche, sondern aus fehlender Übung, alten Erfahrungen oder dauerhaftem Stress. Manche Menschen haben früh gelernt, Gefühle lieber zu unterdrücken, andere wurden mit ihren Emotionen allein gelassen oder mussten lange funktionieren. Dann wirken Gefühle schnell bedrohlich, obwohl sie im Kern wichtige innere Signale sind. Wie zeigt sich ein belasteter Umgang mit Gefühlen im Alltag? Ein belasteter Umgang mit Gefühlen zeigt sich häufig durch Rückzug, Reizbarkeit, innere Anspannung, Grübeln, Schlafprobleme oder körperliche Beschwerden wie Herzklopfen, Magenprobleme oder Erschöpfung. Manche Menschen wirken nach außen ruhig, stehen innerlich aber ständig unter Druck. Andere erleben plötzliche Gefühlsausbrüche und verstehen selbst nicht, warum sie so schnell überwältigt werden. Wie kann man den Umgang mit Gefühlen verbessern? Umgang mit Gefühlen verbessert sich meist dann, wenn Menschen lernen, Gefühle zuerst wahrzunehmen, sie innerlich zu validieren und erst danach bewusst zu handeln. Hilfreich sind dabei einfache Schritte wie Atmen, Benennen, Annehmen und Fragen wie: Was will mir dieses Gefühl gerade sagen? Auch Selbstmitgefühl, klare Grenzen und passende Bewältigungsstrategien helfen dabei, emotional stabiler zu werden. Wann ist psychologische Beratung beim Umgang mit Gefühlen sinnvoll? Psychologische Beratung ist beim Umgang mit Gefühlen sinnvoll, wenn Emotionen den Alltag einschränken, Beziehungen belasten oder immer wieder zu Überforderung, Rückzug oder innerer Ohnmacht führen. Sie bietet einen geschützten Raum, um Gefühle besser zu verstehen, neue Strategien zu entwickeln und wieder mehr Selbstkontakt aufzubauen. Gerade wenn jemand spürt, dass er mit seinen Gefühlen allein nicht mehr weiterkommt, ist Unterstützung kein Zeichen von Schwäche, sondern von Klarheit. Hilfe suchen - ein Zeichen von Stärke Überfordernde Emotionen  sind kein Fehler im System. Sie sind ein Teil des Lebens – oft Ausdruck tieferer Bedürfnisse  oder alter Wunden . ** Viele Menschen, die zu mir in die Beratung kommen, sagen: „Ich habe nie gelernt, wie ich mit solchen Gefühlen umgehen soll.“ Und das ist kein Versagen – sondern eine Einladung, es jetzt zu lernen. Ein dauerhafter, ungesunder Umgang mit Gefühlen  belastet nicht nur die Psyche , sondern auch den Körper , die Beziehungen  und die Lebensfreude . Er kann langfristig zu Burnout , depressiven Verstimmungen , Angststörungen  oder Suchtverhalten  führen. Doch das muss nicht so bleiben. Wenn Sie spüren, dass es Zeit ist, etwas zu verändern: Vereinbaren Sie jetzt ein kostenfreies Vorgespräch. Gemeinsam entwickeln wir einen neuen, stärkenden Umgang mit Gefühlen  – für mehr Leichtigkeit , mehr Selbstkontakt  und mehr Lebensfreude . Mehr Klarheit. Mehr Selbstwert. Mehr Du. Vielleicht interessiert Sie auch: Wie gehen Sie mit Fehlern um? Selbstliebe: 10 Tipps für mehr Liebe zu sich selbst Wege aus der Einsamkeit www.soham-psychologische-beratung.de

  • Gefühle verstehen – und schwierige Emotionen als Kraftquelle nutzen

    Gefühle: Ihre Kraft zeigt Ihnen den Weg Gefühle : Im Verlauf unseres Lebens werden wir alle mit einer Vielzahl von Ihnen konfrontiert: Die Liste der Gefühle reicht von Überraschung, Freude, Liebe , Glück, über Trauer, Wut, Abscheu, Verachtung, Eifersucht und Angst . Während positive Gefühle  uns oft Zufriedenheit  und Erfüllung  bringen, können schwierige Gefühle  uns herausfordern , aus dem Gleichgewicht bringen  und sogar krank machen . Ein kluger Umgang mit herausfordernden Gefühlen  ist daher entscheidend für unser Wohlbefinden , unsere emotionale und körperliche Gesundheit  und unsere Zufriedenheit im Leben . Der folgende Artikel soll aufzeigen, was Gefühle sind , woran wir sie erkennen , warum und wie sie entstehen  und wann und in welchem Maße wir auf sie hören können und dürfen . Außerdem gibt es einige bewährte Strategien , um mit schwierigen Gefühlen  umzugehen, sie konstruktiv zu verarbeiten  und dadurch zu einem ausgeglichenen  und erfüllten Leben  zu finden. Gefühle:  Nicht jedes Gefühl ist angenehm – aber jedes Gefühl trägt eine Botschaft in sich. Die gute Nachricht gleich vorweg:  Der Umgang mit schwierigen Gefühlen ist erlernbar  – und er führt langfristig zu einem erfüllten Leben . Darum wird es in diesem Beitrag gehen: Was sind Gefühle Was ist der Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen? Welche Aufgabe haben Gefühle? Angenehme Gefühle Unangenehme Gefühle Können wir unseren Gefühlen vertrauen? Wie der Umgang mit schwierigen Gefühlen gelingen kann Abschließend Was sind Gefühle? Eine Beschreibung Gefühl  ist ein psychologischer Oberbegriff  für unterschiedliche psychische Erfahrungen  und Reaktionen . Gefühle  sind das Produkt der Verarbeitung von Reizen  (hören, sehen, riechen, schmecken, tasten), die über die Sinnesorgane  aufgenommen werden. Sie vermitteln damit ein Bild von der uns umgebenden Welt  und sind physiologische Vorgänge im Körper , die mit entsprechenden Sensationen  (Herzklopfen, Muskelanspannung, Schwitzen etc.) einhergehen. Gefühle  sind nicht nur Ausdruck äußerer Tatsachen , sondern auch unserer eigenen Beurteilung . Von unseren frühen Bezugspersonen lernen wir die Versprachlichung innerer Zustände , wie etwa Angst , Ärger , Eifersucht , Furcht , Freude  und Liebe . Es gibt Ansätze zur Messung von Gefühlen , die allerdings nicht einheitlich anerkannt  sind. Dies wiederum legt die Deutung von Gefühlen  als individuelle  oder subjektive Bewusstseinsqualitäten  bzw. Ichzustände  nahe. Positive und negative Gefühle? Häufig werden Gefühle  in positive  und negative Gefühle  unterteilt. Demzufolge ist das positive Gefühl  ein gutes Gefühl , das negative Gefühl  ein schlechtes Gefühl . Als Menschen neigen wir zur Unlustvermeidung  und wenden uns gern ab von dem, was negativ  ist. Wir streben nach dem Positiven  und beschäftigen uns daher weniger gern mit den negativen Gefühlen  in unserem Leben. Wenn wir aber unsere Gefühle  – und damit uns selbst  – besser verstehen  wollen und einen Weg zu einem erfüllten Leben  anstreben, ist es zunächst einmal hilfreich, sich von dieser Einteilung in gut und schlecht  zu verabschieden. Wir wollen uns mit den Gefühlen beschäftigen , sie nicht mehr verdrängen , sondern sie ohne Wertung annehmen  und die von ihnen vermittelte Botschaft für unser Wohlbefinden  nutzen. Was ist der Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen? Ist denn Gefühl  nicht gleich Emotion ? Gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen ? Ganz häufig werden die beiden Begriffe synonym gebraucht . Doch es gibt ihn – den Unterschied zwischen Gefühl und Emotion . Definition Emotion Gefühle  sind die Ausgangsbasis  – zur Emotion  werden sie, wenn sie uns zum Handeln drängen . Im Wort Emotion  steckt das englische Wort motion . Emotionen  sind also Gefühle in Bewegung . Wenn wir Emotionen haben, sind wir nicht nur bewegt , sondern wir wollen uns bewegen . Wir möchten die psychokinetische Energie  des Gefühls ausdrücken oder ausagieren . Welche Aufgabe haben Gefühle? Die biologische Aufgabe von Gefühlen  ist ein inneres Bewertungssystem . Dabei kann man klar unterscheiden, welche Richtung  uns ein Gefühl vorgibt – nicht aber , was genau der Handlungsimpuls  dahinter ist. Dazu braucht es zunächst Übung und Introspektion . Vereinfacht ausgedrückt kann man sagen: Ein angenehmes Gefühl  drückt ein erfülltes Bedürfnis  aus, ein unangenehmes Gefühl  zeigt uns, dass mindestens eines unserer Bedürfnisse nicht erfüllt  ist. 💡 Gefühle als Wegweiser: Von der Emotion zum Bedürfnis Gefühle Hinweis auf Bedürfnis Mögliche Handlung Wut Gerechtigkeit, Respekt, Autonomie Klare Grenzen setzen, sich aussprechen Traurigkeit Nähe, Trost, Annahme Kontakt suchen, weinen dürfen, innehalten Angst Sicherheit, Orientierung, Schutz Rückzug, Informationen einholen, stabilisieren Freude Verbindung, Sinn, Lebendigkeit Teilen, feiern, innehalten Eifersucht Zugehörigkeit, Vertrauen, Selbstwert Austausch suchen, Selbstreflexion Scham Zugehörigkeit, Integrität, Akzeptanz Mitfühlender Dialog mit sich selbst Angenehme Gefühle Gefühle:  Freude bringt Bewegung ins Leben und zeigt, dass etwas gerade wirklich stimmig ist. Was zeigt uns nun also ein angenehmes Gefühl ? Einfach ausgedrückt: Alles ist in Ordnung . Wir fühlen uns entspannt  und wohl . Wir fühlen uns sicher . Wir, unsere Lebensumstände  (Familie, Beruf etc.), die Situation  und/oder die Handlung  sind absolut stimmig . Wir erleben Harmonie  und sind in der Lage, Fehler zu machen , daraus zu lernen  und zu wachsen . Wir fühlen uns rundum wohl . Im Alltag  schenken wir diesen Gefühlen  jedoch oft wenig Aufmerksamkeit . Warum auch – es ist ja alles gut. Ein Trugschluss , gerade dann, wenn man im Leben strauchelt . (Dazu mehr zu einem späteren Zeitpunkt.) Unangenehme Gefühle Gefühle:  Angst zeigt oft sehr klar, dass Sicherheit, Schutz oder Orientierung gerade fehlen. Widrige Lebensumstände  erkennen wir daran, dass sie unangenehme Gefühle  in uns auslösen . An Tagen mit solchen Gefühlen schaffen wir wenig – oder gar nichts . Manchmal ist es das Umfeld , die Lebensbedingungen , der Mangel an Unterstützung  – oder sogar wir selbst . Wenn wir im Umgang mit schwierigen Gefühlen wenig geübt  sind, erleben wir oft eine Ungenauigkeit : Wir verstehen nicht sofort  (oder gar nicht), was uns da überschattet . Bleiben unangenehme Gefühle  im Zustand der Ungenauigkeit , schauen wir weg  oder gehen darüber hinweg , so verdrängen wir das Gefühl  – und damit auch die dazugehörige Handlungsaufforderung . Doch: Verdrängung funktioniert nur kurzfristig. Langfristig wird das Gefühl nicht im Untergrund bleiben . Es wird sich mit Nachdruck  melden – und uns immer deutlicher  mitteilen: So wie es ist, kann es nicht bleiben! Können wir unseren Gefühlen vertrauen? "Sei nicht so emotional!"  oder "Vertraue auf dein Gefühl!"  – was ist denn nun richtig? Viele Theologen, Psychologen und Philosophen  haben sich mit dem Gefühl  bzw. den Gefühlen  beschäftigt. Es ist irgendwie suspekt , was da im Körper passiert – und wie Reize aus der Außenwelt  in unserem Körper Verarbeitung  finden. Gefühle sind nicht wirklich greifbar , zudem oft schwankend  (von stark bis subtil) und von Situation zu Situation relativ . Gerade in unserer modernen, leistungsorientierten und schnell getakteten Welt  verlassen sich viele auf ihren Verstand  – und misstrauen den inneren Zuständen . Manche haben sich sogar von ihrem Körper als Impulsgeber abgeschnitten . Doch: Wer langfristig die Kopf-Bauch-Achse ignoriert , läuft Gefahr, die Verbindung zu sich selbst zu verlieren  – und riskiert damit Wohlbefinden, Lebensqualität und Gesundheit . Kann man sich denn dann überhaupt auf seine Intuition , seine Gefühle  verlassen? Wenn etwas schwankt  und relativ  ist, könnte man meinen, es sei besser, sich ausschließlich am Verstand  zu orientieren. Doch damit übergehen wir wichtige Signale  – und handeln gegen die biologische Funktion  unserer Gefühle. 👉 Achten Sie auf sogenannte „Störgefühle“  – und beleuchten Sie diese achtsam und ehrlich . Oft steckt dahinter eine wichtige Botschaft. Wie der Umgang mit schwierigen Gefühlen gelingen kann Wenn Sie von schwierigen Gefühlen überwältigt  werden, kann Sie das in eine ohnmächtige Position  bringen. Totale Überforderung  und das Gefühl von Handlungsunfähigkeit  lähmen Sie dann zusätzlich. Im Folgenden finden Sie einige konkrete Tipps , wie Sie sich kurzfristig selbst unterstützen  können – und wie Sie mittelfristig  die Botschaft Ihrer Gefühle  besser verstehen und für Ihr persönliches Wohlbefinden  nutzen können: 1.Atmen Sie: 4 -Pause - 6 - Pause Schließen Sie für drei bis 10 Minuten Ihre Augen und konzentrieren sich auf Ihren Bauch. Verfolgen Sie mit Ihrer Wahrnehmung Ihre Atmung. Atmen Sie tief in den Bauch und zählen Sie dabei langsam bis vier. Achten Sie darauf, wie Ihr Atem in den Bauch strömt und sich dabei die Bauchdecke nach außen wölbt. Achten Sie auf die kleine Pause die entsteht, bevor der Atem wieder ausströmt. Lassen Sie die Atmung langsam und konzentriert fließen. Zählen Sie beim Ausatmen bis 6. Beachten Sie auch hier wieder die kleine Pause in der Atemleere. Dann beginnen Sie den neuen Atemzug mit Ihrer Wahrnehmung zu begleiten. Diese Atemübung beruhigt Ihr System . Sie werden in den aktuellen Moment geholt und Ihr vegetatives Nervensystem erlebt "Entwarnung" und es kommt zu einer körperlichen Entspannung. 2. Anerkennung und Akzeptanz Der nächste Schritt im Umgang mit schwierigen Gefühlen  ist die Anerkennung und Akzeptanz  dessen, was Sie fühlen . Jedes Gefühl  trägt eine Botschaft  in sich: – Ein positives Gefühl  zeigt uns ein erfülltes Bedürfnis . – Ein negatives Gefühl  weist auf ein unerfülltes Bedürfnis  hin. Für ein erfülltes Leben  ist es entscheidend, unsere Gefühle nicht zu unterdrücken oder zu verleugnen , sondern ihnen Raum zu geben  – und sie anzuerkennen, wie sie sind . Wenn Sie Ihre Gefühle zulassen , spüren  und akzeptieren , können Sie beginnen, sie konstruktiv zu verarbeiten . 3. Selbstmitgefühl praktizieren Seien Sie mitfühlend mit sich selbst  – insbesondere dann, wenn Sie schwierige Gefühle  erleben. Selbstmitgefühl  bedeutet, sich selbst wie einen guten Freund  zu behandeln. Sprechen Sie freundlich mit sich selbst  und erinnern Sie sich daran: Es ist normal , schwierige Gefühle zu erleben. Jeder Mensch  kennt herausfordernde Emotionen – Sie sind nicht allein . 4. Entwickeln Sie Ihre persönlichen Bewältigungsstrategien Bewältigungsstrategien  sind Beschäftigungen oder Handlungen , die Ihnen guttun , Sie erfreuen  und auf andere Gedanken  bringen. Sie helfen Ihnen, mit kritischen Situationen  umzugehen – und können die psychische Last  spürbar erleichtern. Wenn Sie diese Strategien bereits in ausgeglichenen Phasen üben , können Sie im „Notfall“ verlässlich darauf zurückgreifen . Denn: Diese Strategien sind so individuell wie Sie selbst . – Was hilft Ihnen, wenn es Ihnen schlecht geht? – Wie bringen Sie sich auf andere Gedanken? – Was macht Ihnen wirklich Freude? Mögliche Aktivitäten: – Sport – Musik – Malen oder kreative Ausdrucksformen (z. B. singen, tanzen) – Meditation, Achtsamkeit, Natur – Das Gespräch mit einem vertrauten Menschen Finden Sie heraus, was für Sie funktioniert  – und integrieren Sie es regelmäßig  in Ihren Alltag. 5. Grenzen setzen und Selbstfürsorge Setzen Sie gesunde Grenzen , um sich selbst vor übermäßigem Stress   oder negativen Einflüssen  zu schützen. – Sagen Sie Nein zu Verpflichtungen , die Ihnen nicht guttun.– Nehmen Sie sich Zeit für Selbstfürsorge  und bewusste Entspannung . – Priorisieren Sie Ihre Gesundheit   – körperlich, emotional und mental. – Gönnen Sie sich regelmäßig Auszeiten , um sich zu erholen und aufzutanken . Denken Sie an die Notfallansage im Flugzeug : Sauerstoff zuerst für Sie  – denn nur wenn Sie gut versorgt  sind, können Sie auch anderen helfen . 6. Reflexion und Selbstreflexion Nehmen Sie sich bewusst Zeit , um über Ihre Gefühle nachzudenken  und herauszufinden, was sie verursacht . Fragen Sie sich: – Welche Auslöser  oder Muster  könnten zu meinen schwierigen Gefühlen beitragen? – Gibt es Regelmäßigkeiten  oder Gesetzmäßigkeiten , die ich erkennen kann? Gehen Sie tiefer: – Was will mir das Gefühl sagen? – Welches Bedürfnis  ist nicht erfüllt? – Was kann , was muss  ich ändern? Rund 90 % unserer Gefühle  sind uns nicht bewusst . Aber: Es sind unsere Gefühle , die ausmachen, wer wir sind . Je weniger Verbindung  wir zu unseren Gefühlen zulassen, desto stärker nehmen wir als Mensch Schaden . Und desto mehr ringen wir damit , die Persönlichkeit zu werden , die wir eigentlich sein wollen. In sich ruhende Menschen  sind in erster Linie auch im Reinen mit ihren Gefühlen . Sie genießen die schönen  – und verstehen die Botschaft der schwierigen . Denn diese zeigen uns, wo Veränderung nötig ist  – an uns selbst  oder an unseren Lebensumständen . 7. Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen Wenn schwierige Gefühle anhalten  oder Ihren Alltag stark beeinträchtigen , zögern Sie nicht, sich professionelle Unterstützung  zu holen. Sie müssen da nicht allein durch. Ein Psychologe , psychologischer Psychotherapeut  oder psychologischer Berater  kann Ihnen durch den Blick von außen  helfen, Ihre Gefühle besser zu verstehen . Die gemeinsame Reflexion  erleichtert es, konstruktive Wege zu finden  und notwendige Veränderungen zu erkennen . In einem geschützten Raum  fällt es oft leichter, offen über Gefühle zu sprechen . Durch ihre Ausbildung  und Erfahrung  können Therapeuten , Berater  oder Coaches  Sie fachkundig begleiten  – auf Ihrem Weg zu mehr Klarheit , Selbstwert  und mentaler Gesundheit . Häufige Fragen zu Gefühle Was sind Gefühle eigentlich? Gefühle sind innere Reaktionen auf das, was wir erleben, wahrnehmen und bewerten. Sie entstehen nicht zufällig, sondern zeigen uns, ob etwas für uns stimmig ist oder ob ein wichtiges Bedürfnis gerade zu kurz kommt. Gefühle sind deshalb keine Schwäche, sondern ein biologisch sinnvolles Orientierungssystem. Was ist der Unterschied zwischen Gefühle und Emotionen? Gefühle und Emotionen werden im Alltag oft gleich verwendet, meinen aber nicht ganz dasselbe. Gefühle beschreiben den inneren Zustand, also das, was wir spüren. Emotionen gehen einen Schritt weiter: Sie bringen Bewegung ins System und drängen oft zu einer Reaktion oder Handlung. Man könnte sagen: Gefühle sind die innere Botschaft, Emotionen bringen diese Botschaft in Bewegung. Kann man seinen Gefühle vertrauen? Ja, aber nicht blind und nicht vorschnell. Gefühle sind wichtige Wegweiser, weil sie etwas über unsere Bedürfnisse, unsere Grenzen und unsere innere Bewertung einer Situation verraten. Gleichzeitig brauchen sie Einordnung, vor allem dann, wenn alte Erfahrungen, Stress oder ungelöste Konflikte mit hineinspielen. Gefühle ernst zu nehmen ist klug. Sie sofort zur absoluten Wahrheit zu erklären, eher nicht. Wie kann man mit schwierigen Gefühle besser umgehen? Ein hilfreicher Umgang mit schwierigen Gefühle beginnt meist nicht mit Wegdrücken, sondern mit Wahrnehmen. Atmen, benennen, annehmen und sich fragen: Was will mir dieses Gefühl sagen? Oft hilft es auch, sich selbst mit mehr Mitgefühl zu begegnen, statt sich für Wut, Angst, Traurigkeit oder Scham noch zusätzlich zu verurteilen. Wer seine Gefühle besser versteht, kann klarer handeln und verliert sich weniger in innerer Überforderung. Warum sind Gefühle so wichtig für die mentale Gesundheit? Gefühle sind eng mit Wohlbefinden, Selbstwert und innerer Stabilität verbunden. Wenn wir sie dauerhaft verdrängen oder ignorieren, melden sie sich oft über Stress, innere Unruhe, Erschöpfung oder psychosomatische Beschwerden zurück. Ein gesunder Umgang mit Gefühle stärkt deshalb nicht nur die emotionale Balance, sondern auch die mentale und körperliche Gesundheit. Abschließend Der Umgang mit überfordernden Gefühlen  braucht Geduld , Selbstmitgefühl  und die Bereitschaft, sich aktiv auseinanderzusetzen . Indem Sie bewährte Strategien üben , anwenden  und sich auf Ihre Gefühle einlassen  – sie fühlen  –, werden Sie besser mit den Herausforderungen des Lebens  umgehen können. Sie werden an innerer Stabilität  gewinnen und – und das ist das Wichtigste – Sie werden lernen, die Botschaften Ihrer Gefühle  zu verstehen und für Ihr Wohlbefinden  und Glück  zu nutzen. Wenn Sie bereit sind, dann starten Sie durch. Es wird Ihr Leben bereichern. Vielleicht interessiert Sie auch: Yoga gegen Stress: Wie Yoga Ihnen hilft Ihr Leben zu entschleunigen Umgang mit Stress: 8 wirkungsvolle Übungen gegen Stress Die 5 Sprachen der Liebe: Ihr Wegweiser für eine erfüllte Partnerschaft Quellen & Inspirationen: https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChlen_(Psychologie) Gesundheit ist auch Gefühlssache; Prof. Albrecht Hempel, Dominik Umberto Schott; Praxis Kommunikation 05|2023 www.soham-psychologische-beratung.de

  • Selbstvertrauen stärken: Eigene Bedürfnisse erkennen und ernst nehmen

    Selbstvertrauen beginnt mit einem ehrlichen Blick nach innen Selbstvertrauen  ist kein Geschenk des Himmels. Es entsteht, wenn Sie sich selbst besser kennenlernen – mit all Ihren Ecken, Bedürfnissen und kleinen Eigenheiten, die Sie liebenswerter machen, als Ihnen manchmal bewusst ist. Statt sich also täglich mit „Du musst nur an dich glauben!“-Plattitüden zu motivieren (die meistens genau dann versagen, wenn man sie bräuchte), lohnt sich ein anderer Weg: Ein bewusstes, selbstverantwortliches Leben – authentisch, stimmig, klar. Mehr Selbstvertrauen beginnt mit Klarheit. Wenn Sie spüren, dass Sie sich weiterentwickeln möchten, kann ein erstes Gespräch helfen, Struktur und Richtung zu finden. Und der Schlüssel? Ihre Bedürfnisse.  Klingt banal? Ist es nicht. Denn wer seine Bedürfnisse erkennt, ernst nimmt und erfüllt, stärkt nicht nur seine Lebensfreude und seinen Selbstwert , sondern ganz nebenbei auch sein Selbstvertrauen. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wie genau das geht – ganz praktisch, mit Beispielen und Reflexionsfragen. Keine Zauberformel, sondern echte Selbsterkenntnis zum Mitnehmen. Selbstvertrauen durch Selbstreflexion Selbstvertrauen durch Priorisierung von Bedürfnissen Selbstvertrauen durch Zielsetzung und Planung Selbstvertrauen durch klare Kommunikation Selbstvertrauen durch ehrliches Nachjustiere Selbstvertrauen durch schriftliche Selbstarbeit Selbstvertrauen durch gelebte Freude: Beispiel „Spaß“ 1. Selbstvertrauen durch Selbstreflexion Selbstvertrauen  wächst da, wo wir aufhören zu funktionieren – und anfangen, uns ehrlich zuzuhören. Was ist Ihnen  wirklich wichtig? Welche Bedürfnisse  kommen zu kurz, obwohl sie eigentlich nach Aufmerksamkeit rufen? Selbstreflexion  heißt: innehalten. Nicht, um sich zu zerdenken, sondern um Klarheit zu gewinnen . In welchen Lebensbereichen – Arbeit, Beziehung, Freizeit oder persönliche Entwicklung  – fehlt gerade etwas? Und was genau wäre das? Tipp: Sprechen Sie mit einem Menschen Ihres Vertrauens darüber. Oft sind es die Rückfragen anderer , die den Knoten im Denken lösen. Inspiration: Eine ausführliche Bedürfnisliste  finden Sie weiter unten im Bedürfnis-Check . Manchmal reicht ein einziges Wort, um den eigenen Kompass neu zu justieren. Weitere Impulse für Ihre Selbstreflexion Auf der Seite Klarheit zum Mitnehmen  finden Sie zahlreiche kostenfreie Materialien, die Sie auf Ihrem Weg zu mehr Selbstvertrauen , innerer Klarheit  und Selbstführung  unterstützen. Dazu gehören unter anderem der Klarheits-Check  – ein persönliches Workbook, das hilft, Gedanken zu sortieren, Bedürfnisse zu erkennen und erste Schritte klarer zu sehen – sowie der Bedürfnis-Check , der zeigt, welche Bedürfnisse gerade erfüllt sind und welche mehr Raum brauchen. Wenn Sie gern mit sich selbst arbeiten, finden Sie dort außerdem Übungen wie den Stress Test , das Schlaftagebuch , Reflexionsfragen zur Standortbestimmung und viele weitere kleine Werkzeuge für den Alltag. 2. Selbstvertrauen durch Priorisierung von Bedürfnissen Nicht jedes Bedürfnis hat denselben Stellenwert  – zumindest nicht zur gleichen Zeit. Manche schreien laut , andere flüstern leise , bis sie überhört werden. Selbstvertrauen entsteht , wenn Sie lernen zu unterscheiden, was jetzt wirklich zählt  – und was vielleicht (noch) warten darf. Fragen Sie sich: Was braucht jetzt meine volle Aufmerksamkeit – und was kann ich bewusst für später einplanen?  So vermeiden Sie Überforderung und nutzen Ihre Energie sinnvoll. Priorisierung heißt nicht, sich selbst zurückzustellen.  Im Gegenteil: Sie treffen eine bewusste Wahl , Ihre Ressourcen klar und liebevoll einzusetzen, statt in alle Richtungen gleichzeitig zu rennen. Was heute wichtig ist, darf morgen anders sein  – aber Ihre Entscheidung dafür macht den Unterschied. Weiterlesen-Tipp:  Wenn Sie tiefer in das Thema Selbstwert  eintauchen möchten, finden Sie in meinem Psychologie Magazin weitere Beiträge, zum Beispiel Selbstwert stärken für mehr Lebensfreude  oder Gesunder Selbstwert: Das Gesicht des Selbstwerts . 3. Selbstvertrauen durch Zielsetzung und Planung Selbstvertrauen braucht Eigenverantwortung.  Für die Erfüllung Ihrer Bedürfnisse ist niemand zuständig – außer Ihnen selbst . Klingt streng? Ist befreiend. Denn wenn Sie sich selbst ernst nehmen, holen Sie die Verantwortung dorthin zurück, wo sie hingehört: zu Ihnen . Der erste Schritt: Klären Sie , welches Bedürfnis erfüllt werden möchte. Der zweite Schritt: Überlegen Sie , wie das ganz konkret gehen könnte. Ich empfehle: Finden Sie mindestens drei alltagstaugliche Strategien , mit denen Sie Ihrem Bedürfnis Raum geben können. So erweitern Sie Ihre Handlungsspielräume – und sichern sich ab, falls Plan A gerade nicht möglich ist. Und dann: Planen Sie verbindlich. – Wann  möchten Sie sich welches Bedürfnis erfüllen? – Wie genau  möchten Sie es tun? – Was brauchen Sie dafür  – innerlich wie äußerlich? Selbstvertrauen wächst, wenn wir nicht nur wissen, was uns wichtig ist – sondern wenn wir auch danach handeln. Weiterlesen-Tipp:  Im Psychologie Magazin finden Sie vertiefende Impulse rund um Selbstvertrauen und Selbstwert – zum Beispiel Selbstwert stärken  oder Selbstwirksamkeit stärkt innere Klarheit und Handlungskraft . 4. Selbstvertrauen durch klare Kommunikation Selbstvertrauen zeigt sich auch darin, dass Sie für Ihre Bedürfnisse einstehen  – offen, respektvoll und ohne Drama. Klar auszusprechen, was Ihnen wichtig ist, braucht manchmal Überwindung. Aber es lohnt sich.  Denn unausgesprochene Erwartungen sind der Nährboden für Enttäuschung. Fragen Sie sich: – Was möchte ich gerade wirklich mitteilen – und warum? – Wem gegenüber lohnt es sich, ehrlich zu sein? – Wie kann ich meine Worte so wählen, dass sie Verbindung schaffen statt Widerstand? Gesunde Beziehungen leben von ehrlicher Kommunikation.  Und sie beginnen oft mit dem Mut, ein Bedürfnis klar zu benennen – auch wenn es nur ein schlichtes „Ich wünsche mir heute mehr Ruhe“ ist. Wenn Sie sich trauen, Ihre Wahrheit auszusprechen , stärken Sie nicht nur die Beziehung zu anderen, sondern auch die zu sich selbst. Weiterlesen-Tipp:  Im Psychologie Magazin finden Sie weitere Beiträge rund um innere Klarheit und Selbstwert – zum Beispiel Selbstbewusstsein stärken: 6 Tipps für den Alltag . 5. Selbstvertrauen durch ehrliches Nachjustieren Selbstvertrauen wächst nicht durch Perfektion, sondern durch Lernbereitschaft. Was heute passt, kann morgen schon nicht mehr stimmen. Und das ist kein Rückschritt – sondern ein Zeichen innerer Reife. Fragen Sie sich regelmäßig: – Was hat gut funktioniert – und warum? – Was hat mich eher Kraft gekostet als gestärkt? – Wo habe ich meine Bedürfnisse erfüllt – und wo habe ich sie ignoriert? Seien Sie ehrlich mit sich – und freundlich zugleich. Neue Strategien entstehen oft aus dem, was nicht geklappt hat. Und das ist völlig in Ordnung. Wer sich erlaubt, zu justieren statt stur durchzuhalten, zeigt echte Selbstführung. Ein Blick nach innen lohnt sich immer – besonders dann, wenn das Leben sich leise verändert. Lesetipp: Wenn Sie besser verstehen möchten, was Ihre Gefühle Ihnen eigentlich sagen wollen – und wie schwierige Emotionen zu einer echten Kraftquelle werden können –, finden Sie im Psychologie Magazin den Beitrag Gefühle verstehen – und schwierige Emotionen als Kraftquelle nutzen . Wenn Sie tiefer einsteigen möchten: Der Bedürfnis-Check unterstützt Sie dabei, Ihre aktuellen Bedürfnisse klarer zu erkennen – und bewusster zu entscheiden, was Sie wirklich stärkt. 6. Selbstvertrauen durch schriftliche Selbstarbeit Schreiben klärt. Was vage im Kopf herumschwirrt, wird auf dem Papier greifbar – und damit gestaltbar. Wenn Sie Ihre Bedürfnisse benennen, passende Strategien entwickeln und regelmäßig reflektieren, entsteht etwas Kostbares: Verbindung zu sich selbst. Sie lernen, sich selbst besser zu verstehen, ernst zu nehmen – und liebevoll zu führen . Nicht perfekt. Sondern Schritt für Schritt. Echt. Und genau darin liegt der Weg zu einem authentischen, erfüllten Leben. Selbstvertrauen entsteht nicht über Nacht. Aber es wächst – mit jedem Satz, den Sie sich ehrlich schreiben. 7. Selbstvertrauen durch gelebte Freude: Beispiel „Spaß“ Wie erfüllen Sie sich Ihr Bedürfnis nach Spaß – und erlauben sich echte Leichtigkeit? Wann hatten Sie zum letzten Mal richtig Spaß – so aus vollem Herzen? Nicht als To-do auf der Liste, sondern einfach, weil es Ihnen gut tut? Nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit. Schreiben Sie alles auf, was Ihnen wirklich Freude macht – ganz ohne Einschränkungen. Nicht das, was vernünftig oder produktiv wäre. Sondern das, was Sie nährt. Vielleicht sowas wie: Mit Gleichgesinnten lachen Fahrradfahren im Sonnenschein Zumba, Tanzen, Springen, laut Musik hören Auf einen Baum klettern (ernsthaft!) Einen Spieleabend mit Freunden organisieren Endlich wieder ins Kino oder eine Modelleisenbahn durchs Wohnzimmer bauen Einen Witze-Abend einführen – oder einen Schneemann mitten im April Denken Sie nicht an „das geht doch nicht“. Denken Sie an das, was Sie zum Lächeln bringt. Und dann: Tragen Sie mindestens einen dieser Impulse fest in Ihren Kalender ein. Ein echtes Date mit sich selbst. Kein Wenn und Aber. Denn: Wer sich erlaubt, Freude zu leben, stärkt nicht nur sein Wohlbefinden – sondern auch die Beziehung zu sich selbst. Häufige Fragen zu Selbstvertrauen Was bedeutet Selbstvertrauen eigentlich? Selbstvertrauen bedeutet, dass Sie sich selbst etwas zutrauen . Es ist das innere Gefühl: Ich kann mit mir und dem Leben umgehen , auch wenn nicht alles sicher ist. Selbstvertrauen heißt nicht, immer mutig, laut oder souverän zu sein. Es zeigt sich oft viel leiser – zum Beispiel darin, dass Sie sich ernst nehmen, Entscheidungen treffen und sich auch in Unsicherheit nicht sofort selbst infrage stellen. Wie kann ich mein Selbstvertrauen stärken? Selbstvertrauen wächst meist nicht durch große Parolen, sondern durch kleine, ehrliche Erfahrungen mit sich selbst . Hilfreich ist es, die eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen, Prioritäten klarer zu setzen, sich verbindlich um sich selbst zu kümmern und kleine Schritte wirklich umzusetzen . Jedes Mal, wenn Sie sich selbst zuhören und danach handeln, stärken Sie das Gefühl: Ich kann mich auf mich verlassen. Warum fehlt mir Selbstvertrauen, obwohl ich eigentlich viel kann? Weil Können und Selbstvertrauen nicht automatisch dasselbe sind. Viele Menschen sind leistungsfähig, verlässlich und kompetent – und zweifeln trotzdem stark an sich. Dahinter stehen oft alte innere Muster, hohe Ansprüche, Selbstkritik oder das Gefühl, nur dann wertvoll zu sein, wenn alles gelingt . Dann ist nicht das Können das Problem, sondern die Beziehung zu sich selbst . Was haben Bedürfnisse mit Selbstvertrauen zu tun? Sehr viel. Wer die eigenen Bedürfnisse erkennt, ernst nimmt und klarer kommuniziert , erlebt sich selbst als wirksam und handlungsfähig. Genau das stärkt Selbstvertrauen. Wenn Sie dagegen dauerhaft über Ihre Grenzen gehen, sich anpassen oder nur funktionieren, verlieren Sie oft den Kontakt zu sich selbst. Selbstvertrauen wächst dort, wo Sie sich nicht ständig übergehen. Was hilft im Alltag, wenn ich mein Selbstvertrauen aufbauen möchte? Hilfreich sind oft einfache, aber wirksame Schritte: ehrliche Selbstreflexion, schriftliches Sortieren, kleine verbindliche Entscheidungen, klare Kommunikation und freundliches Nachjustieren statt harter Selbstkritik . Auch gelebte Freude gehört dazu. Denn Selbstvertrauen entsteht nicht nur durch Leistung, sondern auch durch das Erleben: Ich darf da sein, ich darf Bedürfnisse haben und ich darf mein Leben mitgestalten. Wenn Sie merken, dass Sie genau an dieser Stelle Unterstützung brauchen – jemanden, der mit Ihnen sortiert, klärt und den Blick auf Ihre innere Stärke schärft –, dann finden Sie in der psychologischen Beratung online einen geschützten Raum dafür. Vielleicht interessiert Sie auch: Innere Antreiber: Wie Stressverstärker Ihr Leben bestimmen Wingwave-Coaching: Berufliche und persönliche Ziele erreichen Selbstliebe lernen: Wie Sie sich selbst endlich annehmen können www.soham-psychologische-beratung.de

  • Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen: Tipps, die wirklich helfen

    Wie Sie Ihr Kind sicher und liebevoll durch diese Entwicklungsphase begleiten können Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen – ein Thema, das viele Eltern beschäftigt. Denn diese Entwicklungsphase fühlt sich für Jugendliche oft wie eine Achterbahnfahrt an – und für Eltern manchmal ebenso. Der Körper verändert sich, Gefühle schwanken, alte Sicherheiten lösen sich, neue Fragen entstehen. Eine Zeit voller Bewegung, die fordert, aber auch unendlich viel Entwicklung ermöglicht. Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen bedeutet , dass junge Menschen lernen, sich selbst besser zu verstehen, eigene Stärken wahrzunehmen und mit Unsicherheiten klarer umzugehen. Und genau hier spielt auch der Selbstwert  eine zentrale Rolle – also das Gefühl, als Person gut, richtig und wertvoll zu sein. Ein stabiler Selbstwert schützt Jugendliche in turbulenten Phasen und ist ein wichtiger Anker für ihre emotionale Entwicklung. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, worauf es in dieser Phase wirklich ankommt – und wie Sie Ihr Kind mit Klarheit, Verständnis und kleinen alltagstauglichen Impulsen unterstützen können. Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen – denn ein starkes Selbstbewusstsein ist ein innerer Kompass, der junge Menschen durchs Leben trägt. Alles, was Jugendliche in dieser Phase über sich selbst lernen, hilft ihnen später, klarer zu sehen, sich besser einzuordnen und sicherer durch schwierige Situationen zu navigieren. Und dabei spielt auch ein gesunder Selbstwert  eine entscheidende Rolle – er gibt Halt, Orientierung und stärkt das Vertrauen in die eigene Person. Ein gefestigtes Selbstbewusstsein gibt Jugendlichen die Kraft, Entscheidungen zu treffen, Hindernisse zu überwinden und Wege zu gehen, die wirklich zu ihnen passen. Die Frage ist also weniger, ob  man Selbstbewusstsein stärken kann – sondern wie  es gelingt, Jugendliche dabei wirklich zu unterstützen. Im Folgenden finden Sie Impulse, die Jugendlichen helfen, ihre Stärken zu erkennen, innere Sicherheit aufzubauen und herausfordernde Situationen besser zu meistern – Schritt für Schritt, ohne Druck, aber mit Klarheit und echter innerer Orientierung. Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen:  Gute Beziehungen, Zugehörigkeit und echte Verbindung stärken innere Sicherheit. Warum ist es wichtig, das Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen gezielt zu fördern? Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen  bedeutet, jungen Menschen zu zeigen, wie sie sich selbst vertrauen können – und zu wissen: Ich bin gut, so wie ich bin. Ein gesunder Selbstwert  ist in dieser Lebensphase ein zentraler Schutzfaktor und hilft Jugendlichen, sicherer und klarer durchs Leben zu gehen. Gerade in der Pubertät ist vieles im Umbruch: Körper, Gefühle, Gedanken – der gesamte Blick auf die Welt. Umso wichtiger ist ein Fundament, das trägt. Ein stabiles Selbstbewusstsein bietet genau das. Ein gefestigtes Selbstbewusstsein unterstützt Jugendliche dabei: – Schwierige Situationen zu bewältigen: Stress in der Schule, soziale Konflikte oder Leistungsdruck verlieren an Macht, wenn Jugendliche innerlich stabil bleiben. – Grenzen zu setzen: Ein bewusstes Nein  zu dem, was nicht guttut – und ein klares Ja  zu sich selbst. Das ist echte Selbstfürsorge . – Sich nicht einschüchtern zu lassen: Ob Kritik, Mobbing oder Erwartungen von außen – innere Stärke verhindert, dass Jugendliche einknicken. – Fehler anzunehmen: Fehler gehören zum Wachstum. Sie sagen nichts über den Wert eines Menschen aus. – Den eigenen Weg zu sehen: Weniger Vergleiche, mehr Fokus auf die eigenen Stärken, Interessen und Werte – hier beginnt Identität. Selbstbewusstsein ist wie ein innerer Schutzschild. Es macht Jugendliche ruhiger, klarer und widerstandsfähiger. Und: Es lässt sich trainieren – Schritt für Schritt, jeden Tag ein bisschen mehr. Lesetipp: Vertiefende Impulse im Psychologie Magazin Wenn Sie das Thema weiterdenken möchten, finden Sie hier passende Artikel, die viele der oben genannten Punkte vertiefen: – Fehler annehmen und daraus wachsen: Wie gehen Sie mit Fehlern um? – Vergleiche besser verstehen: Warum soziale Vergleiche den Selbstwert schwächen – und wie Sie gelassener damit umgehen. Aus dem Beitrag Selbstwert stärken für mehr Lebensfreude – Selbstfürsorge im Alltag leben: Sauerstoff zuerst für Sie  – warum Selbstfürsorge kein Luxus ist, sondern Grundlage innerer Stärke. – Innere Stärke entwickeln: Wie Selbstführung hilft, Entscheidungen sicherer zu treffen und herausfordernde Situationen zu meistern. Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen: Warum junge Menschen manchmal an sich zweifeln Unsicherheiten gehören zu jedem Leben – und sie treffen Jugendliche besonders stark. Gerade in der Pubertät, wenn sich Körper, Gefühle und das eigene Selbstbild  gleichzeitig verändern, geraten viele junge Menschen ins Wanken. Die einen wachsen plötzlich in die Höhe, andere warten sehnsüchtig auf den ersten Bartschatten. Manche haben glatte Haut, andere ringen mit Hautunreinheiten. Und überall lauern Vergleiche: Wer hat schönere Haare? Wer wirkt beliebter? Wer ist sportlicher? Viele Erwachsene erinnern sich an diese Zeit – an das Gefühl, ständig zu hinterfragen, ob man „gut genug“ ist. Und genau diese Unsicherheit erleben heute viele Jugendliche erneut. Ein starkes Selbstbewusstsein  hilft ihnen, diese Phase zu meistern – ohne sich selbst kleinzumachen. In der Psychologie nennen wir das Resilienz : die Fähigkeit, Belastungen zu bewältigen und innerlich stabil zu bleiben. Und Resilienz lässt sich trainieren. Vielleicht kennen Sie diese Gedanken aus Ihrer eigenen Jugend: Bin ich gut genug? Warum können andere alles besser? Was stimmt nicht mit mir? Zweifel sind normal. Entscheidend ist, wie Jugendliche lernen, damit umzugehen . Sich zu reflektieren hilft – sich niederzumachen schwächt. Ein gefestigtes Selbstbewusstsein unterstützt Jugendliche dabei, Fehler anzunehmen, eigene Stärken zu sehen und mit Druck, Vergleichen oder Kritik klarer umzugehen. Hier einige typische Ursachen für Unsicherheiten – und erste Impulse, wie Jugendliche selbstbewusster damit umgehen können: Vergleiche mit anderen Viele Jugendliche fühlen sich schlechter, weil andere angeblich klüger, schöner oder beliebter sind. Was hilft?  Den Fokus auf die eigenen Stärken lenken – statt auf vermeintliche Defizite. Soziale Medien Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen:  Soziale Medien können den Blick auf sich selbst verzerren und innere Unsicherheit verstärken. Instagram, TikTok & Co. zeigen fast nur perfekte Momente. Was hilft?  Sich bewusst zu machen: Niemand postet seine schlechten Tage. Der eigene Wert hängt nicht von Likes ab. Leistungsdruck Schule, Familie, Freundeskreis – manchmal scheint es, als müsse man überall perfekt sein. Was hilft?  Fehler als Lernschritte begreifen und offen darüber reden, wenn etwas zu viel wird. Kritik Wiederholte Kritik kann Selbstwert und Vertrauen ins eigene Können schwächen. Was hilft?  Den eigenen Fortschritt wahrnehmen und Erfolge bewusst feiern – und zwischen Kritik und konstruktivem Feedback unterscheiden. Selbstbewusstsein bedeutet nicht, perfekt zu sein –sondern sich selbst zu vertrauen. Lesetipp: Vertiefende Impulse für Eltern – Die 7 Säulen der Resilienz: Wie innere Stärke entsteht – und wie Jugendliche lernen, Herausforderungen sicherer zu meistern. – Emotionsregulation: Wenn Emotionen Sie ausbremsen Warum Gefühle manchmal überwältigen – und wie Jugendliche lernen, damit umzugehen. Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen: Praktische Tipps, die wirklich helfen Jugendliche brauchen keinen perfekten Masterplan. Sie brauchen Erwachsene, die sie ernst nehmen, ihnen Orientierung geben – und ihnen zeigen, wie innere Stärke wächst. Die folgenden Impulse sind alltagstaugliche Werkzeuge , mit denen Sie Ihr Kind unterstützen können. 1. Fehler sind erlaubt – und machen stark Viele Jugendliche empfinden Fehler als peinlich oder beschämend. Dabei sind Fehler einer der wichtigsten Motoren für persönliches Wachstum. Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen  bedeutet auch zu vermitteln: Ein Fehler sagt nichts über den Wert eines Menschen aus. Er zeigt nur, dass Entwicklung stattfindet. Was Sie tun können: – Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen über eigene Fehler – das entlastet ungemein. – Machen Sie klar, dass Leistung wichtig sein darf, aber der Mensch dahinter wichtiger bleibt. – Ermutigen Sie Ihr Kind, Fehler nicht wegzudrücken, sondern zu verstehen. Lesetipp: Wie gehen Sie mit Fehlern um?  – ein vertiefender Beitrag zum Thema Fehlerkultur 2. Gefühle wahrnehmen – statt sie wegzudrücken Gefühle sind ein innerer Kompass. Wer sie versteht, versteht sich selbst. Viele Jugendliche kämpfen weniger mit den Gefühlen selbst – sondern mit dem Gefühl, „falsch“ zu sein, wenn sie unsicher oder überfordert sind. Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen  heißt deshalb: Gefühle ernst nehmen – ohne sie zu werten. Was Sie tun können: – Fragen Sie nicht nur „Wie war’s in der Schule?“, sondern: „Was hat dich heute bewegt?“ – Helfen Sie Ihrem Kind, Gefühle zu benennen und ihnen Raum zu geben. – Zeigen Sie, dass schwierige Emotionen normal sind – und wertvolle Botschaften enthalten. Eine kleine Übung, die Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen gut tut Wenn Jugendliche lernen sollen, ihre Gefühle besser zu verstehen, brauchen sie einfache Wege, sich selbst wahrzunehmen. Genau hier setzt eine bewährte Reflexionsmethode aus der Resilienzforschung an, die ich auch vielen Erwachsenen empfehle. Sie besteht aus sechs kurzen Fragen, die am Abend beantwortet werden können – ein kleiner Moment der Selbstfürsorge, der innere Stärke sichtbar macht und Schritt für Schritt das Selbstbewusstsein stärkt. Diese sechs Gefühle wirken wie ein innerer Kompass. Sie fördern Klarheit, Gelassenheit und emotionale Stabilität – drei Grundlagen eines gesunden Selbstwerts . Stolz Entspannung Dankbarkeit Mitfreude Ehrfurcht Flow Was habe ich heute gemacht, worauf ich stolz bin? Wann war ich heute richtig entspannt? Wofür bin ich heute dankbar? Wann konnte ich mich heute mit einem anderen Menschen (oder Lebewesen) freuen? Was habe ich heute gesehen oder erlebt, das mich ehrfürchtig gemacht hat? Was habe ich heute gemacht, das mich alles um mich herum hat vergessen lassen? Lesetipps: – Umgang mit Gefühlen: Was tun, wenn Emotionen überfordern? – Emotionsregulation: Wenn Emotionen Sie ausbremsen – Gefühle verstehen – und schwierige Emotionen als Kraftquelle nutzen 3. Neues ausprobieren – Mut wächst durch Erfahrung Selbstbewusstsein entsteht selten in der Komfortzone. Jugendliche brauchen Erfahrungen, bei denen sie spüren: Ich kann etwas schaffen, was ich mir vorher nicht zugetraut habe. Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen  bedeutet: Mut zu fördern – nicht Perfektion. Was Sie tun können: – Ermutigen Sie Ihr Kind, regelmäßig etwas Neues auszuprobieren. – Betonen Sie nicht das Ergebnis, sondern den Mut dahinter. – Seien Sie Vorbild, indem Sie selbst Neues lernen – das wirkt stärker, als jede Predigt. Lesetipp: – Mehr Selbstvertrauen durch Bedürfnisarbeit: Authentisch leben in kleinen Schritten – Selbstcoaching-Impuls: Visionen, Ressourcen und Werte 4. Unterstützung annehmen – Beziehungen machen stark Kein Jugendlicher muss alles allein schaffen. Ein stabiles soziales Netz ist einer der stärksten Schutzfaktoren in der Entwicklung. Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen  heißt: Menschen finden, die guttut – und loslassen, was klein macht. Was Sie tun können: – Sprechen Sie gemeinsam darüber, welche Menschen Ihrem Kind guttun. – Ermutigen Sie zur Feedback-Kultur: „Was siehst du eigentlich in mir?“ – Bestärken Sie Ihr Kind darin, destruktive Beziehungen zu meiden. Lesetipps: – Wege aus der Einsamkeit – Resilienz stärken: 4 Tipps für den Alltag 5. Werte erkennen – für innere Orientierung Jugendliche suchen nach Identität – nach etwas, das sie stabil hält, wenn alles im Außen wackelt. Werte sind dafür ein starkes Fundament. Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen  bedeutet: Zu wissen, was mir wichtig ist – und warum. Was Sie tun können: – Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Werte wie Freundschaft, Ehrlichkeit, Freiheit, Mut oder Kreativität. – Lassen Sie Ihr Kind eine kleine Werte-Liste erstellen – ohne Bewertung. – Zeigen Sie, dass Werte kein Korsett sind, sondern eine innere Landkarte. Lesetipp: Selbstwert stärken für mehr Lebensfreude Häufige Fragen: Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen Wie kann man das Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen? Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen gelingt vor allem durch ehrliche Ermutigung, stabile Beziehungen und Erfahrungen, in denen junge Menschen ihre eigenen Stärken erleben. Jugendliche brauchen Erwachsene, die sie ernst nehmen, nicht kleinreden und ihnen zeigen: Du musst nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein. Auch kleine Erfolgserlebnisse, das Annehmen von Fehlern und das Ausprobieren neuer Dinge stärken das Vertrauen in die eigene Person. Warum ist es wichtig, das Selbstbewusstsein bei Jugendlichen früh zu stärken? Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen ist wichtig, weil diese Lebensphase oft von Unsicherheit, Vergleichen und starken inneren Schwankungen geprägt ist. Ein stabiles Selbstbewusstsein hilft Jugendlichen dabei, mit Kritik, Leistungsdruck, sozialen Medien und Konflikten besser umzugehen. Gleichzeitig stärkt es den Selbstwert und wirkt wie ein innerer Schutzfaktor in herausfordernden Zeiten. Was schwächt das Selbstbewusstsein bei Jugendlichen am häufigsten? Das Selbstbewusstsein bei Jugendlichen wird häufig durch ständige Vergleiche, sozialen Druck, wiederholte Kritik, überhöhte Erwartungen und ein verzerrtes Bild aus sozialen Medien geschwächt. Auch Mobbing, das Gefühl nicht dazuzugehören oder ein dauerndes „Ich bin nicht gut genug“ können Jugendliche innerlich verunsichern. Deshalb ist es so wichtig, das Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen nicht dem Zufall zu überlassen. Was können Eltern konkret tun, um das Selbstbewusstsein bei Jugendlichen zu stärken? Eltern können das Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen, indem sie zuhören, Gefühle ernst nehmen, nicht nur Leistung loben und ihrem Kind helfen, eigene Stärken zu erkennen. Hilfreich ist auch, offen über Fehler zu sprechen, Druck herauszunehmen und Jugendliche darin zu bestärken, ihren eigenen Weg zu finden. Besonders wirksam ist eine Haltung, die Klarheit mit Wärme verbindet: Orientierung geben, ohne ständig zu kontrollieren. Woran erkennt man, dass ein Jugendlicher wenig Selbstbewusstsein hat? Wenig Selbstbewusstsein zeigt sich bei Jugendlichen oft durch starke Selbstzweifel, Rückzug, Angst vor Fehlern, übermäßige Anpassung oder das Gefühl, es allen recht machen zu müssen. Manche wirken still und unsicher, andere überspielen ihre Unsicherheit mit Härte oder Rückzug. Wenn Jugendliche sich ständig vergleichen, schnell aufgeben oder sich selbst abwerten, kann es sinnvoll sein, gezielt das Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen in den Blick zu nehmen. Selbstbewusstsein zu entwickeln ist kein Sprint. Es ist eine stille, persönliche Reise – voller kleiner Schritte, Umwege und schöner Überraschungen. Mit jedem neuen Erlebnis, jeder bewussten Entscheidung und jedem ehrlichen Blick nach innen wird Ihr Kind sicherer, klarer und stärker. Erinnern Sie Ihr Kind – und sich selbst – daran: Alles, was es braucht, ist schon da. Es will nur entdeckt, geübt und gestärkt werden. Selbstbewusstsein stärken bei Jugendlichen – das Wichtigste zum Mitnehmen Der Weg zu einem stärkeren Selbstbewusstsein ist für jeden Jugendlichen individuell – aber er beginnt immer mit einem kleinen Schritt. Ob es das Annehmen eines Fehlers ist, ein mutiger Versuch oder ein offenes Gespräch: Jede dieser Erfahrungen stärkt den inneren Kompass. Es braucht keinen perfekten Zeitpunkt. Entscheidend ist, dass Ihr Kind sich selbst besser kennenlernt, seine Stärken erkennt und lernt, auch schwierige Momente zu bewältigen. Genau darin entsteht echte innere Sicherheit. Und: Kein Jugendlicher muss diesen Weg allein gehen. Mit Verständnis, Geduld und guter Begleitung können Sie als Eltern entscheidend dazu beitragen, dass aus Unsicherheit Schritt für Schritt Klarheit und Selbstvertrauen entsteht. 💙 Wenn Sie merken, dass Sie selbst gerade Unterstützung brauchen – um klarer zu sehen, gelassener zu reagieren oder Ihr Kind sicherer zu begleiten –, dann kann ein Gespräch helfen. Manchmal braucht es nur einen ruhigen Blick von außen, um wieder Orientierung zu bekommen. Mehr Orientierung für Eltern – kostenfrei und alltagstauglich Wenn Sie Ihr Kind auf seinem Weg zu mehr Selbstbewusstsein und innerer Stärke begleiten möchten, kann ein kleiner Impuls manchmal Großes bewegen. Auf der Seite Klarheit zum Mitnehmen  finden Sie eine Auswahl kostenfreier Materialien, die dabei unterstützen – für mehr innere Ruhe, Struktur und emotionale Orientierung im Alltag. Dazu gehören unter anderem: – Der Klarheits-Check  – ein persönliches Workbook, das hilft, Gedanken zu sortieren, Bedürfnisse zu erkennen und erste Schritte klarer zu sehen. – Der Bedürfnis-Check  – ideal, um gemeinsam herauszufinden, was Ihnen oder Ihrem Kind gerade wirklich wichtig ist. – Der Stress-Test  – eine einfache Möglichkeit, Überlastung früh zu erkennen. – Schlaftagebuch, Reflexionsfragen, Informationen über Denkfehler  und viele weitere kleine Werkzeuge für mehr innere Stärke. Wenn Sie mögen: Stöbern Sie in Ruhe – und nehmen Sie mit, was Ihnen und Ihrem Kind gerade gut tut. Vielleicht interessiert Sie auch: Die 3 Säulen der Persönlichkeitsentwicklung Imposter: Sie sind kein Hochstapler! Selbstwertgefühl steigern: So gelingt es ohne Selbstoptimierungswahn Quellen und Inspirationen: *6 Aktivierungsfragen aus dem Mesource®-Meetup, Praxis Kommunikation; 03/2024; Seite 20, Ute Eilert; Eilert Akademie www.soham-psychologische-beratung.de

  • Was ist Selbstwert? Ihr persönlicher Schatz im Alltag

    Was ist Selbstwert:  Ein stabiler Selbstwert gibt innere Richtung – auch wenn es außen unruhig wird. Selbstwert, Ihr Schlüssel zu innerer Stärke und wie Sie ihn trainieren können Was ist Selbstwert ?  Stellen Sie sich vor, Sie tragen einen inneren Kompass in sich. Die kleine Nadel des Präzisionswerkzeugs zeigt Ihnen stets an, wie wertvoll und einzigartig Sie sind. Genau das ist Selbstwert: die Überzeugung, dass Sie unabhängig von Erfolgen, Rückschlägen oder den Meinungen anderer liebenswert und kompetent sind. Im Unterschied zum Selbstbewusstsein , das oft mit äußeren Fähigkeiten verknüpft ist, ist Selbstwert tief in Ihrem Inneren verwurzelt . Er beeinflusst, wie Sie sich selbst wahrnehmen (Selbstwahrnehmung) , wie Sie mit Herausforderungen umgehen und wie erfüllend Ihre Beziehungen sind. Ein gesunder Selbstwert ist wie ein sicherer Hafen: Er ist Ihre Säule, gibt Ihnen Stabilität, auch wenn das Leben stürmisch wird. Und falls Sie denken, ich habe zu wenig Selbstwert – keine Sorge. Selbstwert ist wie ein Muskel: Er lässt sich gut trainieren. Was ist Selbstwert? Definition und Abgrenzung Definition von Selbstwert: Selbstwert bezeichnet die innere Überzeugung eines Menschen , unabhängig von äußeren Umständen oder Meinungen anderer wertvoll, liebenswert und kompetent zu sein. Es geht dabei um die grundlegende Akzeptanz der eigenen Person, einschließlich aller Stärken und Schwächen. ** Beispiel: Nehmen Sie einen zwanzig Euro Schein und betrachten Sie diesen. Wie viel ist er wert? 20 Euro sind 20 Euro wert. Nun zerknüllen Sie den Geldschein. Wie viel ist er nun wert? Richtig! Der Wert des Scheins ist noch immer 20 Euro. Egal was Sie mit dem Schein machen, sein Wert bleibt unverändert. 20 Euro ist der Selbstwert des Geldscheins. ** Selbstachtung: Selbstachtung beschreibt den Respekt, den wir uns selbst entgegenbringen. Sie zeigt sich darin, wie gut wir unsere eigenen Bedürfnisse achten, Grenzen setzen und für uns selbst einstehen. ** Selbstbewusstsein: Selbstbewusstsein bezieht sich auf die Fähigkeit, sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu sein und selbstsicher aufzutreten. Anders als der Selbstwert ist das Selbstbewusstsein situationsabhängig und nach außen sichtbar. ** Selbstwert: Selbstwert ist der Kern unseres inneren Wertes. Es ist ein stabiles Gefühl, das nicht an Bedingungen geknüpft ist. Wer sich fragt, „Was ist Selbstwert?“, wird feststellen, dass er nicht von äußerem Erfolg oder Meinungen anderer abhängt. Abgrenzung: Selbstwert unterscheidet sich klar von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen . Während Selbstbewusstsein die Selbstwahrnehmung inkl. die Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten beschreibt, bezieht sich Selbstvertrauen auf das Vertrauen in die eigene Kompetenz, bestimmte Aufgaben zu meistern. Selbstwert hingegen ist tiefer verankert: Er betrifft die emotionale Basis, auf der Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen aufbauen. Diese Inhalte erwarten Sie: Was ist Selbstwert und wie entsteht er? Was ist Selbstwert und warum ist Selbstwert so wichtig? Was ist Selbstwert und wie zeigt er sich im Alltag? Was ist Selbstwert und wie stärken Sie ihn gezielt? Langfristige Strategien zur Selbstwertpflege Was ist Selbstwert? Warum er Ihr Leben verändern kann Was ist Selbstwert und wie entsteht er? Der Grundstein für Ihren Selbstwert wurde in der Kindheit gelegt. Wurden Sie als Kind ermutigt, Ihre Stärken zu entdecken? Wie haben Sie gelernt mit Misserfolgen umzugehen? Hat man Ihnen gezeigt, dass Sie unabhängig von Ihren Leistungen geliebt werden? Hat man Ihnen vorgelebt, wie Selbstachtung und Selbstwertschätzung aussehen? All solche Erfahrungen prägen, wie Sie sich selbst heute sehen. Die Gesellschaft ist darüber hinaus noch eine tragende Säule bzw. hat sehr großen Einfluss auf die Art, wie wertvoll Sie sich als Mensch fühlen. Unsere westliche Welt ist leistungsorientiert und viele Personen fühlen sich nur dann "gut genug", wenn sie im Leben erfolgreich oder perfekt sind. Dies wiederum führt dann dazu, dass viele Menschen fälschlicherweise denken, dass Selbstwertgefühl von äußeren Faktoren abhängt. Aber was ist Selbstwert wirklich?  Es ist die innere Erlaubnis, sich selbst zu akzeptieren – mit allen Ecken und Kanten, mit allen Stärken und Schwächen. Es ist die Fähigkeit, auch dann zu sich zu stehen, wenn nicht alles glatt läuft. Was ist Selbstwert und warum ist Selbstwert so wichtig? Ihr Selbstwert hat Einfluss auf viele Bereiche Ihres Lebens. Er entscheidet, wie Sie denken, handeln und fühlen: Im Beruf:  Mit einem starken Selbstwert trauen Sie sich, neue Chancen zu ergreifen und Ihre Meinung klar zu äußern. In Beziehungen :  Selbstwert gibt Ihnen die Sicherheit, auf Augenhöhe zu kommunizieren und Ihre Grenzen zu respektieren. Für die emotionale (mentale) Gesundheit :  Ein stabiler Selbstwert schützt vor übermäßiger Selbstkritik und gibt Ihnen die Kraft, Rückschläge anzunehmen. ** Beispiele aus dem Alltag Stellen Sie sich vor, Sie sind in einer Besprechung und jemand kritisiert Ihre Idee. Wie reagieren Sie? Jemand mit einem starken Selbstwert könnte die Kritik annehmen, prüfen und daraus lernen, ohne sich selbst infrage zu stellen. Eine Person mit schwachem Selbstwert hingegen könnte sich tagelang den Kopf darüber zerbrechen, was sie "falsch" gemacht hat – und vielleicht sogar aufhören, Ideen einzubringen. Ein anderes Beispiel: Lisa, eine junge Frau, fühlt sich nach einem beruflichen Rückschlag völlig wertlos. Sie beginnt auf meinen Rat, bewusst ihre Erfolge festzuhalten. Sie notiert selbst kleine Dinge wie zum Beispiel das Lob einer Kollegin. So beginnt Sie Schritt für Schritt ihren Selbstwert aufbauen. Heute geht sie mutiger mit Kritik um und setzt klar ihre Grenzen. Was ist Selbstwert und wie zeigt er sich im Alltag? Vielleicht fragen Sie sich: Woran erkenne ich, ob mein Selbstwert stark ist? Hier sind ein paar Hinweise: Menschen mit einem gesunden Selbstwert ... Können Kritik annehmen, ohne sich komplett infrage zu stellen und sich selbst zu zerfleischen. Trauen sich, authentisch zu sein, selbst wenn das nicht jedem gefällt. Respektieren ihre eigenen Grenzen und die anderer. Ein schwacher Selbstwert hingegen zeigt sich oft durch übermäßige Selbstkritik , Angst , negative Gedanken oder das Gefühl, immer etwas beweisen zu müssen. Und auch hier wieder mein Hinweis: Selbstgefühl ist wie en Muskel, er lässt sich trainieren. Was ist Selbstwert und wie stärken Sie ihn gezielt? Was ist Selbstwert?  Es ist nicht nur eine innere Überzeugung, sondern auch etwas, das Sie bewusst pflegen können. Bevor ich Ihnen einige ganz praktische Tipps für den Alltag an die Hand gebe, möchte ich Sie sensibilisieren. Die Arbeit am Selbstwertgefühl ist eine Herausforderung und auf dem Weg zum Erfolg gibt es einige Stolpersteine. Typische Hindernisse und wie Sie sie überwinden Perfektionismus:  Haben Sie den Anspruch , dass alles, was Sie tun, perfekt sein muss? Versuchen Sie, sich an "gut genug" zu gewöhnen – oft reicht das völlig aus. Vergleiche mit anderen:  Besonders in sozialen Medien vergleichen wir uns oft mit idealisierten Bildern anderer. Erinnern Sie sich: Niemand postet seine schlechten Tage oder Zweifel. Selbstzweifel:  Diese innere Stimme, die fragt: „Bin ich gut genug?“  Beantworten Sie sie bewusst mit einem klaren „Ja!“ Praktische Tipps für den Alltag Was ist Selbstwert?  Akzeptanz und Selbstvertrauen - Selbstwert fördert die mentale Gesundheit . Finden Sie es für sich heraus und arbeiten Sie an Ihrem "Wert": Probieren die nun folgenden sechs praktische Tipps, die Ihnen helfen. ** Tipp 1. Feiern Sie Ihre Erfolge Haben Sie heute eine knifflige Aufgabe gemeistert? Oder ein ehrliches Gespräch geführt? Halten Sie solche Erfolge fest – in einem Notizbuch, ganz "old fashioned". Das stärkt Ihr Bewusstsein für Ihre Fähigkeiten. ** Tipp 2. Grenzen setzen Sagen Sie öfter "Nein", wenn es nötig ist. Damit signalisieren Sie, dass Ihre Bedürfnisse genauso wichtig sind wie die der anderen. ** Tipp 3. Komplimente dankbar annehmen Wie oft haben Sie ein "Ach, das war doch nichts!" gesagt, wenn Sie gelobt wurden? Lernen Sie, ein schlichtes "Danke" zu sagen und das Lob zu genießen. ** Tipp 4. Fehler als Chance betrachten Anstatt sich für einen Fehler zu verurteilen, fragen Sie sich: "Was kann ich daraus lernen?"   Jeder Fehltritt bringt Sie einen Schritt weiter – auch wenn es sich im Moment nicht so anfühlt. ** Tipp 5. Zeit für sich selbst nehmen Ob Sie ein Buch lesen, spazieren gehen oder eine Tasse Tee genießen. Gönnen Sie sich Auszeiten. Sie sind es wert! ** Tipp 6. Sprechen Sie freundlich mit sich selbst Hören Sie auf, Ihr schlimmster Kritiker zu sein. Würden Sie mit einem Freund so sprechen, wie Sie manchmal mit sich selbst umgehen? Wenn nicht, formulieren Sie Ihre Gedanken um – freundlich, ermutigend und wohlwollend. Das ist gelebte Selbstliebe . Langfristige Strategien zur Selbstwertpflege Was ist Selbstwert?  Es ist ein Prozess, der ständige Pflege braucht: Ein unterstützendes Umfeld:  Umgeben Sie sich mit Menschen, die Sie respektieren und fördern. Verzichten Sie auf Menschen, die Ihnen Energie rauben. Selektieren Sie ganz bewusst. Das ist aktive Selbstfürsorge und nährt Ihren Selbstwert. Selbstfürsorge als Ritual:  Machen Sie tägliche Pausen und Aktivitäten zur Gewohnheit. Der wichtigste Mensch in Ihrem Leben sind Sie. Sorgen Sie gut für sich! Professionelle Unterstützung :  Manche Etappe auf dem Weg zu mehr Selbstwert kann allein nicht gegangen werden. Manchmal braucht es Inspiration und Orientierung. Suchen Sie Hilfe, wenn Sie merken, dass Ihr Selbstwert stark beeinträchtigt ist. Häufige Fragen: Was ist Selbstwert Was ist Selbstwert eigentlich? Selbstwert ist die innere Überzeugung, als Mensch wertvoll, liebenswert und wichtig zu sein – unabhängig von Leistung, Fehlern oder der Meinung anderer. Wer sich fragt, was Selbstwert ist, kann ihn als eine tiefe innere Basis verstehen, auf der Selbstachtung, Selbstvertrauen und ein gesunder Umgang mit sich selbst aufbauen. Was ist der Unterschied zwischen Selbstwert und Selbstbewusstsein? Selbstwert und Selbstbewusstsein werden oft verwechselt, meinen aber nicht dasselbe. Selbstbewusstsein beschreibt eher das Bewusstsein über die eigenen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen und zeigt sich oft nach außen. Selbstwert liegt tiefer. Er betrifft das Gefühl, als Mensch grundsätzlich in Ordnung und wertvoll zu sein – auch dann, wenn nicht alles gelingt. Woran erkenne ich einen gesunden Selbstwert im Alltag? Ein gesunder Selbstwert zeigt sich meist daran, dass Sie Kritik annehmen können, ohne sich sofort komplett infrage zu stellen. Sie müssen nicht ständig etwas beweisen, können eher Grenzen setzen und erlauben sich, authentisch zu sein. Menschen mit stabilem Selbstwert gehen oft freundlicher mit sich um und bleiben auch in schwierigen Momenten innerlich etwas stabiler. Wie entsteht Selbstwert? Der Grundstein für den Selbstwert wird meist früh gelegt – durch Erfahrungen in der Kindheit, durch Beziehungen zu wichtigen Bezugspersonen und durch die Art, wie mit Fehlern, Gefühlen und Leistung umgegangen wurde. Später wirken auch gesellschaftliche Erwartungen, Vergleiche und persönliche Erfahrungen mit hinein. Selbstwert ist deshalb nicht einfach „da“, sondern entwickelt sich über die Zeit. Kann man Selbstwert stärken, wenn er schwach ausgeprägt ist? Ja, Selbstwert lässt sich stärken. Auch wenn ein schwacher Selbstwert oft tief sitzt, ist er nicht in Stein gemeißelt. Wer beginnt, freundlicher mit sich zu sprechen, Grenzen ernster zu nehmen, Erfolge bewusster wahrzunehmen und sich nicht permanent mit anderen zu vergleichen, kann Schritt für Schritt einen stabileren Selbstwert aufbauen. Manchmal ist dabei auch professionelle Unterstützung hilfreich. Was ist Selbstwert? Warum er Ihr Leben verändern kann Was ist Selbstwert:  Sich selbst freundlich zu begegnen verändert mehr, als man denkt. Was ist Selbstwert?  Es ist der Schatz in Ihrem Inneren. Ihr Schlüssel zu einem glücklichen und erfüllten Leben . Wenn Sie sich selbst als wertvoll ansehen, wirkt sich das auf Ihre Entscheidungen, Ihre Beziehungen und Ihre Ziele aus. Erlauben Sie sich, Ihren inneren Schatz zu entdecken – einen Schritt nach dem anderen. Sie werden überrascht sein, wie sehr ein gesunder Selbstwert Ihr Leben bereichern kann. Denn Sie sind es wert. Mehr Klarheit. Mehr Selbstwert. Mehr Du. Vielleicht interessiert Sie auch: Denkfehler: Nährboden für Depressionen Persönlichkeitsentwicklung: Mehr Resilienz und Lebensfreude Emotionsregulation: Wenn Emotionen Sie ausbremsen www.soham-psychologische-beratung.de

  • Guter Start in den Tag: 3 genial einfache Tipps

    Wie ein guter Start in den Tag uns mental gut ausrichtet Eine kleine Morgenroutine, die Ihr Leben einfacher macht! Ein guter Start in den Tag ist keine Magie – aber er wirkt manchmal genau so. Denn wie wir den Morgen gestalten, beeinflusst oft den gesamten Tag: unsere Stimmung, unsere Gedanken – und die Art, wie wir uns selbst begegnen. Gerade in stressigen oder herausfordernden Phasen kann eine kurze Morgenroutine helfen, sich wieder zu sammeln. Ein bewusster Start ist eine Form von Selbstfürsorge – und oft der erste Schritt zu mehr innerer Ruhe, Klarheit und Kraft. Hier finden Sie drei einfache Impulse, wie Sie Ihren Tag ausgeglichen, energetisch und kraftvoll beginnen können – ganz ohne Druck, aber mit Wirkung. Guter Start in den Tag: Aufwachen - Tipp 1 Guter Start in den Tag: Bewusst aufwachen statt sofort loshetzen. Bevor Sie aufstehen: Gönnen sie sich etwas Zeit. Nehmen Sie sich 3 Minuten um sich mit ihrem Körper zu verbinden. Bevor sie die Augen öffnen, scannen sie ihren Körper. Berühren sie mit ihrer Wahrnehmung jedes einzelne Körperteil von innen und spüren sie dann ihren Körper als Ganzes. Atmen sie bewusst in ihren Körper, sodass sich der Bauch bei der Einatmung hebt, und bei der Ausatmung senkt. Variation: Füllen sie ihren Körper von innen mit einer Farbe - zum Beispiel einem warmen Sonnengelb - und stimmen sie sich mit dieser warmen Farbe mental auf den Tag ein. Atmen sie dabei tief in den Bauch ein und aus. Guter Start in den Tag: Starten - Tipp 2 Guter Start in den Tag: Den Morgen mit Präsenz und Körpergefühl beginnen. Setzen sie sich dann bewusst auf und bringen beide Fußsohlen auf den Boden. Verbinden sie sich mit der Erde und atmen sie 3 mal tief durch die Nase ein und aus. Atmen sie bewusst und tief. Bei der Einatmung hebt sich die Bachdecke, bei der Ausatmung senkt sie sich wieder. Spüren Sie das Leben in Ihrem Körper. Guten Morgen! Guter Start in den Tag: Meditieren - Tipp 3 Machen sie es sich zur festen Angewohnheit morgens zu meditieren. Dabei schulen sie ihren inneren Beobachter, sammeln mentale Kräfte für den Tag und trainieren Ihren >>Gelassenheitsmuskel<< . Viele Studien belegen, dass die regelmäßige Morgenroutine der Meditation unter anderem die geistige Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit enorm steigert. Guter Start in den Tag: Leichtigkeit beginnt oft in einem stillen Moment. Achtung: setzten sie sich nicht unter Druck. Fangen sie einfach ganz langsam an und steigern sie sich. Gut sind 20 Minuten täglich. Wenn Sie mehr über Meditation erfahren möchten, sprechen Sie mich gern an. Häufige Fragen: Guter Start in den Tag Was gehört zu einem guten Start in den Tag? Ein guter Start in den Tag muss nicht kompliziert sein. Oft reichen schon wenige bewusste Minuten am Morgen, um Körper und Geist auszurichten. Hilfreich sind zum Beispiel ein ruhiges Aufwachen, bewusste Atmung, ein kurzer Körper-Scan oder eine kleine Meditation. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern die Qualität des Starts. Warum ist ein guter Start in den Tag so wichtig? Ein guter Start in den Tag beeinflusst häufig die Stimmung, die Gedanken und den inneren Umgang mit sich selbst. Gerade in stressigen oder herausfordernden Zeiten kann eine kleine Morgenroutine helfen, sich zu sammeln, ruhiger zu werden und klarer in den Tag zu gehen. Der Morgen wirkt oft wie eine innere Ausrichtung für alles, was danach kommt. Wie kann ein guter Start in den Tag aussehen, wenn ich wenig Zeit habe? Auch mit wenig Zeit ist ein guter Start in den Tag möglich. Schon drei bewusste Minuten vor dem Aufstehen können etwas verändern: den Körper spüren, ruhig in den Bauch atmen, beide Füße bewusst auf den Boden stellen und kurz bei sich ankommen. Es braucht keine perfekte Morgenroutine – eher einen kurzen, echten Moment der Selbstfürsorge. Ist Meditation für einen guten Start in den Tag sinnvoll? Ja, Meditation kann ein sehr guter Start in den Tag sein. Sie hilft dabei, innerlich ruhiger zu werden, den Fokus zu sammeln und den Tag bewusster zu beginnen. Dabei geht es nicht um Leistung oder darum, alles sofort perfekt zu machen. Schon wenige Minuten können helfen, mehr Gelassenheit und mentale Klarheit aufzubauen. Wie finde ich einen guten Start in den Tag, der wirklich zu mir passt? Ein guter Start in den Tag sollte zu Ihrem Leben, Ihrem Tempo und Ihrer Persönlichkeit passen. Manche Menschen brauchen eher Ruhe und Atmung, andere profitieren von Bewegung, Meditation oder einem kurzen Moment des Innehaltens. Wichtig ist, dass sich Ihre Morgenroutine nicht wie zusätzlicher Druck anfühlt, sondern wie eine stärkende Verbindung mit sich selbst. Ein guter Start in den Tag richtet Sie mental aus: Es lohnt sich! Ein guter Start in den Tag muss nicht lange dauern oder kompliziert sein - ich empfehle diese Morgenroutine noch vor Kaffee und Frühstück. Nehmen Sie sich die Zeit und integrieren Sie diese Tipps in Ihre Morgenroutine, gönnen Sie sich Ihren Tag mit Positivität und Energie zu beginnen. Ein bewusster, guter Start in den Tag ermöglicht es Ihnen, die Kontrolle über Ihren Tag zu übernehmen und ihn nach Ihren Bedürfnissen zu gestalten. Gönnen Sie sich diese Zeit für sich selbst und legen Sie den Grundstein für einen erfolgreichen und erfüllten Tag! Dieser Impuls dient der Selbstfürsorge und ist nur als kleiner Impuls zu verstehen. Wenn Sie lernen möchten, wie Sie sich selbst fürsorglicher behandeln können oder einen Wegbegleiter aus einer angespannten Lebensphase suchen, zögern Sie nicht und vereinbaren gleich jetzt einen Termin für ein kostenfreies Vorgespräch (15 Minuten) mit mir. Vielleicht interessiert Sie auch: Selbstfürsorge Ideen: Tipps & Tricks für Ihren Alltag Ein glückliches Leben – Wünschen wir uns das nicht alle? 12 Regeln für ein gutes Leben: Wie Leichtigkeit den Alltag verändert Selbstfürsorge: Sauerstoff zuerst für Sie! www.soham-psychologische-beratung.de

  • Was macht Stress mit dem Körper?

    Stress ist eine körperliche Alarmreaktion, die tief im Nervensystem verankert ist und den gesamten Organismus innerhalb von Sekunden in höchste Bereitschaft versetzt. Was macht Stress mit dem Körper? So reagiert Ihr System Was macht Stress mit dem Körper?  Diese Frage begegnet mir in der Praxis fast täglich – und sie ist absolut berechtigt. Denn Stress ist weit mehr als ein vages Gefühl von Überforderung oder Rastlosigkeit. Er ist ein hochkomplexes körperliches Programm, das tief in unserer evolutionären Geschichte verankert ist: die sogenannte Stressreaktion . Doch was genau passiert da eigentlich im Körper – und warum fühlen wir uns manchmal wie gejagt, obwohl wir nur vor dem Laptop sitzen? Die Antworten darauf sind ebenso spannend wie aufschlussreich. Und sie geben einen klaren Hinweis darauf, warum es sich lohnt, Stress besser zu verstehen – und den eigenen Umgang damit bewusst zu gestalten. Was macht Stress mit dem Körper: Der Ablauf einer Stressreaktion Was macht Stress mit dem Körper – konkret, Schritt für Schritt? Tatsächlich folgt unsere innere Alarmanlage einem festgelegten biologischen Ablauf. Diese fünf Phasen laufen blitzschnell ab und sind darauf ausgelegt, unser Überleben zu sichern: Orientierungsphase Stressoren tauchen auf – der Körper schüttet Noradrenalin  aus, um Aufmerksamkeit und Wachsamkeit zu erhöhen. Alarmphase Jetzt wird Energie mobilisiert: Die Nebenniere schüttet Adrenalin  aus, Herzschlag und Atmung beschleunigen sich. Handlungsphase Kampf oder Flucht: Die bereitgestellte Energie wird genutzt. Cortisol  hält das Erregungsniveau hoch, damit wir durchhalten. Neubewertungsphase Das Gehirn bewertet die Situation neu – je nach Ausgang wird das Verhalten durch Dopamin  oder Oxytozin  verstärkt. Ruhephase Nach dem „Einsatz“ kommt die Regulation: Der Körper schaltet runter, Serotonin  und Melatonin  sorgen für Erholung. Wenn Stress sich staut: Der Teufelskreis ohne Energieabbau Was passiert, wenn der Körper die bereitgestellte Energie nicht loswird  – also weder kämpft noch flieht? Genau hier wird Stress zum Risiko: Adrenalin und Cortisol bleiben im System, die Stressreaktion läuft weiter. Das Ergebnis: Ein biologischer Teufelskreis , der Körper und Psyche in Daueralarm versetzt. Die Amygdala bleibt erregt, die Muskeln sind dauerhaft angespannt, der Atem wird flach und unruhig. Das folgende Schaubild zeigt diesen Kreislauf: Ein Kreislauf, der uns oft festhält: Wenn Anspannung und innere Alarmbereitschaft sich gegenseitig verstärken. Aktivierung von Energie ohne ausreichenden Abbau von Adrenalin und Cortisol führt zu einem Teufelskreis von Stress und Angst. Was macht Stress mit dem Körper: Die Stresstreppe als Warnsignal Stress wirkt – auf allen Ebenen. Was macht Stress mit dem Körper?  Nicht nur Muskeln, Herz und Immunsystem reagieren, sondern auch Konzentration, Stimmung und Energielevel. Und das Ganze oft schleichend – Stufe für Stufe , wie auf einer unsichtbaren Treppe. Damit Sie besser einschätzen können, wo Sie selbst gerade stehen, lohnt sich ein Blick auf Ihre eigene Stressbelastung. Viele meiner Klienten nutzen dafür gern meinen kurzen Stress Test – ein einfaches Tool, das sofort ein Gefühl dafür gibt, wie sehr Ihr Nervensystem aktuell gefordert ist. Wenn Stress nicht aktiv abgebaut wird, steigen wir mit jeder Belastung eine Stufe höher. Das geht eine Zeit lang gut – bis Körper und Psyche beginnen zu streiken. Und falls Sie zusätzlich Materialien suchen, die Sie bei der Stressregulation unterstützen, finden Sie auf der Seite Klarheit zum Mitnehmen  weitere kostenlose Impulse – vom Bedürfnischeck bis zum Klarheits-Check . Stresstreppe: Wie sich Belastung still und schrittweise aufbaut – oft lange, bevor der Körper laut wird. ­ Körperliche Ebene – wenn der Körper Alarm schlägt: – Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, Muskelschmerzen – Atemnot, Herzrasen, Bluthochdruck – Häufige Infekte, Hautreaktionen, Kopfschmerzen Mentale Ebene – wenn der Kopf nicht mehr mitzieht: – Konzentrationsschwierigkeiten, Gedankenkreisen, Überforderung – Schlafstörungen, emotionale Erschöpfung – Kreativitätsverlust, Burnout, depressive Verstimmung oder Ängste Energie-Ebene – wenn der Akku leer ist: – Dauermüdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit – Sinkende Motivation, keine Lust mehr auf Dinge, die früher Freude gemacht haben Je länger dieser Zustand anhält, desto schwieriger wird der Weg zurück. Deshalb ist es so wichtig, rechtzeitig gegenzusteuern – mit echten Pausen, bewusster Selbstfürsorge und einem klaren Blick auf die eigenen Stressmuster. 💡 Wussten Sie schon? Auch innere Antreiber  wie „Sei perfekt!“  oder „Mach es allen recht!“  können das Stresslevel massiv erhöhen. Lesen Sie mehr über typische Stressverstärker und ihre Herkunft ** Typische Symptome bei chronischem Stress – auf einen Blick Stress wirkt auf vielen Ebenen. Die folgende Übersicht zeigt typische Symptome, die bei chronischer Belastung auftreten können – körperlich, psychisch und energetisch. Ebene Typische Symptome bei chronischem Stress Körperlich Verspannungen, Rückenschmerzen, Muskelbeschwerden, Herzrasen, Bluthochdruck, Atemprobleme, Infektanfälligkeit, Kopfschmerzen, Hautprobleme Psychisch Reizbarkeit, Nervosität, innere Unruhe, Schlafstörungen, depressive Verstimmung, Ängste, Gedankenkreisen, emotionale Erschöpfung Mental / Energetisch Konzentrationsstörungen, kreative Blockaden, Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Motivationsverlust, Gefühl von Leere oder Getriebenheit Vertiefende Artikel rund um Stress Wenn Sie tiefer verstehen möchten, wie Stress Körper und Psyche belastet – oder wie Sie Ihre Stressregulation aktiv stärken können –, lohnen sich diese Beiträge: – Burnout und Stress: Wenn alles zu viel wird – Psychosomatik: Wenn Körper und Seele gemeinsam leiden – Umgang mit Stress: Acht wirkungsvolle Übungen gegen Stress – Stressbewältigung: Wie Sie sich schützen können – Yoga gegen Stress: Wie Yoga Ihnen hilft, Ihr Leben zu entschleunigen Diese Artikel ergänzen sich, weil sie unterschiedliche Facetten von Stress beleuchten – körperlich, emotional und mental – und Ihnen helfen, Ihren eigenen Stressverlauf besser zu verstehen. Der Körper im Fokus: Was macht Stress mit dem Körper? Was macht Stress mit dem Körper – vor allem dann, wenn wir ihn nicht aktiv abbauen?  Genau hier setzt ein häufig übersehener Faktor an: Bewegung. Denn obwohl sich viele Menschen in Stressphasen nach Ruhe sehnen, ist reines Ausruhen oft nicht die effektivste Strategie. Die biologische Stressreaktion  bereitet uns auf Kampf oder Flucht vor – mit einem Energie-Boost, der sich nur durch Bewegung wieder regulieren lässt. Wenn diese Energie im Körper steckenbleibt, weil wir viel sitzen, zu wenig atmen oder uns kaum bewegen, verstärkt das den Stress  sogar. Warum Bewegung bei Stress unverzichtbar ist: Baut Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ab Bringt Muskeln, Gelenke und Kreislauf in Balance Stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit Fördert Glücksgefühle durch Endorphine   Kurz gesagt: Bewegung wirkt wie ein innerer Reset. Nicht zur Leistung – sondern zur Regulation. Und sie hilft, den Körper wieder als Verbündeten wahrzunehmen. Was macht Stress mit dem Körper – und was Entspannungstechniken bewirken „Entspannungstechniken sind nichts für mich.“ Ein Satz, den ich in der Praxis häufig höre. Und einer der Gründe, warum ich so gern über die Stressreaktion aufkläre. Denn: Was macht Stress mit dem Körper?  Er versetzt ihn in Alarmbereitschaft. Und genau da setzen Entspannungsübungen an – als Gegenimpuls. Sie signalisieren dem Nervensystem: Gefahr vorbei, du darfst loslassen. ** Wichtig dabei: Es geht nicht um Leistung, sondern um wohltuende Bewegung und bewusste Auszeiten – körperlich, geistig, emotional. Bewegung zur Stressreduktion – aber bitte ohne Leistungsdruck Nicht jeder braucht schweißtreibenden Sport. Was Stress mit dem Körper macht, lässt sich auch mit achtsamer Bewegung regulieren  – idealerweise: Spaßorientiert, nicht leistungsgetrieben Mit Atmung verbunden , z. B. in Yoga, Tai Chi oder Qi Gong In der Natur  oder mit anderen Menschen – das stärkt das emotionale Immunsystem Achtsame Bewegung … – fördert Entspannung – mobilisiert den Körper – fokussiert den Geist – bringt Energie zum Fließen – löst Blockaden – körperlich wie mental Entspannungsverfahren: Finden Sie Ihren eigenen Zugang Es muss nicht gleich OM im Lotussitz sein – Entspannung ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Erfahrung zeigt: Fast jeder findet früher oder später „sein“ oder „ihr“ Verfahren . **Mein Tipp: Probieren Sie aus – und bleiben Sie ein paar Mal dran, bevor Sie urteilen. Mögliche Verfahren sind z. B.: Selbsthypnose Yoga Nidra Progressive Muskelentspannung (PMR) Body Scan Autogenes Training Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über bewährte Entspannungsverfahren: Diese Übersicht zeigt, wie vielfältig Entspannungsverfahren sein können – und wie unterschiedlich Wege aussehen dürfen, um mehr Ruhe in Körper und Kopf zu bringen. Was sie verbindet: Entspannungsreaktionen wirken – kurzfristig und langfristig So unterschiedlich die Methoden auch wirken – die Ergebnisse sind vergleichbar . Entspannung wirkt auf den Körper wie ein inneres Umschalten. Kurzfristige Effekte: – körperliche Entspannung – Beruhigung des Nervensystems – psychische Erleichterung Langfristige Effekte: – Abnahme der Stressreaktionsbereitschaft – Regulation des vegetativen Nervensystems – Aufbau einer stabilen Entspannungsreaktion durch Übung (konditionierter Reflex) Meditation bei Stress und Überlastung Auch Meditation  ist ein wirkungsvolles Tool zur Stressbewältigung. Durch die Fokussierung auf den Atem und das Loslassen belastender Gedanken … – beruhigt sich das Nervensystem – sinkt der Cortisolspiegel – steigen Glückshormone wie Serotonin  und Endorphine Regelmäßige Meditation stärkt nicht nur Ihre innere Balance, sondern auch Ihre Widerstandskraft gegenüber künftigen Belastungen. Fazit: Was macht Stress mit dem Körper – und was Sie für sich tun können „Tu deinem Leib des Öfteren etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Teresa von Ávila Stress ist nicht (nur) Kopfsache – er ist körperlich spürbar. Und deshalb lohnt es sich, auch über den Körper in die Regulation zu kommen. 🧡 Sorge für dich. Mit Bewegung, Ruhe, gesunder Ernährung, bewusstem Denken und ehrlicher Selbstfürsorge . Häufige Fragen: Was macht Stress mit dem Körper Was macht Stress mit dem Körper? Stress versetzt den Körper in einen biologischen Alarmzustand. Herzschlag und Atmung beschleunigen sich, Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet, Muskeln spannen sich an und das Nervensystem schaltet auf höchste Wachsamkeit. Kurzfristig ist diese Reaktion sinnvoll. Problematisch wird sie dann, wenn der Körper dauerhaft in dieser Anspannung bleibt. Welche körperlichen Symptome kann Stress auslösen? Was Stress mit dem Körper macht, zeigt sich oft sehr deutlich: zum Beispiel durch Nacken- und Rückenverspannungen, Kopfschmerzen, Herzrasen, flache Atmung, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden oder häufige Infekte. Auch Hautreaktionen, innere Unruhe und Erschöpfung können typische Folgen von anhaltendem Stress sein. Warum bleibt Stress manchmal im Körper stecken? Die Stressreaktion ist biologisch auf Kampf oder Flucht vorbereitet. Im Alltag bauen wir diese bereitgestellte Energie jedoch oft nicht ab – etwa weil wir weiter am Schreibtisch sitzen, funktionieren oder Gefühle unterdrücken. Dadurch bleiben Stresshormone länger im System, Muskeln und Atem bleiben angespannt und der Körper findet schwerer zurück in die Regulation. Wie kann ich Stress im Körper abbauen? Was Stress mit dem Körper macht, lässt sich oft am besten über den Körper selbst regulieren. Hilfreich sind Bewegung, bewusstes Atmen, Entspannungsverfahren, achtsame Pausen und regelmäßige Erholung. Besonders wirksam sind Methoden, die den Körper aus dem Alarmzustand holen und dem Nervensystem signalisieren: Die Gefahr ist vorbei. Wann sollte ich Stress ernst nehmen? Stress sollten Sie spätestens dann ernst nehmen, wenn körperliche Beschwerden, Schlafprobleme, Erschöpfung, Gedankenkreisen oder innere Unruhe über längere Zeit anhalten. Wenn Sie merken, dass Ihr Körper nicht mehr richtig herunterfährt oder Sie sich dauerhaft überfordert fühlen, ist es sinnvoll, genauer hinzuschauen und sich gegebenenfalls Unterstützung zu holen. Sie möchten Ihr Stresslevel auf körperlicher und mentaler Ebene nachhaltig senken? Dann lade ich Sie herzlich ein zum kostenfreien Vorgespräch . Wir schauen gemeinsam, was Sie aktuell belastet – und wie Sie in kleinen Schritten zurück zu innerer Ruhe, Klarheit und Selbstwirksamkeit finden. Vielleicht interessiert Sie auch: Yoga gegen Stress: Wie Yoga Ihnen hilft Ihr Leben zu entschleunigen Stressprävention: Wie Sie wieder mehr Luft zum Atmen finden Stress und Burnout am Arbeitsplatz - ein modernes Problem Stress verstehen: Wissenswerte Fakten für wirkungsvolle Strategien gegen Stress Quellen & Inspiration: Kursunterlagen TEK Trainer Ausbildung - Training emotionaler Kompetenzen, nach Prof. Dr. M. Berking www.soham-psychologische-beratung.de

  • Resilienz stärken: 4 Tipps für Ihren Alltag

    Resilienz stärken: Herausforderungen und Krisen des Lebens besser meistern Resilienz stärken:  Mit mehr innerer Stärke gelassener und selbstbewusster durch schwierige Zeiten gehen. Resilienz stärken - was ist Resilienz? Mit Resilienz wird die psychische Widerstandskraft eines Menschen bezeichnet, mit der er schwierige Lebenssituationen meistert. So individuell wie wir Menschen sind, so individuell ist auch unsere Resilienz ausgeprägt. Vielleicht kennen Sie Menschen, die im Verlauf ihres Leben eine Reihe von "Tiefschlägen" wegstecken mussten und wundern Sie sich, wie gut ihnen das gelungen ist? Und dann wieder gibt es Menschen, die erholen sich einfach nicht mehr (ausreichend), wenn das Schicksal zugeschlagen hat. Nicht bei jedem Menschen ist Resilienz gleich stark ausgeprägt. Menschen mit einer ausgeprägten Resilienz fällt es leichter Krisen wegzustecken und ihr Leben danach (ähnlich) wie zuvor weiterzuführen. Sie sind eben resilienter! Verzagen Sie nicht. Die eigenen Resilienz stärken ist möglich. Tipps, wie Sie Ihre persönliche Fähigkeit der Resilienz stärken können, möchte ich Ihnen in diesem Beitrag aufzeigen. Weiterführende Informationen zum Thema Resilienz, der seelischen Widerstandsfähigkeit, finden Sie hier: Resilienz stärken: Einfache Tipps für Ihren Alltag Ein starkes soziales Netz gibt Halt Wir Menschen, egal ob introvertiert oder extrovertiert, sind soziale Wesen . Gemeinschaft gibt uns Halt und Sicherheit. Diese Bedürfnisse sind ganz tief in uns angelegt. Wenn Sie Ihre Resilienz stärken möchten, dann ist mein erster Tipp: Schließen Sie sich einer Gemeinschaft an – sei es in der Nachbarschaft, in der Familie, unter Gleichgesinnten oder in einer Sportgruppe. Finden Sie eine Aktivität , die Ihnen Freude bereitet, und überlegen Sie, wie Sie einen wertvollen Beitrag leisten können. So nähren Sie Ihr Bedürfnis nach Verbundenheit und fördern auch Ihr Wohlbefinden. Resilienz stärken durch achtsame Selbstwahrnehmung Selbstwahrnehmung bedeutet, bewusst wahrzunehmen , was in uns geschieht . Sie hilft, Gefühle , Gedanken und körperliche Empfindungen besser zu verstehen und darauf angemessen und bewusst zu reagieren . Verbessern Sie Ihre Selbstwahrnehmung – Meditation kann dabei eine wertvolle Unterstützung sein. Hier einige Impulse für Fragen, die Ihnen helfen Ihre Selbstwahrnehmung zu fördern: Was nehme ich in mir wahr? Gibt es bestimmte Gerüche, Geräusche, oder spüre ich Wärme oder Kälte? Wie fühlt sich mein Körper an? Gibt es vielleicht eine Stelle, die schmerzt oder sich besonders anfühlt? Was spüre ich in meiner linken Hand, im rechten Knie, etc. Welche Gedanken bewegen mich gerade? Welche Gefühle sind in diesem Moment präsent? Resilienz stärken durch den Aufbau von Selbstregulationsfähigkeiten Die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen und ins Gleichgewicht zu bringen , ist ein wichtiger Baustein für innere Stärke und Gelassenheit . Resilienz stärken geht also kaum ohne achtsames Training der Selbstregulationsfähigkeit . Hier sind einige einfache Übungen aus der Psychologie, die Ihnen dabei helfen können: Lassen Sie zum Beispiel Ihren Blick sanft über die Umgebung schweifen und nehmen Sie alle Details ganz genau wahr. Seufzen Sie und strecken Sie Ihren Körper. Rollen Sie dabei Ihre Gelenke und lockern Sie sie, indem Sie Ihre Beine und Arme leicht hin und her pendeln lassen. Sie können auch Ihren Körper abklopfen oder massieren. Bewegungen, welche die Körpermitte kreuzen, sind ebenfalls hilfreich z. B. rechts-links-Übungen, Überkreuzklopfen mit den Händen auf das jeweils andere Knie etc. Visualisieren Sie einen Ort, an dem Sie sich sicher, wohlig und frei fühlen. Resilienz stärken - mentale Ausrichtung auf das Positive Wie wir denken , beeinflusst , wie wir uns fühlen und damit auch, wie wir handeln . Eine positive Grundhaltung hilft dabei, das Leben bewusster zu genießen und Herausforderungen gut zu bewältigen . Unser Gehirn ist schnell und gut darin Negatives zu suchen und zu finden. Nur so konnten wir über die vielen Jahrtausende überleben. Studien aus der allgemeinen und der positiven Psychologie konnten gut belegen, dass wir unser Gehirn aber recht schnell umerziehen können. Wir können lernen den Fokus zu erweitern und uns bewusst auf Positives ausrichten. Bauen Sie die folgenden Impulse in Ihren Alltag ein, sie werden überrascht sein, wie wirkungsvoll und kraftvoll sie sind: • Positive Momente bewusst nacherleben:  Nehmen Sie sich Zeit , schöne Erlebnisse oder kleine Erfolge des Tages in Gedanken Revue passieren zu lassen. Erinnern Sie sich an die Details – was haben Sie gesehen, gehört oder gefühlt? Diese Übung verstärkt das gute Gefühl und richtet Ihren Fokus auf das, was Ihnen guttut bzw. erfüllt. • Dankbarkeit zeigen:  Machen Sie es sich zur Gewohnheit, Dinge zu benennen , für die Sie dankbar sind – sei es ein Lächeln, ein freundliches Gespräch oder ein Moment der Ruhe. So gelingt es leichter, die positiven Aspekte im Alltag zu erkennen und zu fördern. Häufige Fragen zu Resilienz stärken Was bedeutet Resilienz stärken eigentlich? Resilienz stärken bedeutet, die eigene psychische Widerstandskraft bewusst aufzubauen. Gemeint ist damit die Fähigkeit, mit Belastungen, Krisen und schwierigen Lebensphasen so umzugehen, dass Sie innerlich stabiler bleiben und sich nach Rückschlägen besser erholen können. Resilienz ist nicht angeboren oder festgelegt – sie lässt sich im Alltag fördern und trainieren. Kann man Resilienz wirklich stärken? Ja, Resilienz lässt sich stärken. Auch wenn Menschen unterschiedlich belastbar sind, ist psychische Widerstandskraft keine feste Eigenschaft. Wer an Selbstwahrnehmung, Selbstregulation, sozialer Verbundenheit und einer hilfreichen inneren Haltung arbeitet, kann seine Resilienz Schritt für Schritt stärken und im Alltag mehr innere Stabilität entwickeln. Wie kann ich meine Resilienz im Alltag stärken? Resilienz stärken gelingt oft über kleine, regelmäßige Schritte. Hilfreich sind ein tragfähiges soziales Netz, eine achtsame Selbstwahrnehmung, einfache Übungen zur Selbstregulation und eine bewusstere Ausrichtung auf positive Erfahrungen. Gerade im Alltag wirken oft die unspektakulären Dinge am stärksten – zum Beispiel Verbundenheit, Bewegung, bewusste Pausen, Dankbarkeit und ein freundlicherer Umgang mit sich selbst. Warum ist Selbstwahrnehmung wichtig, wenn ich meine Resilienz stärken will? Wer seine Resilienz stärken möchte, braucht einen guten Zugang zu sich selbst. Selbstwahrnehmung hilft dabei, Gedanken, Gefühle und körperliche Signale früher zu bemerken und bewusster darauf zu reagieren. Dadurch steigt die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren, statt von Stress oder innerer Unruhe überrollt zu werden. Genau das ist ein wichtiger Baustein psychischer Widerstandskraft. Wann ist Unterstützung sinnvoll, um die eigene Resilienz zu stärken? Unterstützung ist immer dann sinnvoll, wenn Sie merken, dass Sie sich im Kreis drehen, schnell überfordert sind oder nur schwer wieder in Ihre innere Stabilität finden. Resilienz stärken muss kein Alleingang sein. Psychologische Beratung kann helfen, persönliche Belastungsmuster besser zu verstehen, passende Strategien zu entwickeln und die eigene Widerstandskraft gezielt aufzubauen. Resilienz stärken - Unterstützung macht es einfacher Schwierige Zeiten gehören zum Leben – sie treffen jeden von uns. Doch indem wir in ruhigeren Phasen bewusst daran arbeiten und unsere Resilienz stärken , können wir uns besser auf herausfordernde Situationen und Krisen vorbereiten . Diese innere Widerstandskraft hilft uns, auch in anspruchsvollen Momenten gelassen zu bleiben und vertrauensvoll nach vorn zu schauen. Stellen Sie sich vor, wie viel Leichtigkeit und Ruhe in Ihrem Leben möglich wären, wenn Sie Ihre Resilienz stärken. Wäre es nicht wohltuend, Herausforderungen mit mehr Zuversicht zu begegnen und auf die Unterstützung Ihres sozialen Umfeldes bauen zu können? Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten. Vereinbaren Sie gleich heute ein kostenfreies Vorgespräch und entdecken Sie, wie Sie Ihre Resilienz stärken und damit Ihr Leben bereichern können. Vielleicht interessiert Sie auch: Teufelskreis der Depression: Die Abwärtsspirale verstehen Die 7 Säulen der Resilienz: Schlüssel zu mehr Balance Bewältigung von Krisen: Wege zurück ins innere Gleichgewicht Stress verstehen: Wissenswerte Fakten für wirkungsvolle Strategien gegen Stress www.soham-psychologische-beratung.de

  • Wege aus der Einsamkeit

    Sie sind nicht allein! Es gibt Wege aus der Einsamkeit! Wege aus der Einsamkeit - ist es das was Sie suchen? Vielleicht haben Sie gerade jetzt ein plötzliches Gefühl der Einsamkeit und Leere? Vielleicht haben Sie im Netz oder in Themenheften darüber gelesen? Vielleicht fragen Sie sich: Gibt es Wege aus der Einsamkeit? Wie Einsamkeit überwinden? Oder Sie überlegen: Kann man sich mit der Einsamkeit abfinden? Das Wichtigste gleich zu Beginn: Sie sind nicht allein und es gibt Wege aus der Einsamkeit! Einsamkeit in Deutschland? Gibt es die? Ein klares "ja!". Und das tatsächlich in allen Generationen hinweg. Einsamkeit betrifft Senioren die zuhause oder im Altenheimen leben, Frauen und Männer verschiedenen Alters und dies ist meiner Ansicht nach ein großes Warnsignal für unsere Gemeinschaft. Immer mehr Menschen in Deutschland fühlen sich einsam. Im Jahr 2017 fühlten sich 9,2 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen im Alter zwischen 45 und 84 einsam (Deutsches Zentrum für Altersfragen). Im Zeitraum von 2011 bis 2017 ist die Einsamkeitsquote in der genannten Altersklasse um 15 Prozent gestiegen. Probleme mit Einsamkeit haben bereits Teenager zwischen dem 11 und 17 Lebensjahr, was auch in dieser Alterskategorie durch Corona und die entsprechenden Beschränkungen noch einmal verschärft wurde und den Weg aus der Einsamkeit erschwert hat. Einsamkeit macht krank Wege aus der Einsamkeit zu finden ist wichtig, denn Einsamkeit macht krank. Wissenschaftliche Studien konnten belegen, dass insbesondere soziale Isolation das Auftreten und den Verlauf chronischer Erkrankungen ungünstig beeinflussen. So zeigen sich etwa Zusammenhänge für Bluthochdruck oder psychische Erkrankungen und Demenz oder ein geschwächtes Immunsystem. Meine Erfahrungen bestätigen dies ebenso. Einsamkeit erfährt oft eine Tabuisierung, ist nicht selten mit Scham, Trauer oder Enttäuschung verknüpft und kaum einer - von der Teilnahme an speziellen Gesprächsrunden abgesehen - spricht über diese Erfahrungen. Dabei hilft gerade die Ent-Tabuisierung Wege aus der Einsamkeit zu finden! Einsame Menschen schlafen schlechter, ernähren sich ungesünder, gehen weniger großen und kleinen Aktivitäten nach und bewegen sich insgesamt weniger. Einsame Personen haben Suizidgedanken und sterben früher. Einsamkeit ist keine psychische Störung im pathologischen Sinn, sie kann aber eine solche auslösen oder verstärken. Vertrauensvolle Beziehungen, positive Lebensumstände, Aktivitäten und persönliche Projekte tragen deutlich zur psychischen Stabilität bei, beeinflussen insgesamt das Wohlbefinden auf positive Weise und unterstützen langfristig ein erfülltes Leben. Wege aus der Einsamkeit: Schritt für Schritt zurück in Verbindung. Warum dieser Beitrag? Immer wieder ist Einsamkeit ein Thema in der psychologischen Beratung. Befreundet und vernetzt über Facbook, Youtube, Instagram und LinkedIn und doch sind viele schlicht allein oder fühlen sich einsam. Dieser Beitrag soll Ihnen helfen, Einsamkeit zu verstehen und Ihnen 3 Tipps für Wege aus der Einsamkeit anbieten: Wege aus der Einsamkeit: Einsamkeit vs Alleinsein Macht Einsamkeit krank? Welche Einsamkeit macht krank? Sich einsam fühlen Zusammenhang von psychischen Erkrankungen und Einsamkeit Wie entsteht chronische Einsamkeit? Welche Faktoren begünstigen emotionale Einsamkeit und Isolation? Typische Gedanken bei Einsamkeit Wege aus der Einsamkeit brauchen Strategien Wie Einsamkeit entsteht Wege aus der Einsamkeit: 3 Tipps Wege aus der Einsamkeit: Einsamkeit vs Alleinsein Einsamkeit wird oft mit Alleinsein verwechselt. Dabei gibt es da einen Unterschied, der im Verlauf des Beitrags deutlich werden wird. Grundsätzlich kann eine Person die Einsamkeit oder Zurückgezogenheit aktiv suchen, zum Beispiel in einem Kloster, um seine Persönlichkeit zu entwickeln und spirituell zu wachsen. Allein sein bedeutet nicht gleichzeitig auch einsam zu sein. Wer allein ist, sucht nicht zwangsläufig Wege aus der Einsamkeit. Die Angst vor Vereinsamung und Einsamkeit ist hier ein großer Faktor in Richtung Krankheit Macht Einsamkeit krank? Welche Einsamkeit macht krank? innere Leere das Gefühl überflüssig und ungeliebt zu sein sich allein gelassen fühlen sich schämen Trauer oder Verlust spüren - ohne das Gefühl unterstützt zu sein niemanden zu haben, der einen wertschätzt das Fehlen eines "Gesellen", dem man bedingungslos vertrauen kann Niemanden zu haben, mit dem man über wichtige Dinge sprechen kann keine wirklich bedeutsame Bezugsperson zu haben Sich einsam fühlen Einsamkeitsgefühle können auch auftreten, obwohl wir von Menschen umgeben sind, obwohl unser Leben von außen betrachtet nicht den Anschein von Einsamkeit vermitteln. So gibt es: Einsamkeit in der Ehe Einsamkeit, obwohl ein Netz an Freunden besteht Einsamkeit trotz Beruf (und guter Erfolge und Leistungen im Job) Einsamkeit, auch wenn Sie sympathisch gefunden werden, von vielen gemocht werden Einsamkeit ist keine Frage des Alters Einsamkeit trotz Mann, Frau, Familie, Kindern, Eltern, etc. Einsamkeit, auch wenn wir uns in Gesellschaft befinden (z.B. Vereine o.ä.) Zusammenhang von psychischen Erkrankungen und Einsamkeit Wie oben bereits ausgeführt, ist Einsamkeit keine psychische Störung. Allerdings kann Einsamkeit psychische Störungen auslösen oder verstärken. Zudem ist es ganz häufig so, dass psychisch Kranke oft einsam sind. Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir brauchen andere, nur so konnten wir überleben, wachen und nur so bleiben wir langfristig stark und mental gesund. So liegt das Gegenteil von Einsamkeit auf der Hand: das Eingebundensein in eine menschliche Gemeinschaft, in vertrauensvolle Beziehungen. All das trägt erheblich zu psychischer Stabilität bei und ggf. zur Gesundung. Ungeachtet dessen, ist es für das persönliche Wachstum und die Lebensfreude wichtig ein stabiles Umfeld zu haben. Damit meine ich nicht ein endlose Liste an Freunden, sondern wenige, wirklich tiefe und verlässliche Verbindungen. Wie entsteht chronische Einsamkeit? Momentane, vorübergehende Einsamkeit Der erste Schritt ist häufig nur ein kurzes Gefühl der Einsamkeit. Zum Beispiel aufgrund von äußeren Umständen wie ein Umzug in eine andere Stadt, ein Todesfall, eine Trennung, eine negative Erfahrung oder ein persönliche Krise. Ausgelöst durch ein solches Ereignis, können wir von dem Kontakt zu vertrauten Personen abgeschnitten sein, oder bewusst einen Rückzug herbeigeführt haben (Scham, Trauer, Enttäuschung). Diese Phase ist absolut nicht problematisch. Ganz im Gegenteil. Der Rückzug ist im ersten Schritt Selbstfürsorge. Er hilft sich zu sortieren, sich neu auszurichten, Dinge zu "verdauen" oder einfach nur mal zur Ruhe zu kommen. Es ist eine Phase die die Veränderung im Leben einläutet. Langsamer Rückzug - das Warnsignal Die Einsamkeit wird zu unserem dauernden Begleiter. Bedingt durch den temporären Rückzug nimmt die Fähigkeit uns mit anderen zu unterhalten stetig ab, wir werden träge im sozialen Umgang und verlieren die Lust an Aktivitäten oder generell in Kontakt zu treten. Chronische Einsamkeit - was Einsamkeit aus Menschen macht Die chronische Einsamkeit ist wie eine Spirale mit sich gegenseitig bedingenden Faktoren. Wenn die Einsamkeitsgefühle über Monate (oder gar Jahre) andauern versteinern wir innerlich und äußerliche. Wir werden immer unsicherer im Umgang mit anderen, wir "verlernen" regelrecht in Kontakt zu treten und diesen aufrecht zu erhalten. Es fällt uns zunehmend schwer Anerkennung anzunehmen und zu geben. Andere wissen nicht, was sie mit uns anfangen sollen. Wir sind wortkarg bis hin zu unfreundlich. Wir fühlen uns unattraktiv und abgelehnt und verlieren zunehmend das Vertrauen in unsere Fähigkeiten. Wir ziehen uns immer weiter zurück, kapseln uns ab und werden immer noch weiter abweisender und gereizter. Welche Faktoren begünstigen emotionale Einsamkeit und Isolation? Es gibt innere Ursachen und äußere Faktoren -> Auslöser Schwierigkeiten beim Aufbau und der Aufrechterhaltung zwischenmenschlicher Beziehungen Umzüge und hohe berufliche Mobilität Trennung/Scheidung Verlust eines Partners oder einer anderen bedeutenden Person durch Tod Fokussierung auf berufliche Projekte und beruflichen Erfolg - oft verbunden mit hoher Leistungserwartung Smartphones, Google/Netz, soziale Medien, Youtube, WhatsApp, etc. Berufstätige Eltern haben wenig Zeit soziale Kommunikation und Interaktion mit ihren Kindern zu trainieren und ihnen die Bedeutung entsprechend zu vermitteln Rückgang von Ehrenamt und Vereinstätigkeiten mangelnde Selbstliebe ("wenn ich mich selbst nicht liebe, warum sollen es die anderen tun?") Vorurtele und Stigmatisierung, z.B. bei behinderten, psychisch Kranken oder Außenseitern Gene und das Lernen von Bezugspersonen Etwas 50 Prozent der Neigung zur Einsamkeit sind angeboren, etwa weitere 50 Prozent sind erworben - also erlernt. Wobei dieser Fakt noch nicht zwangsläufig zu Einsamkeit führt. Die angeborene Vulnerabilität allerdings kann bestimmte einsam machende Denk- und Verhaltensweisen verstärken. Wege aus der Einsamkeit TIPP aus der Praxis: + Gemeinsam mit einem psychologischen Berater oder Therapeut können Sie als Betroffener lernen, verstärkenden und auslösende Faktoren zu identifizieren und diese dann sukzessive zu vermeiden. + Das Erlernen und Auffrischen von sozialen Fertigkeiten kann ebenfalls ein Thema von Therapie und Beratung sein und kann schrittweise Sicherheit (zurück) bringen. + Gesprächsgruppen, Gesprächsrunden, Veranstaltungen im Altenheim oder z.B. im Rahmen des Weltseniorentages (-> viele Veranstaltungen dieser Art sind kostenfrei) Persönlichkeit Es ist umstritten, ob die Neigung zu Einsamkeit als Persönlichkeitsmerkmal aufgefasst werden kann. Betroffene weisen aber häufig charakteristische Gemeinsamkeiten auf: Misstrauen, Zynismus, Aggressivität gegenüber Mitmenschen negative Selbstbewertung und Erwartung von Zurückweisung durch andere Schüchternheit, Pessimismus verminderter Selbstwert Unbeholfenheit in sozialen Situationen, was dann wieder rum dazu führt, dass andere sie genervt zurückweisen Wege aus der Einsamkeit TIPP aus der Praxis: + Wahrnehmung und Wirkung des Verhaltens gezielt hinterfragen und überprüfen + Arbeit am Selbstwertgefühl + Arbeit an Selbstreflexion, Selbsterkenntnis und Persönlichkeit + Maßnahmen und Etappenziele für mehr Verbundenheit und Zugehörigkeit mit anderen Menschen zu schaffen Begleitende Kognition Einsamkeit als eine Folge der negativen Deutung des Alleinseins ist oft eine Kombination mit mit Übersensibilität für soziale Beziehungen Der kognitive Fokus ist oft auf den negativen Aspekten, während positive Aspekte ausgeblendet werden. So sehnt sich der Single oft nach einer Beziehung mit einem Menschen, einem gemeinsamen Leben in Zweisamkeit. Vergessen wird dabei recht häufig, dass das allein leben auch Freiheiten und Selbstbestimmung bringt, die in einer Paarbeziehung häufig Kompromisse erfordern. Wege aus der Einsamkeit TIPP aus der Praxis: + Abgleich dysfunktionale Kognition mit Realität und entsprechende Anpassung -> positives Interagieren mit anderen ist möglich + Re-Framing: Alleinsein als Chance auf Entwicklung und Wachstumsmöglichkeit Umfeld Das Umfeld ist ebenfalls von Bedeutung. So haben einsame Menschen häufig mit einsamen Menschen zu tun. Wenn ein "nicht-einsamer-Mensch" hingegen mit einem einsamen Menschen zusammentrifft, so wird er oft selbst einsamer. Wege aus der Einsamkeit TIPP aus der Praxis: + "Lernen am Modell": Nehmen Sie sich "nicht-einsame-Menschen" als Vorbild und schauen Sie sich ab, wie es gehen kann Äußere Hindernisse und Beschränkungen Räumliche Abgeschiedenheit, mangelnde Mobilität und Krankheiten können große Hindernisse darstellen. Wege aus der Einsamkeit TIPP aus der Praxis: + Notfalls hilft ein Umzug in eine verkehrsgünstigere Lage + Moderne Technologien (Smartphones, Google, etc.) haben seit Corona die soziale Interaktion deutlich verbessert. Der Anfang mag beschwerlich sein, aber es ist möglich und leichter als Sie denken. Typische Gedanken bei Einsamkeit Im Folgenden habe ich einige typische Gedanken zusammengetragen. Die Liste ist weder vollständig noch muss sie für Sie zutreffend sein. Mir begegnen diese Aussagen häufig in der Praxis. Ihnen soll diese Liste zeigen, dass Ihre Gedanken nicht ungewöhnlich oder schräg sind: "niemand interessiert sich für mich" "ich bin langweilig und für Andere uninteressant" "alles ist sinnlos und leer" "alle genießen das Leben und ich bin hier ganz allein" "niemand versteht mich" "ich empfinde große Scham für meine Einsamkeit" "einsame Menschen sind unfähig/kaputt/langweilig..." "ich bin falsch und keiner will etwas mit mir zu tun haben" Wege aus der Einsamkeit brauchen Strategien überprüfen Sie Ihre Gedanken über andere und soziale Beziehungen üben Sie positive Gedanken und Verhaltensweisen arbeiten Sie an Ihren sozialen Fertigkeiten, an Ihren sozialen Ängsten und Ihrem Selbstwert schaffen Sie sich schrittweise die Voraussetzungen für Kontakte und Begegnungen - VHS-Kurse, Vereine, Projekte, Fortbildungen, Ehrenamt, Freizeitaktivitäten wie Wanderungen o.ä. holen Sie sich Hilfe - Sie müssen da nicht allein durch! Wie Einsamkeit entsteht Wenn Sie gerade Wege aus der Einsamkeit suchen, sind Sie vielleicht auch verwundert: Wieso fühlen sich manche Menschen oft oder ständig einsam und andere hingegen nie? Der Grund wird im Zusammenspiel von inneren Ursachen und äußeren Auslösern gesehen. Innere Ursachen Unter inneren Ursachen werden Überzeugungen und Einstellungen subsummiert, die Einsamkeit begünstigen. Typisch hierfür sind beispielsweise folgende Überzeugungen: "Ich brauche einen Partner um glücklich zu sein" "Alleine machen viele Dinge einfach keinen Spaß!" "Wenn mich jemand nicht mag, dann ist mit mir irgendwas falsch!" "Das Leben ist sinnlos ohne Partner und Freunde" Äußere Auslöser Mögliche äußere Auslöser können zum Beispiel sein: Trennung/Verlust von einem Partner Kinder verlassen das Haus Remote Arbeit verhindert soziale Interaktion im Büro mit Kollegen Extreme Schüchternheit, niedriger Selbstwert Perfektionismus: hohe Erwartungen an sich und andere Wenn innere Ursachen und äußere Auslöser zusammen kommen kann es zu einem Gefühl der Einsamkeit kommen. Demzufolge gibt es auch zwei Möglichkeiten auf dem Wege aus der Einsamkeit: arbeiten an der inneren Einstellung, oder die äußeren Umstände aktiv beeinflussen, dass Sie sich nicht mehr einsam fühlen -> eine Kombination aus beidem, weil die Methoden sich gegenseitig unterstützen und eine Kombination am nachhaltigsten und stabilsten ist, wäre die beste Vorgehensweise. Auch hier gilt: Sich Hilfe von außen holen ist keine Schande. Ganz im Gegenteil! Aktiv Strategien gegen die Einsamkeit zu entwickeln gibt Ihnen Kraft und langfristig eine perspektive aus dem beklemmenden Gefühl des einsam seins. Wege aus der Einsamkeit 3 Tipps: Wege aus der Einsamkeit 1. Tipp - Was denke ich eigentlich? Akzeptanz ist fast immer der erste Schritt in Richtung nachhaltiger Veränderung. Daher gilt: Akzeptieren Sie erstmal, dass Sie im Moment einsam sind. Akzeptieren heißt nicht, sich Ihrem Schicksal ergeben, Sie arbeiten dran und es wird besser werden. Wege aus der Einsamkeit: Schreiben schafft Klarheit. Um Wege aus der Einsamkeit und Strategien gegen Ihre Einsamkeit zu finden, ist es zunächst hilfreich herauszufinden, woher die Einsamkeit kommt und was im Moment der Einsamkeit in Ihrem Kopf vorgeht. Für die Übung ist es unbedingt wichtig, dass Sie schriftlich arbeiten. Zum einen schafft das Klarheit, zum anderen hören dadurch die Gedanken auf zu kreisen. Nehmen Sie Zettel und Stift und reflektieren Sie Ihre Gedanken - notieren Sie im Moment der Einsamkeit die Antwort auf: "Welche Gedanken denke ich, wenn ich mich einsam fühle" Welche Gedanken haben Sie aufgeschrieben? Woher kennen Sie diese Gedanken? Gibt es einen bestimmten Auslöser damit sie genau das denken? Wie könnten andere, funktionalere Gedanken lauten? Wege aus der Einsamkeit 2. Tipp - Mit mir selbst verbunden sein Bevor Sie sich mit anderen wirklich und echt Verbindung herstellen können, ist es unumgänglich sich mit sich selbst verbunden zu fühlen. Das Gefühl der Einsamkeit entsteht in uns selbst. Niemand anders ist verantwortlich, wenn wenn sie sich einsam fühlen. Sie allein haben hier die Verantwortung und damit auch die große Chance für sich selbst Wege aus aus der Einsamkeit zu finden. Yoga Durch Meditation und Yoga gelingt es sehr gut, die Verbindung zu sich wieder aufzunehmen und zu intensivieren. Yoga verbindet Bewegung mit Atmung. Schult die Achtsamkeit und bringt uns in den aktuellen Moment. Wir erleben durch Yoga unseren Körper und seine Bewegungen bewusst und regulieren gleichzeitig Hormone, Stress und bringen unsere Gedanken zur Ruhe. Yoga ist für jeden Körper geeignet. Sie müssen nicht sportlich oder ehrgeizig sein. Die Yoga-Übungen passen sich Ihrem Körper an und alle Leistungsgedanken können in den Hintergrund treten. Anmerkung: Wenn Sie sich ein kleines Yoga-Studio suchen, dann kommen Sie ganz langsam mit anderen Menschen in Kontakt und haben darüber die Möglichkeit erste Wege aus der Einsamkeit zu gehen. Wege aus der Einsamkeit Tipp aus der Praxis: Meditationsübung für Einsteiger Setzen Sie sich aufrecht im Schneidersitz oder auf einen Stuhl Die Schultern sind entspannt, der Rücken gerade Ihr Kopf ist wie an einer gedachten Schnur von der Krone des Kopfes zum Himmel aufgerichtet Die Arme ruhen entspannt auf den Oberschenkeln Bringen Sie die Aufmerksamkeit in den Bauchraum Atmen Sie in den Bauch und verfolgen Sie, wie sich die Bauchdecke dabei sanft nach außen wölbt Halten Sie den Atem kurz an, ohne sich zu verspannen oder zu verkrampfen Atmen Sie dann langsam und vollständig aus, wobei sie verfolgen, wie die Bauchdecke bei der Ausatmung nach innen sinkt Achten Sie auf die Atempause am Ende der Ausatmung Beginnen Sie von vorne Wiederholen Sie den Vorgang mehrere Male und üben Sie regelmäßig. Wenn es am Anfang nicht klappt, dann ist das ganz normal. Mit jeder Übung wird es besser und es wird Ihnen immer leichter fallen. ** Meditation und Yoga ist nie als Wettbewerb zu verstehen ** lassen Sie sich Zeit und runden Sie Ihre Übungen mit einem kleinen Moment der Stille ab ** Wege aus der Einsamkeit 3. Tipp - Tiefe Verbindungen zu anderen Menschen aufbauen Vielleicht kennen Sie das Gefühl, Sie sind in einer Gruppe von Menschen oder sogar wegen Ihrer Arbeit ständig von Personen umgeben. Trotzdem fühlen sie sich einsam und getrennt von den anderen. Wieso ist das so? Es geht nicht darum, wie viele Menschen wir treffen, sondern wie tief die Beziehungen zu diesen sind und welche Verbindung wir zum anderen haben. Daher empfehle ich oft sich darauf zu konzentrieren echte und tiefe Verbindungen zu anderen aufzubauen. Sie können dies erreichen, indem Sie sich anderen öffnen und Ihre Verletzlichkeit zeigen. Das Leben ist keine Wettbewerb, es läuft nicht immer alles rund. Wir haben alle unsere Hürden und Herausforderungen im Leben. Das hatten schon die Generationen vor uns. Enttäuschung kann zum Alter gehören - Scham oder Tabuisierung nicht. Gehen Sie auf Menschen zu und zeigen Sie sich so wie Sie sind. Sie sind ok! Erlauben Sie sich Ihre Verletzlichkeit zu zeigen, auch wenn die Gefahr der Zurückweisung oder Enttäuschung besteht. Wege aus der Einsamkeit 3. Tipp - Tiefe Verbindungen zu anderen Menschen aufbauen ** Smaltalk ade: Erzählen Sie von sich. Fragen Sie Ihren Gegenüber, wenn Sie etwas wirklich interessiert. Jeder erzählt gern von sich. ** Erzählen Sie von sich selbst: öffnen Sie sich für andere. Zeigen Sie sich echt und ungekünstelt ** Lernen Sie richtig zu zuhören und stellen Sie Fragen um den anderen noch besser zu verstehen Häufige Fragen: Wege aus der Einsamkeit Welche Wege aus der Einsamkeit gibt es wirklich? Wege aus der Einsamkeit beginnen oft nicht mit einem großen Umbruch, sondern mit kleinen, bewussten Schritten. Hilfreich ist es, die eigenen Gedanken über Einsamkeit zu reflektieren, die Verbindung zu sich selbst zu stärken und nach und nach echte, tiefere Beziehungen aufzubauen. Besonders wirksam ist meist eine Kombination aus innerer Veränderung und konkreten Schritten im Außen. Was ist der Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein? Alleinsein bedeutet nicht automatisch Einsamkeit. Manche Menschen sind gern allein und erleben diese Zeit als stärkend, ruhig oder klärend. Einsamkeit entsteht eher dann, wenn das Gefühl von Leere, fehlender Verbundenheit oder mangelnder emotionaler Nähe dazukommt. Wer Wege aus der Einsamkeit sucht, sollte diesen Unterschied kennen. Kann Einsamkeit krank machen? Ja, anhaltende Einsamkeit kann sich negativ auf die psychische und körperliche Gesundheit auswirken. Sie kann unter anderem Schlafprobleme, Rückzug, depressive Verstimmungen, inneren Stress und das Gefühl von Hoffnungslosigkeit verstärken. Deshalb ist es wichtig, Einsamkeit ernst zu nehmen und sich aktiv um Wege aus der Einsamkeit zu bemühen. Warum fühle ich mich einsam, obwohl ich von Menschen umgeben bin? Einsamkeit hängt nicht nur davon ab, wie viele Kontakte ein Mensch hat, sondern vor allem davon, wie tief und bedeutsam diese Beziehungen sind. Man kann sich auch in einer Partnerschaft, im Beruf oder in Gesellschaft einsam fühlen, wenn echte Nähe, Vertrauen und emotionale Verbundenheit fehlen. Wege aus der Einsamkeit führen deshalb oft über mehr Authentizität und tiefere Verbindungen. Wie finde ich erste Wege aus der Einsamkeit im Alltag? Ein guter erster Schritt ist, die Einsamkeit nicht wegzudrücken, sondern bewusst anzuerkennen. Danach kann es helfen, typische Gedanken schriftlich zu reflektieren, die Verbindung zu sich selbst durch Achtsamkeit, Meditation oder Yoga zu stärken und sich schrittweise wieder für echte Begegnungen zu öffnen. Auch psychologische Beratung kann unterstützen, innere und äußere Auslöser besser zu verstehen und individuelle Wege aus der Einsamkeit zu entwickeln. Wege aus der Einsamkeit - zum Abschluss Fühlen Sie sich einsam und leer. Suchen Sie Wege aus der Einsamkeit? Überlegen Sie vielleicht gerade, wie Sie Ihre ganz persönlichen inneren und äußeren Auslöser für Ihre Situation finden und bearbeiten können? Einsamkeit kann Ihr Lebensgefühl dramatisch einschränken. Sie kann sich chronifizieren, krank machen und reduziert nachweislich die Lebenserwartung. Die Arbeit an den Ursachen für Ihre Einsamkeit kann kurzfristig kleine Schritte in die richtige Richtung ermöglichen. Für weitere Impulse oder Unterstützung ist psychologische Beratung online hilfreich. Sie müssen da nicht allein durch! Lassen Sie uns gemeinsam für Sie Wege aus der Einsamkeit suchen. Vielleicht interessiert Sie auch: Die 5 Sprachen der Liebe: Ihr Wegweiser für eine erfüllte Partnerschaft Emotionsregulation: Wenn Emotionen Sie ausbremsen Gefühle verstehen – und schwierige Emotionen als Kraftquelle nutzen Quellen & Inspirationen: https://www.aerzteblatt.de/archiv/208203/Gesellschaft-Einsamkeit-nimmt-zu Kinnert, D. (2021). Die neue Einsamkeit. Gesundheitswesen, 83 774-776 Krämerer, A. (2009). Psychotherapeutische Schätze. 2. 125 weitere praktische Übungen, Methoden und Herausforderungen. S. Fliegel (Ed.) Dgvt-Verlag www.soham-psychologische-beratung.de

  • Schattenarbeit: Die Arbeit mit unliebsamen Anteilen

    Schattenarbeit: Wachstum durch Integration unserer dunklen Seiten Schattenarbeit ist in der psychologischen Praxis oft sehr befreiend, obgleich manche Klienten diese inneren Anteile lieber gern im Verborgenen lassen würden. Eine Auseinandersetzung mit inneren Anteilen im Rahmen der Schattenarbeit ist emotional, erfordert viel Mut und Offenheit. Ist es doch viel einfacher, unliebsame Eigenschaften und Charakterzüge an anderen Menschen zu kritisieren, zu verurteilen und zu bekämpfen, als im Coaching nach innen zu schauen. Gerade in der Persönlichkeitsentwicklung spielt diese ehrliche Innenschau eine zentrale Rolle. Häufig sind Schattenthemen mit viel Angst, Scham und Schuld verbunden. Darum wird es in dem folgenden Beitrag gehen: Was ist Schattenarbeit? Wie Schattenanteile entstehen Wie Schatten erkannt werden können Schattenarbeit: Warum sich dieser Prozess lohnt Schattenarbeit selber machen Schattenarbeit: Ein Fallbeispiel aus dem systemischen Coaching Schattenarbeit: Unsere inneren Anteile wirken oft gleichzeitig – sichtbar sind meist nur die, mit denen wir uns zeigen. 1. Was ist Schattenarbeit? Unsere Schatten sind unsere unbewussten Anteile, die Aspekte unserer Persönlichkeit, die wir ablehnen, verbergen oder nicht akzeptieren wollen. Also das, was wir als etwas "Negatives" betrachten. Durch das permanente Verbergen der Schatten-Seiten finden in unserem unbewussten ständige Kämpfe statt. Diese Kämpfe kosten Lebensenergie, beeinträchtigen den Selbstwert und im schlimmsten Fall führen Sie zu starken psychischen Problemen, wie zum Beispiel Depressionen oder Angststörungen. Schattenanteile können aber auch Merkmale sein, die wir an anderen bewundern (dazu bei den "goldenen Schatten" mehr), oder um die wir sie beneiden. Ebenso können es auch Aspekte sein, die wir brach liegen lassen, um dem Neid der anderen zu entgehen. 2. Wie Schattenanteile entstehen Die Schatten sind kindliche (unbeholfene) Anteile in uns. Sie entstehen in der Zeit, in der wir besonders geprägt werden. Als Kinder lernen wir über Kritik oder Abwertungen von uns wichtigen Menschen - in vielen Fällen die Eltern - das ein bestimmtes Verhalten, eine Denkweise, Bedürfnisse oder sogar Talente nicht OK sind. Weil wir unseren Eltern/Bezugspersonen bedingungslos lieben kommen wir nicht auf die Idee, dass mit uns alles richtig ist, sondern wir beginnen eben die Verhaltensweisen, Bedürfnisse und Denkweisen abzulehnen. Niemals würden wir das Urteil unserer Eltern anzweifeln. Also beginnen wir uns anzuzweifeln. Wenn wir uns unsere Persönlichkeit als ein Haus vorstellen, dann tragen wir also die Schatten in den Keller. Die Wut, die Angst, die Verzweiflung, die Trauer, die Lust liegt nun also versteckt im Keller und wird vergessen. Darüber entsteht das von außen und innen sichtbare Haus. Doch nur, weil wir die Anteile im Keller eingesperrt haben, sind sie nicht weg. Sie sind da und bleiben. Sie wirken im Untergrund, ohne das wir das wirklich erkennen (können/wollen). 3. Wie Schatten erkannt werden können Schattenthemen können wir daran erkennen, dass wir auf manche Menschen, deren Verhalten, einige ihrer Charaktereigenschaften oder ihre Art zu denken äußerst aversiv/aggressiv reagieren. Wir lehnen den ganzen Menschen ab und differenzieren nicht dass es nur ein Teil von ihm ist. Und wir kommen schon gar nicht auf die Idee, dass es etwas mit uns zu tun hat. Was erlaubt der sich? Wie kann man nur so sein? Was denkt der denn, wer er ist? Wie kann man nur so egoistisch sein? Der ist ja völlig daneben! Auf der anderen Seite ist es auch möglich, dass wir uns vergleichen und uns in Gegenwart von eben diesen Menschen klein, unbedeutend und dumm fühlen. Mögliche Schattenarbeit Fragen können sein: Was genau triggert diese Person gerade in mir? Was hätte ich selbst gerne gelebt, mich aber nicht getraut? Man muss nicht mit jedem Menschen zurecht kommen. Zugleich gibt es Unterschiede zwischen "jemanden verachten und abgrundtief hassen" einfach weil er ist, wie er ist und "jemanden nicht sonderlich mögen". Wenn wir also feststellen, dass ein Mensch uns aus unserer Mitte bring, weil er sagt, was er sagt, weil er nur durch sein sein unser Inneres zum brodeln bringt, dann können wir sicher sein, dass wir hier auf eine Schatten gestoßen sind. Es ermöglicht Wachstum, wenn wir den Mut fassen hinzuschauen und uns mit dieser Seite in uns auseinandersetzten. Weitere Indizien können u.a. sein: Sie verzeihen zu leicht Sie haben sich verändert, um einer anderen Person zu gefallen Sie leugnen Ihre Bedürfnisse und Wünsche Sie erleben schwierige Gefühle oder Anfälle von Wut oder Lust zu unvorhersehbaren oder unangemessenen Zeiten Sie stecken stark in Mustern fest Sie haben das Gefühl keinen Mehrwert für die Welt zu leisten 4. Schattenarbeit: Warum sich dieser Prozess lohnt Auch wenn es viel Mut braucht, sich seinen Schatten-Seiten zu stellen, bringt der Prozess mit unliebsamen Persönlichkeitsanteilen viel Klarheit, macht souveräner, freier, kreativer, kraftvoller und setzt gebunden Lebensenergie frei. Im Alltag, im Job und in unseren Beziehungen werden wir gelassener, weicher und toleranter. Wir gewinnen an Selbstwert und kommen in die Selbstliebe. Man könnte auch sagen, dass wir als Persönlichkeit reifen und emotional solider werden. "Bis Sie das Unbewusste bewusst machen, wird es Ihr Leben lenken und Sie werden es Schicksal nennen." (Carl Gustav Jung) 5. Schattenarbeit selber machen Psychologische Beratung online oder Therapie sind der geeignete Rahmen für Schattenarbeit, also innere Schatten-Seiten zu suchen und zu bearbeiten. Sie können aber natürlich auch einmal selbst auf Entdeckungsreise gehen und mit dem 3 - 2 - 1 Prozess nach Ken Wilber explorieren, wie Sie selbst Ihre Schatten integrieren können. 3 - 2 - 1 Prozess nach Ken Wilber (laut ausgesprochener Dialog) 3 - sich damit konfrontieren: Bennen Sie, was Sie triggert. Beschreiben Sie es in der 3. Person "Er/Sie/Es hat X gemach, ich finde..." 2 - damit sprechen: Beginnen Sie einen Dialog in der 2. Person "Du hast X gemacht, ich finde..." Fragen Sie weiter nach: Wo siehst du die Probleme/Lösungen und warum. Fragen Sie, was Ihnen in den Sinn kommt. Seine Sie offen und lassen Sie Ihren Verstand möglichst außen vor. 1 - es sein: PERSPEKTIVWECHSEL Wechseln Sie in die 1. Person - ICH "Ich habe X gemacht, weil... ich fühle mich..." Antworten Sie aus der anderen Perspektive, führen Sie aus, wie sich die Situation jetzt darstellt. Spüren, fühlen, denken Sie wie diese Person, schlüpfen Sie vollständig in sie hinein. 0 - Stille Spüren Sie Ihre Abwehr, Faszination, was immer gerade vielleicht hoch kommt. Nehmen Sie an, integrieren Sie, was Sie bisher abgelehnt haben bewusst in sich. Werden Sie still und lassen eventuell aufkommende Wellen durch sich hindurch fließen, bis es klar und ruhig wird. 6. Schattenarbeit: Ein Fallbeispiel aus dem systemischen Coaching Schattenarbeit: Was im Verborgenen wirkt, zeigt sich oft genau dort, wo uns etwas unerwartet stark berührt oder triggert. Henriette (Name geändert), eine Frau Ende vierzig kommt zur verabredeten psychologischen Beratung online in den Zoom-Raum. Sie berichtet von einer Fortbildung, die sie in den letzten Tagen besucht hat. Sie ist ganz begeistert von dem Trainier, dem Thema und der Gruppe. Die Dynamik ist super und die Lernatmosphäre ganz ausgezeichnet. Dann verfinstert sich ihr Blick und sie wird still. Nach einer Pause beginnt sie wieder zu sprechen. Weniger fröhlich, mehr mit einem bitteren Tonfall. Sie berichtet von einer Teilnehmerin. Wir nennen sie Eva. Eva hat sie, wie die anderen Teilnehmer auch, erst zu Beginn des Kurses kennengelernt. Eva sitzt neben ihr und egal was Eva sagt oder tut, Henriette könnte "explodieren". "Eva hat zu allem was zu sagen. Sie kennt alles, weiß alles und überhaupt denkt sie, sie ist die Tollste!". "Eine furchtbar unangenehme Person. Ich bekomme zu viel, wenn ich sie nur anschaue!". Die Art, wie sie ihre Reaktion auf Eva beschreibt und ihre drastische Wortwahl von Henriette lassen mich vermuten, dass wir hier auf einen Schatten gestoßen sind. In der psychologischen Beratung ist es oft so, dass wir aktuelle Themen aufgreifen und bearbeiten. Dieses Vorgehen hat sich bewährt, weil sich Themen im Leben wiederholen. Bearbeiten wir ein aktuelles Thema so wirkt die Bearbeitung ganzheitlich, schafft Klarheit und Integration "alter Themen". Ich schlage Henriette also vor, dass wir uns das "Thema mit Eva" heute mal genauer anschauen. Sie ist einverstanden und ich starte mit der Psychoedukation. Ich erkläre Henriette die Schattenarbeit: Was ist Schattenarbeit? Wie entstehen Schatten? Wie wirken Schatten? Wieso ist es wichtig Schattenanteile zu integrieren? Als systemischer Berater und Coach arbeite ich sehr gern mit dem Systembrett. Wir stellen also Henriette und Eva auf dem Holzbrett auf. Über die Präsentationskamera hat Henriette jetzt den Blick auf das Brett und wählt sich zwei Figuren auf. Ich stelle diese sich gegenüber auf dem Systembrett auf. Nach einem Moment der Stille und Sammlung konzentrieren wir uns nun beide auf die zwei Figuren, die sich gegenüber stehen. Ich bitte Henriette auszusprechen, was in ihr vorgeht und dabei direkt mit Eva zu sprechen. Sie sagt Eva, wie unmöglich sie sie findet. Wie sie explodieren könnte, wenn Eva nur den Mund aufmacht. Wie sehr sie genervt ist und wie unangenehm es ihr ist, mit Eva zu sprechen. "Ich kann dich einfach nicht leiden!" Dann verstummt Henriette. Ich frage nach. Henriette antwortet nach einer Pause: "Ich habe eben festgestellt, dass ich Eva nicht mal in die Augen sehen kann, so blöd finde ich sie. Gleichzeitig ist mir aber auch aufgefallen, dass das völlig unsinnig ist. Die Frau hat mir nichts getan, ich kenne sie ja gar nicht und habe sie vor drei Tagen das erste Mal gesehen". Ich frage Henriette, wie sie sich fühlt. Sie lauscht in sich hinein beschreibt eine Enge in der Brust. Auf meine Nachfrage nach Farbe und Gewicht des Gefühls beschreibt sie es als schwer und dunkel. Es fühlt sich traurig an. Ich stelle eine weitere Figur auf das Systembrett. Direkt hinter Eva. Eva schiebe ich an die Seite, sodass sich die neue Figur und Henriette auf dem Systembrett gegenüber stehen. Dann frage ich Henriette, ob sie sich an dieses Gefühl im Zusammenhang mit ihrem Vater erinnern kann. Ob sie spontan einen Impuls hat, was das mit ihr und ihrem Vater zutun haben könnte. Sie zuckt mit den Schultern. Es vergehen einige Minuten in denen Henriette in Gedanken verloren zu sein erscheint. Dann beginnt sie zu sprechen. "Ich liebe meinen Vater, aber mir ist gerade eingefallen, dass er mich nie, wirklich nie gelobt hat. Er war ganz selten böse, aber er hat nie gesagt, dass ich was gut gemacht habe oder, dass er stolz auf mich ist. Er hat damals, als ich aufs Gymnasium gekommen bin nur gesagt er könne mir jetzt nicht mehr helfen. Er habe nur Hauptschule." Die Tränen steigen in Henriettes Augen und sie atmet schwer. Ich fordere Henriette jetzt zu einem Dialog mit ihrem Vater auf. Sie solle ihm sagen, was ihr jetzt dazu einfällt. Zunächst zaghaft, dann stärker beginnt sie zu sprechen: "Papa, ich liebe dich. Aber ich wünschte, du hättest mir nur ein einziges mal gesagt, dass ich ein tolles Mädchen bin. Dass ich das super gemacht habe und dass du stolz auf mich bist. Du hast selten geschimpft, aber du hast mich nie, wirklich nie gelobt. Als sie stockt biete ich ihr an folgendes zu sagen: "Papa, das macht mich sehr traurig. Ich bin doch ein toller Mensch war immer so fleißig und habe so viel geschafft. Aber du hast mich nie gelobt und mir gesagt, wie toll ich alles hinbekommen habe. Überhaupt, hast du mir nie gesagt, was ich für ein toller Mensch bin, wie witzig, liebevoll und warmherzig ich bin, wie gern du mich hast". Sie wiederholt den Satz (weil er für sie stimmig ist) und schluchzt. In meiner systemischen Arbeit mit den Klienten übernehme ich die Rolle des Gegenübers. Daher spreche ich nun als ihr Vater: "Henriette, ich bin so traurig das von dir zu hören. Es war mir nicht bewusst, dass ich dir nie gesagt habe, was du für ein wundervolles Mädchen bist. Du bist mein Mädchen. Du bist so klug, so mutig und stark. Du bist so schön und so eine tolle Frau geworden. Ich bin unglaublich stolz auf dich! Ich hätte mir keine andere Tochter wünschen können. Bitte verzeih mir, dass ich dir das nie gesagt habe. Ich wusste es nicht besser. Ich habe gelernt, dass nicht geschimpft Lob genug ist. Das war nicht richtig, aber ich wusste es nicht besser. Bitte verzeih mir." Während ich für ihren Vater spreche, weint Henriette. Nach einer Pause frage ich sie, wie sie sich fühlt. Sie sei traurig und gleichzeitig spürt sie viel Liebe und Mitgefühl für ihren Vater. Sie könne es ihm verzeihen. Die Enge in der Brust hat etwas nachgelassen und die schwere des Gefühls sei nicht mehr so markant. Im nächsten Schritt biete ich Henriette wieder Sätze an, die sie nur an ihren Vater adressieren soll, wenn sie sich für sie stimmig anfühlen. "Papa, ich verzeihe dir. Ich bin zwar traurig, aber ich spüre, wie leid es dir tut. Wie berührt du bist, dass ich das so empfinde. Und es tut unendlich gut zu hören, dass du stolz auf mich bist und du doch gesehen hast, dass ich so viele tolle Sachen im meinem Leben geschafft habe." Der Vater (ich) antwortet: "Ja Henriette, du bist wirklich ein ganz besonderer Mensch und ich liebe dich von ganzem Herzen. Ich wünsche mir, dass du dein Leben so gestaltest wie es für dich gut ist. Das du dir vertraust und deine Kraft und deinen Mut immer spürst. Ich wünsche mir, dass du glücklich bist und immer daran denkst, wie stolz ich bin eine so wundervoller Tochter zu haben. Vergiss nie, wie sehr ich dich liebe." Nach einer längeren Stille frage ich Henriette, wie sie sich nun fühlt. Sie sei ruhig und geschafft. Sie sei müde, aber es gäbe da in ihr ein Gefühl von Zufriedenheit und Wärme. Dann stelle ich die Holzfigur Eva wieder Henriette gegenüber auf dem Brett. Schiebe die Figur des Vaters zur Seite und bitte Henriette wieder an Eva zu denken. Henriette schweigt einen Moment und sagt dann, dass der Gedanke an Eva, und die Vorstellung mit ihr morgen wieder im Kurs zu sein, "grad irgendwie anders ist". Sie könne es schwer beschreiben, aber es sei anders als vorher. Damit beende ich die Aufstellung und wir beenden nach einer Nachbesprechung unseren heutigen Termin. Wir vereinbaren, dass Henriette nach dem morgigen Seminartag eine Mail schreibt und mir von ihrer Begegnung mit Eva berichtet. Als die Mail am nächsten Abend eintrifft kann ich Henriettes Freude und Erstaunen deutlich lesen. Sie sei den ganzen Tag mit Eva in einer Vierer-Gruppe gewesen. Es war ganz entspannt und sie hatte überhaupt keine Probleme mehr mit Eva. Sie konnte sie angucken und bei einer Feedbackrunde hat Eva ihr sogar gesagt, wie beeindruckt sie von Henriettes Beitrag war. Schattenarbeit im systemischen Coaching bedeutet die Ursache hinter dem Schatten im System (der Familie, der Organisation) zu finden. Es war ein Schatten, der im Kontext mit dem Vater entstanden ist. Es hätte natürlich auch ein anderer Familien-Systemteil dahinter stehen können. Für den Coach ist das ein "Erraten" und ein Prüfen, wie der Coachee damit in Resonanz geht. Das ist kein kognitiver Prozess. Es geht hier um Intuition, Hineinspüren und um die Verarbeitung der Rückmeldung des Klienten. Für Henriette ist dieser Schatten integriert. Wir haben die aktuelle Situation bearbeitet und gleichzeitig spürt Henriette nun auch Frieden bzgl. ihres Vaters in sich. Ihr Vater ist stolz auf sie und er sieht ihre Leistungen, mehr noch, er findet sie ist eine besondere Frau geworden. Das verändert systemisch auch die Beziehung von Henriette und ihrem Vater und wirkt damit über die Trigger-Situation in Henriettes Fortbildung. Häufige Fragen zu Schattenarbeit Was ist Schattenarbeit? Schattenarbeit ist die bewusste Auseinandersetzung mit inneren Anteilen, die wir an uns ablehnen, verdrängen oder nicht wahrhaben wollen. Dazu gehören zum Beispiel Wut, Angst, Scham, Neid oder ungeliebte Bedürfnisse. Ziel der Schattenarbeit ist nicht, diese Anteile zu bekämpfen, sondern sie zu erkennen, anzunehmen und zu integrieren. Wie entstehen Schattenanteile? Schattenanteile entstehen meist in der Kindheit. Wenn bestimmte Gefühle, Bedürfnisse, Verhaltensweisen oder Talente von wichtigen Bezugspersonen abgewertet, kritisiert oder nicht erwünscht waren, lernen wir, diese Seiten von uns zu verstecken. Sie verschwinden dadurch nicht, sondern wirken oft unbewusst weiter. Woran erkenne ich, dass ein Schattenthema in mir aktiv ist? Ein Schattenthema zeigt sich oft daran, dass bestimmte Menschen oder Verhaltensweisen in Ihnen übermäßig starke Reaktionen auslösen. Wenn Sie jemanden sofort abwerten, sich stark getriggert fühlen oder sich im Vergleich plötzlich klein und unbedeutend erleben, kann das auf einen Schattenanteil hinweisen. Auch wiederkehrende Muster, verdrängte Bedürfnisse oder heftige emotionale Reaktionen können Anzeichen sein. Warum lohnt sich Schattenarbeit? Schattenarbeit lohnt sich, weil sie gebundene Lebensenergie freisetzt und zu mehr innerer Klarheit, Selbstwert und emotionaler Reife führen kann. Wer verdrängte Anteile integriert, wird oft gelassener, freier, toleranter und kraftvoller. Schattenarbeit kann auch helfen, alte Verletzungen besser zu verstehen und sich selbst tiefer anzunehmen. Kann ich Schattenarbeit allein machen oder brauche ich Begleitung? Erste Schritte der Schattenarbeit können Sie auch selbst machen, zum Beispiel mit Reflexionsfragen oder dem 3-2-1-Prozess nach Ken Wilber. Gleichzeitig ist Schattenarbeit oft emotional intensiv. Deshalb kann psychologische Beratung oder therapeutische Begleitung sinnvoll sein, besonders wenn starke Scham, Angst, Schuld oder alte Verletzungen auftauchen. Zum Abschluss Schattenarbeit ist ein emotional sehr herausfordernder Prozess. Es geht nicht darum, die "bösen" Anteile hemmungslos auszuagieren. Es geht vielmehr um ein sich eingestehen, dass man unter bestimmten Umständen eben nicht so "gut und heilig" oder "so weise und über alle niedrigen Empfindungen erhaben" ist, wie man von sich gerne sieht. Schattenarbeit: Wenn verdrängte Anteile integriert werden, entsteht oft mehr innere Weite, Lebendigkeit und Klarheit. Es geht um Annahme dessen was ist und um eine Integration und Heilung. Auf diese Weise löst man sich als Ergebnis dieser Arbeit auch von Erwartungshaltungen an die Außenwelt und etwaigen Enttäuschungen durch (scheinbar) unmögliche, illoyale, niederträchtige oder gemeine Charaktere. Dies ermöglicht inneres Gleichgewicht und inneren Frieden. Es kann aber auch sein, das man seinen "goldenen Schatten" (Anteile, die man an andern bewundert - das Licht das Du in andern siehst, ist Dein eigenes!) erkennt und sich dann als viel größer, viel stärker und talentierter wahrnimmt, als man zuvor von sich geglaubt hat. Dies wiederum hat dann die positive Auswirkung, sich von seiner Opferrollte verabschieden zu können und in die eigene Kraft zu kommen. Neugierde auf das Leben und Lust auf dessen Gestaltung stellt sich ein. Spricht Sie das an? Fragen Sie sich, welche unentdeckten Potenziale in Ihnen schlummern und nur darauf warten, entfaltet zu werden? Denken Sie darüber nach, Ihre wahre Persönlichkeit zu ergründen, sich Ihren inneren Schatten-Seiten zu stellen und sich auf den Weg zu Ihrem authentischen Selbst zu machen? Vereinbaren Sie hier ein kostenfreies Vorgespräch für eine Begleitung, die Ihr Leben verändern wird. Vielleicht interessiert Sie auch: Resilienz stärken: 4 Tipps für Ihren Alltag Selbstbewusstsein stärken Übungen: Ihr Weg zu mehr innerer Stärke Wie gehen Sie mit Fehlern um? www.soham-psychologische-beratung.de

  • Angst: Gesundes Gefühl oder behandlungsbedürftige Störung

    Wenn Angst Ihr Leben dominiert und wie Sie das Steuer wieder übernehmen können Was ist Angst? Angst: Wenn ein gesundes Gefühl zur Belastung wird Angst: Das Gefühl der Angst ist eine normale - sehr gesunde - Reaktion auf Gefahr. Unsere Angst hilft uns, die Ursache der Gefahr auszuschalten oder ihr zu entkommen. Leiden wir unter Angststörungen sind die Angstgefühle sehr ausgeprägt und überschreiten ein normales Maß. Unsere Lebensqualität und unser Alltag werden dadurch stark beeinträchtig. Vielleicht sind Sie sich unsicher oder fragen sich: Wie merkt man dass man eine Angststörung hat? Oder: Was ist die beste Therapie bei Angststörung? Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen zu mehr Klarheit verhelfen und Ihnen Mut machen sich ggf. um Hilfe zu bemühen. Darum wird es im folgenden Text gehen: Wo hört "normale" Angst auf? Wo fängt "krankhafte" Angst an? Symptome der Angst Arten von Angststörungen Entstehung von Angststörungen - ein kurzer Abriss Warum sollte eine Angst/Angststörung behandelt werden Wie Angststörungen behandelt werden Hilfreiche Tipps und Übungen bei Angst Wo hört "normale" Angst auf? Wo fängt "krankhafte" Angst an? Im Schatten der Angst leben nimmt Lebensfreude und beschneidet die Lebensqualität extrem. Doch wie erkennen Sie, ob Ihre Angst "normal" ist, oder ob Sie "krankhafte" Angst haben? Vielleicht helfen Ihnen die folgenden Fragen um Klarheit zu bekommen. Wenn die Antworten >>Ja<< oder überwiegend >>Ja<< sind, dann empfehle ich Ihnen ärztlichen oder therapeutischen Rat bzw. entsprechende Abklärung: Ich denke mehr als die Hälfte des Tages über meine Ängste nach Ich werde durch die Ängste in meiner Lebensqualität und Bewegungsfreiheit erheblich eingeschränkt Wegen meiner Ängste werde ich immer depressiver Wegen meiner Ängste hatte ich schon Selbstmordgedanken Ich bekämpfe meine Ängste oft mit Alkohol, Drogen oder Beruhigungstabletten Wegen meiner Ängste ist meine Partnerschaft belastet oder meine Arbeit ernsthaft in Gefahr Symptome der Angst Ob realistisch, angemessen und gesund, oder nicht, der Körper unterscheidet nicht. In einem andern Beitrag habe ich bereits über das Experiment mit der Zitrone geschrieben. Ob Sie sich vorstellen, dass Sie in ein saftiges Stück Zitrone beißen, oder ob Sie es tatsächlich tun, die körperliche Reaktion ist gleich. Daraus folgt, dass die Angstreaktion, also die körperlichen Prozesse als Folge der Angst realistisch ablaufen, unabhängig davon, ob wirklich eine Bedrohung vorliegt, oder ob diese eben "übertrieben" und "unrealistisch" ist. *** Tipp: Bitte seinen Sie mitfühlend und verständnisvoll mich sich. Nehmen Sie an, was ist. Das gibt Ihnen die Kraft für Veränderung. Symptome der Angst können sein: Schwindel Übelkeit Herzrasen Zittern verminderte Belastbarkeit mangelnde Konzentration Schlafstörungen Innere Unruhe Magen-Darm-Beschwerden Harndrang Hyperventilation bis zur Ohnmacht Arten von Angststörungen Man unterscheidet sechs verschiedene Arten von Angststörungen: Panikstörung, Agoraphobie Plötzliche, anfallsartige Panik (Panikattacken) oder Angstzustände mit dem Gefühl die Kontrolle zu verlieren, bis hin zu Angst um Ihr Leben. Ausgelöst durch bestimmte, eigentlich ungefährliche Situationen oder Objekte, zum Beispiel durch Angst vor Menschenmassen. Sie neigen dazu diese Situationen oder Objekte (zum Beispiel auch die Angst vor Spinnen, Angst vorm Autofahren, Angst vor engen Räumen usw.) zu meiden oder ertragen diese obwohl Sie subjektiv das Gefühl haben diese nicht ertragen zu können. Soziale Ängste (Phobie) Angst haben vor Aufmerksamkeit und Leistungssituationen. Zum Beispiel auf einer Party oder in einem Meeting im Job. Leiden Sie unter sozialer Angst fühlen Sie sich unwohl, zittern, bekommen kein Wort heraus und Ihr Herz schlägt viel zu schnell. Ihre Gedanken kreisen um mögliche negative Bewertungen bzgl. Ihres Auftretens, Ihrer Kleidung, Ihrer Wortwahl und den Wort-Beiträgen die Sie leisten. Soziale Phobie ist mehr als nur eine Unsicherheit oder schwacher Selbstwert. Sie lähmt Sie und lässt Sie genau diese sozialen Situationen meiden. Zwangsstörung, Zwänge (Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen) Die meisten Zwangshandlungen beziehen sich auf Reinlichkeit (v.a. Händewachen), wiederholte Kontrollen, die garantieren, das sich eine möglicherweise gefährliche Situation nicht entwickeln kann, oder übertriebene Ordnung und Sauberkeit. Diesem Verhalten liegt die Furcht vor einer Gefahr zugrunde, die Sie bedroht oder von Ihnen ausgeht. Oft beinhalten Ihr Verhalten etwas rituelles, wenngleich wirkungsloser oder symbolischer Versuch, diese Gefahr abzuwenden. Sie waschen sich die Hände, immer und immer wieder. Die Haut Ihrer Hände ist offen und rissig. Es kann sein, dass Sie ein bestimmten Ablauf des Händewachens für sich definiert haben und diesen unbedingt genau so einhalten müssen. Zwangsgedanken können die Form von zwanghaften Ideen, bildhaften Vorstellungen oder Zwangsimpulsen annehmen, die für Sie fast immer sehr quälend sind. Die Beziehung zwischen Grübelzwängen und Depressionen ist besonders eng. Zwangsgedanken führen oft dazu, dass Sie alltägliche, einfache, aber notwendige Entscheidungen des täglichen Lebens nicht treffen können und Sie dies zusätzlich noch belastet bzw. Ihr Leben stark beeinträchtigt. Zwangsgedanken und Zwangshandlungen sind sehr individuell. Sprechen Sie Ihre Familie oder Freunde an, Sie können Ihnen im ersten Schritt helfen zu spiegeln, wie sie Sie erleben. Hypochondrie - Angst vor Krankheiten Die Krankheitsfurcht ist die Angst vor einer schweren körperlichen Erkrankung. Sie glauben, dass Sie an einer oder mehreren schweren und fortschreitenden körperlichen Krankheiten leiden. Sie durchforsten das Internet und Gesundheitsforen und beschäftigen sich ständig mit den anhaltenden Beschwerden und mit Ihrer eigenen körperlichen Erscheinung. Belastung, Trauma (Posttraumatische Belastungsstörung - PTBS) Traumatische, belastende Erlebnisse, die nicht verarbeitet werden konnten und die häufig in Form von Bildern, Vorstellungen oder Albträumen wieder erlebt werden. Generalisierte Angststörung Angst vor Ereignissen, die eventuell eintreten könnten; sich übermäßig sorgen – über einzelne oder viele Lebensbereiche hinweg. Dabei ist diese Angst eben generalisiert, nicht auf bestimmte Situationen oder Objekte begrenzt. Entstehung von Angststörungen - ein kurzer Abriss Vulnerabilitäts-Stressmodell Die Vulnerabilität (lat. Vulnus = Wunde) beschreibt die Anfälligkeit eines Menschen, an einer psychischen Krankheit zu erkranken. In der Kombination mit Stress, reagieren Menschen unterschiedlich empfindsam. Vor allem Menschen, die über limitierte Ressourcen (z.B. schwaches soziales Umfeld, geringe Problemlösefähigkeiten, eingeschränkte körperliche Gesundheit, begrenzte psychische Widerstandskraft, finanzielle Unsicherheit) verfügen, sind hier zusätzlich anfällig. Kognitive Aspekte Beschreibt dysfunktionale Kognitionen, also Denkmuster und Schemata. Diese Muster sind überwiegend negativ, pessimistisch und erfolgen automatisch, also unbewusst. Lerntheoretische Aspekte Nach diesen Annahmen entstehen Ängste durch klassische und operante Konditionierung. Bei der klassischen Konditionierung werden zwei Reize miteinander verknüpft. ** Sie fahren auf einer Landstraße bei Regen = neutraler Reiz ** Sie fahren auf einer Landstraße bei Regen und haben einen Unfall = Landstraße bei Regen wird mit angstauslösendem Reiz verknüpft -> Ergebnis: Landstraße bei Regen kann jetzt Angstauslöser sein. Bei einer Panikstörung, aus der häufig eine Panikattacke entstehen könnte, entwickelt sich häufig eine Angst vor der Angst. Betroffene fürchten ständig, dass erneut eine Panikattacke auftreten könnte. Diese Angst vor der Angst macht enormen Druck und versetzt den Körper quasi in eine Dauer-Stress-Schleife. Operante Konditionierung = auf ein Verhalten folgt eine Konsequenz Sie kennen das vielleicht von der Hundeerziehung. Ein Verhalten, zum Beispiel das Sitz machen, wird mit Leckerli belohnt. Für den Kontext der Angst bedeutet das: Jemand mit ausgeprägter Angst lernt, dass es ihm besser geht, wenn er die angstauslösende Situation vermeidet. Wenn man also Angst vor Aufzügen hat, vermeidet man Aufzüge, damit man keine Angst mehr erlebt. Das Problem dabei ist allerdings, dass der Betroffene nicht die Erfahrung machen kann, dass ihm bei einer Fahrt im Aufzug gar nichts Schlimmes passiert. Er wird weiterhin davon ausgehen, dass während einer Fahrt im Aufzug etwas Katastrophales passieren kann. Durch die Vermeidung der angstauslösenden Situation, wird die Angst aufrechterhalten. Lernen am Modell Auch das „Lernen am Modell“ spielt bei der Entstehung von Ängsten eine Rolle. Wenn ein Kind zum Beispiel immer wieder erlebt, dass die Mutter oder der Vater panisch reagieren, wenn sie eine Spinne sehen, ist es wahrscheinlicher, dass es ebenfalls Angst vor Spinnen entwickelt. Individuelles Erklärungsmodell ** Was sind Faktoren, die im Vorfeld die Entstehung von Angst begünstigt haben? sehr anhängliche Persönlichkeitsstruktur Eltern haben mich oft alleine gelassen wenig Belohnung in der Erziehung Mutter/Vater hatte auch schon Ängste Schwieriges familiäres Umfeld wenig Freunde oder Hobbies ** Aktuelle Probleme und Symptome Panikattacken Vermeidung sämtlicher sozialer Situationen (wie z.B. bei der Corona Pandemie) Niedergestimmtheit, Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmung ** Akute Ereignisse und Belastungen: Streit mit dem Partner Verlust des Arbeitsplatzes Akuter Stress in der Arbeit Was sind Bedingungen/Verhaltensweisen/Gedanken, die zur Aufrechterhaltung meiner Krankheit beitragen (sekundärer Krankheitsgewinn)? meine Familie ist besorgt und kümmert sich mein Partner nimmt mir viel Arbeit ab ich brauche mich dem Stress auf der Arbeit nicht aussetzen ich vermeide Situationen, die mir Angst machen ich frage immer was ich tun soll Teufelskreis der Angst Teufelskreis der Angst Warum sollte eine Angst/Angststörung behandelt werden Aufgrund der Vermeidung der angstauslösenden Situationen verstärkt sich die Angst immer mehr und droht dann zu generalisieren. Man spricht hier von der Angst vor der Angst. Die Angst vor der Angst für zu Vermeidung. Die Vermeidung verstärkt wiederum die Angst. Dieses Phänomen beschneidet Ihr Lebensgefühl mehr und mehr. Suchen Sie Hilfe und durchbrechen Sie den Kreislauf rechtzeitig. Angst: Zwischen Rückzug und Mut entscheidet sich oft, ob Angst kleiner oder größer wird. Wie Angststörungen behandelt werden Studien im Bereich der klassischen Psychotherapie haben ergeben, dass die kognitive Verhaltenstherapie, ggf. eine Kombination aus kognitiver Verhaltenstherapie und angstlösenden Medikamenten bei starken Ängsten am wirkungsvollsten ist. Wie bei jeder therapeutischen Behandlung ist die Voraussetzung dafür, dass der Betroffene umfassend aufgeklärt und der Behandlung motiviert gegenüber steht. Es ist wichtig, dass Sie die Beschwerden als Ausdruck von Angst erkennen und zu Ihrer Krankheit stehen. Entspannungstherapien begleiten häufig die psychotherapeutischen Verfahren. Eine gesunde Lebensführung mit viel körperlicher Bewegung trägt dazu bei, sich wieder stabiler zu fühlen. Ebenfalls kann eine sogenannte Konfrontationstherapie durchgeführt werden. Sie stellen sich direkt der Angst, der angstauslösenden Situation oder dem angstauslösenden Objekt. Entweder stufenweise (Desensibilisierung) oder als frontal (Flooding). Darüber hinaus können mit dem Wingwave-Coaching gute Erfolge und eine rasche Stabilisierung der inneren Balance erreicht werden. Das Performance Stress Imprinting wird zum effektiven Stressausgleich bei persönlicher Zielerreichung, körperlichem Stress, Spannungen mit Kunden oder in Teams seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Exkurs für Angehörige Leidet ein Familienmitglied an Ängsten, so können die nachfolgenden Tipps hilfreich sein: Ermutigen Sie den/die Betroffene sich in Behandlung zu begeben Seien Sie in Gesprächen in jedem Fall verständnisvoll und haben Sie ein offenes Ohr für Befürchtungen oder Bedenken. Gehen sie aber nicht auf die Angst ein (Krankheitsgewinn!) Zeigen Sie Verständnis für die Ängste aber betonen Sie auch, dass die Erkrankung Sie und andere ebenfalls belastet Vermitteln Sie dem Betroffenen, dass eine Angsterkrankung oft nicht allein durch ein Zusammenbeißen der Zähne in den Griff zu bekommen ist Sprechen Sie offen über die Krankheit. Oft kann das beiden Seiten helfen, besser mit der Erkrankung umzugehen, und das Verhalten des jeweils anderen verständlich machen Überlassen Sie dem Betroffenen die Entscheidung, ob und wann er Ihre Hilfe in Anspruch nehmen möchte, und respektieren Sie seine Autonomie Verzichten Sie in jedem Fall auf eine übertriebene Einmischung in das Leben des Betroffenen Unterstützen Sie den Betroffenen, wenn er sich der angstauslösenden Situation aktiv stellen möchte Hilfreiche Tipps und Übungen bei Angst ** Tipp ** 10 Regeln der Angst Die zehn goldenen Regeln bei Angst können Ihnen helfen: Machen Sie sich bewusst: Angstgefühle sind Stressreaktionen Angstreaktionen sind nicht schädlich Verlieren Sie sich nicht in furchtbaren Phantasievorstellungen Bleiben Sie in der Realität Fokussieren Sie sich auf das Hier und Jetzt. Konzentrieren Sie sich in der Angst auf alltägliche Dinge. Danach sehen Sie sich die Angst genau an. Machen Sie sich bewusst: Jede Angst geht vorüber Die Angst nicht verdrängen (sie darf sein), sondern beobachten Sie, wie sie abklingt Angstmachende Situationen nicht vermeiden Üben Sie kleine Schritte in Angst machenden Situationen. Niemals mit einem Misserfolg enden lassen Seien Sie stolz auf Ihre Erfolge ** Tipp ** Beobachtungsbogen Mit einem Beobachtungsbogen lassen sich viele Informationen sammeln, die einen Überblick hinsichtlich Ihrer Angstproblematik ermöglichen. Ein Beobachtungsbogen kann zum Beispiel wie folgt aussehen: Datum/Uhrzeit Wodurch entstand Angst Einstufung der Angst auf einer Skala von 1-10 (1 = schwach; 10 = extrem stark) Maßnahmen zum Umgang Wo sind Ängste einzuordnen? Folgenden Informationen hinsichtlich der Schwierigkeiten im Umgang mit der Angst: Seit wann besteht die Angst? Kennen Sie die Ursache(n)? Eine Liste der auslösenden Reize Externe/situative Situationen und Trigger Interne Trigger: physiologische Empfindungen, Gedanken, Ideen, Zweifel, Bilder und Erinnerungen Eine Liste der befürchteten Konsequenzen: Welche Konsequenzen werden bei einer Konfrontation mit dem Angstauslöser befürchtet? Einschätzung der Wahrscheinlichkeit und des Ausmaßes der Befürchtung Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass Befürchtung in der Situation eintritt? (0-100%) Wenn Ihre Befürchtung eintritt, wie schlimm wäre es dann? (0-100%) Eine Liste der Vermeideverhalten: Welche Maßnahmen werden getroffen, um das Gefühl von Sicherheit zu erhöhen? Unter Sicherheitsmaßnahmen werden Handlungen zusammengefasst, die darauf ausgerichtet sind, eine Bedrohung zu entdecken oder zu verringern A Passive Vermeidung: Angsttrigger werden vollständig vermieden B Kontrollieren und Rückversicherung einholen: Überprüfen, kontrollieren und andere Personen befragen C Zwanghafte Rituale (beobachtbare und versteckte): Stark ritualisiertes Vorgehen, bis ein subjektives Gefühl von Sicherheit erzielt wird D Sicherheitssignale: Signale, deren Beobachtung/Anwesenheit das Gefühl von Sicherheit erhöht (Feuerlöscher, Handy, Partner) Diese Beobachtungsliste bringt Ihnen Klarheit und hilft Ihnen Ihre Angst besser zu verstehen. Wenn Sie sich entscheiden mit einem Arzt oder Therapeuten über Ihre Angst zu sprechen, hilft sie darüber hinaus Ihre Beschwerden deutlicher zu machen und konkreter darzustellen. ** Tipp ** Gedankenstopp Die Gedankenstopp-Übung hilft Ihnen für eine definierte Situation typische Gedanken zu durchbrechen und durch angenehme zu ersetzen. Es bedarf Übung, aber es lohnt sich. Dafür gehen Sie folgende Schritte durch: Suchen Sie sich eine typische Situation und schreiben Sie dazu die typischen Gedanken auf. Beispiel: meine Nachbarin hat mich gestern am Vorbeigehen nicht gegrüßt Typischer Gedanke: Bestimmt ist sie sauer auf mich. Was habe ich nur wieder getan? Sammeln Sie nun mindestens 5 positive Erlebnisse, Gedanken oder Gefühle, über die Sie gern nachdenken, an die Sie gern denken und die Sie froh und unbeschwert werden lassen. Beispiel: der letzte Urlaub, das unbeschwerte Lachen Ihres Kindes, das geliebte Haustier, der letzte Spieleabend, das entspannte Frühstück mit der Familie am letzten Sonntag. Entspannung und unangenehme Gedanken aktivieren Im entspannten Zustand konzentrieren Sie sich nun auf den Gedanken an Ihre Nachbarin und die damit verbunden Gefühle. Welche Gedanken gehe Ihnen durch den Kopf, welche Sorgen, Befürchtungen und Ängste plappert Ihr Geist in Ihrem Kopf? Gedanken unterbrechen Unterbrechen Sie nun den negativen, angstbesetzten Gedanken in dem Sie laut Stopp rufen. Brüllen Sie oder stampfen Sie mit dem Fuß auf, schnippen Sie mit den Fingern oder machen Sie ein anderes lautes Geräusch. Ziel ist, den Gedanken zu unterbrechen. Keine Sorge, künftig genügt ein innerliches Stopp um den Gedanken zu unterbrechen. Sie müssen sich nicht den verwunderten Blicken anderer Menschen aussetzen. Angenehme Gedanken aufrufen Nach dem lauten Stopp rufen Sie sich nun die angenehmen Bilder und Erinnerungen ins Gedächtnis, die Sie vorher gesammelt haben. Nutzen Sie Ihre Vorstellungskraft und auch Ihre fünf Sinne. Was sehen, riechen, spüren, hören und tasten Sie in den angenehmen Situationen?Falls dies nicht sofort gelingt und immer wieder negative Bilder kommen, nochmals Stopp sagen Üben Sie dies, bis Sie schnell von einer negativen in eine positive Situation wechseln können. Ziel: Stopp laut, Stopp Flüstern, Stopp in Gedanken sagen. ** Tipp ** Gummiband Mit einem Gummiband kann die Gedankenstoppübung noch unterstützt werden. Suchen Sie sich einen einfachen Haushaltsgummi und ziehen Sie diesen um Ihr Handgelenk. Wenn Sie angstauslösende Gedanken verspüren, ziehen Sie kurz an dem Gummiband und lassen Sie es los. Der leichte Schmerz erinnert Sie an das Signal: STOPP! ** Tipp ** Innerer sicherer Ort Der innere sichere Ort ist Ihr ganz persönlicher Platz. Ein Ort in Ihrer Vorstellung, an den Sie sich zurückziehen könne, wenn Sie Belastendes fernhalten und Kraft tanken wollen. Ich lade Sie ein, jetzt diesen Ort zu gestalten. Dazu bitte ich Sie die Ausführungen zuerst zu lesen und sich dann in Ruhe mit der Gestaltung zu beschäftigen. Setzen Sie sich bequem hin und atmen Sie tief ein und wieder aus. Schließen sie die Augen oder lassen Sie Ihren Blick auf einem Punkt im Raum ruhen. Stellen Sie sich nun einen Ort vor, an dem Sie sich sicher und geborgen fühlen. Der Ort kann real sein oder nur in Ihrer Phantasie existieren. Ein Platz in der Natur, ein schönes Zimmer oder etwas ganz anderes. Lassen Sie Vorstellungen und Bilder von diesem Ort entstehen. Erkunden Sie mit Ihren Sinnen, was es zu erkunden gibt. Vielleicht ein besonderer Geruch. Ein typisches Geräusch oder Rauschen. Welche Farben können Sie sehen, was sehen Sie noch? Ist es hell oder dunkel? Zaubern Sie sich Ihren inneren sicheren Ort so, wie Sie ihn haben möchten und mit allem, was Sie benötigen. Es ist Ihr Platz! Nehmen Sie sich Zeit für die Gestaltung und Erkundung. Tauchen Sie ein in das Gefühl der Sicherheit und des Wohlbefindens und spüren Sie, wie die Geborgenheit und die Ruhe von dem Raum an Sie übertragen werden. Wenn Sie die Atmosphäre in sich aufgenommen haben und mit der Gestaltung absolut zufrieden sind, dann überlegen Sie sich einen Anker. Ein Anker ist eine Verknüpfung, die Sie sofort wieder in Ihren sicheren inneren Ort bringt. Dies kann eine Berührung oder ein Wort sein. Führen Sie diese Berührung aus oder sprechen Sie das Wort innerlich aus während Sie sich Ihren inneren Ort und das Wohlgefühl vergegenwärtigen. Verabschieden Sie sich von Ihrem Wohlgefühl. Führen Sie Ihr Augenmerk wieder ins Hier und Jetzt, indem Sie Ihren Körper und Ihre Sitzposition wahrnehmen und sich dann langsam wieder im Raum orientieren. Öffnen Sie langsam Ihre Augen. Häufige Fragen zu Angst Was ist Angst eigentlich? Angst ist zunächst ein ganz normales und gesundes Gefühl. Sie warnt uns vor Gefahr und hilft dem Körper, schnell auf Bedrohungen zu reagieren. Problematisch wird Angst dann, wenn sie übermäßig stark, dauerhaft oder in eigentlich ungefährlichen Situationen auftritt und den Alltag deutlich einschränkt. Woran erkenne ich, ob meine Angst noch im gesunden Bereich liegt oder bereits behandlungsbedürftig ist? Behandlungsbedürftig kann Angst dann sein, wenn Sie einen großen Teil des Tages mit ihr beschäftigt sind, Ihre Lebensqualität spürbar leidet, Sie Situationen aus Angst meiden oder körperliche und seelische Beschwerden zunehmen. Auch wenn Partnerschaft, Beruf oder Bewegungsfreiheit stark beeinträchtigt sind, ist es sinnvoll, sich professionelle Unterstützung zu holen. Welche Symptome können bei Angst auftreten? Angst kann sich sowohl psychisch als auch körperlich zeigen. Häufige Symptome sind Herzrasen, Zittern, innere Unruhe, Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Konzentrationsprobleme oder Hyperventilation. Der Körper reagiert dabei oft so, als läge tatsächlich eine Gefahr vor. Welche Angststörungen gibt es? Zu den häufigsten Angststörungen zählen Panikstörung und Agoraphobie, soziale Phobien, generalisierte Angststörung, Zwangsstörungen, Krankheitsangst sowie posttraumatische Belastungsstörungen. Sie unterscheiden sich in Auslösern, Symptomen und Verlauf, haben aber gemeinsam, dass sie das Leben deutlich einengen können. Was hilft bei Angst? Hilfreich sind zunächst Verständnis für sich selbst, kleine Übungen zur Stabilisierung und das bewusste Vermeiden von dauerhafter Vermeidung. Atemübungen, ein Beobachtungsbogen, ein innerer sicherer Ort oder Gedankenstopp-Techniken können erste Entlastung bringen. Bei stärkeren oder länger anhaltenden Ängsten ist eine professionelle Begleitung sinnvoll, zum Beispiel durch Psychotherapie, ärztliche Abklärung oder psychologische Beratung. Angst: Angst verschwindet meist nicht auf Knopfdruck – aber sie kann Schritt für Schritt an Macht verlieren. Resoniert das mit Ihnen? Fragen Sie sich vielleicht gerade, welche ersten Schritte Sie unternehmen können um das Steuer Ihres Lebens wieder zu übernehmen und sich Ihrer Angst zu stellen? Vereinbaren Sie gleich jetzt einen Termin für ein kostenfreies Vorgespräch mit mir und lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie Sie wieder angstfrei und selbstbestimmt leben können. Vielleicht interessiert Sie auch: 12 Regeln für ein gutes Leben: Wie Leichtigkeit den Alltag verändert Work Life Balance Maßnahmen - Ihr Schlüssel zu einem erfüllten Leben Was kann man gegen Schlafstörungen machen? Diese Tipps helfen wirklich Quellen & Inspirationen: H.U. Wittchen,J. Hoyer (2006) Klinische Psychologie &Psychotherapie Heidelberg, Berlin: Springer Verlag. A.Gall-Peters, G.Zarbock (2012) Praxisleitfaden Verhaltenstherapie, Lengerich: Science Publishers. Hauzinger (2003) Kognitive Verhaltenstherapie bei Depressionen, Weinheim: Beltz Verlag. H. J. Möller, G.Laux, A.Deister (2001) Psychiatrie und Psychotherapie, Stuttgart: Thieme Verlag. W. Frank (2000) Psychiatrie, München: Urban & Fischer Verlag. Jonas Tesarz u.a.: Schmerzen behandeln mit EMDR. Klett-Cotta Verlag, Stuttgard 2018 www.soham-psychologische-beratung.de

  • Innere Antreiber: Wie Stressverstärker Ihr Leben bestimmen

    Innere Antreiber wirken im Untergrund: Bestimmen sie auch Ihr Leben? Meine Klientin (Elisabeth) ist Mitte Dreißig, berufstätig und hat ein zweijähriges Mädchen. Am gestrigen Abend wollte das Mädchen unbedingt von ihrer Mutter ins Bett gebracht werden. Der Vater war heute nicht der "passende" Geschichtenerzähler. Obwohl Elisabeth im Stress war und in der Zeit, in der ihr Mann das Kind ins Bett bringen sollte, Arbeit im Haushalt und einige andere dringende Dinge erledigen wollte, gab sie dem Wunsch der Kleinen nach. Innere Antreiber: Frühe Erfahrungen prägen oft, was uns heute innerlich antreibt "Es war wirklich schön. Wir haben 4 Bücher gelesen und die Kleine hat sich an mich gekuschelt. Dann ist mir der Gedanken an die chaotische Küche gekommen, an die wichtigen Dinge, die es schnell zu erledigen gilt und für die ich in den nächsten Tagen keine Zeit mehr haben werde. Und ich wollte doch noch eine gute halbe Stunde in Ruhe auf dem Sofa liegen." Das hat Elisabeth gesagt und danach streng eingeräumt, dass mit diesem kurzen Gedankenblitz ihre Ruhe beim Vorlesen verschwunden war. Sie wurde unruhig und hat dann mit etwas zu viel Ungeduld das abendliche Vorlesen beendet. Beim Verlassen des Kinderzimmers hat sie dann noch ihren Mann ungeduldig, vielleicht etwas zu stark angefahren, dass sie nun erst zu ihrer Arbeit kommt. Elisabeth ist bei mir zur psychologischen Beratung online. Sie hat in dieser Sitzung mit mir über den Stress gesprochen - ihren Stress. Sie merkt immer wieder, dass der Stress in ihrem Leben nicht vom Außen kommt, sondern viel mehr in ihrem Inneren entsteht. Das obige Beispiel ist ihr eingefallen, als ich ihr von Stressverstärkern (innere Antreiber) erzählt habe. Innere Antreiber: Was in uns wirkt, lenkt oft unbemerkt unsere Richtung Elisabeth möchte verstehen, was sie so antreibt und so haben wir lange und ausführlich über innere Antreiber in uns gesprochen. Antreiber, die wir aus unserer Kindheit übernommen haben und die bis heute - egal wie alt wir sind - aus unserem Unterbewussten wirken. Unser Leben quasi aus der Tiefe steuern. Das Gespräch mit meiner Klientin und vor allem Elisabeths Interesse an der Theorie der Stressverstärker, den sogenannten inneren Antreibern, hat mich auf die Idee zu diesem Beitrag gebracht. Vielleicht erkennen Sie für sich auch, wie innere Antreiber Ihr Verhalten bestimmen, Ihren Stress auslösen und/oder verstärken. Innere Antreiber: Stressverstärker und ihre Wurzeln Persönliche Motive, Ziele sowie tief verankerte Normen wirken in uns Menschen oft als innere Ansprüche, die Stress verursachen oder verstärken. Diese inneren "Sollvorgaben" beeinflussen, wie wir uns verhalten und alltägliche Situationen und Anforderungen bewerten. Typisch für solche stressverstärkenden Einstellungen ist ein „Ich muss“-Denken. Versuchen Sie mal: Ich möchte ... Motive, Ziele oder verinnerlichte Normen werden dabei zu unverzichtbaren Forderungen erhoben, deren Erfüllung als entscheidend für das eigene Wohlbefinden und Selbstwertgefühl wahrgenommen werden. Stressverstärker sind im Grunde eine Übertreibung absolut natürlicher menschlicher Bedürfnisse. Im Folgenden stelle ich Ihnen fünf verbreitete persönliche Stressverstärker vor. Innere Antreiber: Sei perfekt! Wenn Sie der innere Antreiber "Sei perfekt!" umtreibt, dann ruft Ihnen Ihr Verstand vermutlich folgende Sätze zu: Ich darf keine Fehler machen Ich muss alles richtig machen Ich muss alles perfekt machen Ich muss alles erledigen/schaffen Ich muss meinem Unternehmen jederzeit zur Verfügung stehen Fehler zu machen ist das Schlimmste, was passieren kann Jeder muss sich zu 100 Prozent auf mich verlassen können Hinter diesem Antreiber verbirgt sich das Leistungsmotiv – der Wunsch, durch gute Leistungen Erfolg und Selbstbestätigung zu erfahren. Leistungsmotivierte Menschen streben danach, Dinge gut, besser oder idealerweise perfekt zu machen. Wenn dieses Bedürfnis jedoch überhandnimmt und zur unverzichtbaren Anforderung wird, entsteht eine erhöhte Anfälligkeit für Stress, besonders in Situationen, in denen Misserfolge, Fehler oder das Scheitern drohen. Resilienz ist für diese Menschen erstrebenswert. Perfektionistisches Verhalten zielt darauf ab, solche Situationen um jeden Preis zu vermeiden. Das eigentliche Problem liegt nicht darin, nach Verbesserung oder Höchstleistungen zu streben, denn es gibt durchaus Bereiche, in denen Präzision und Perfektion erforderlich sind. Kritisch wird es jedoch, wenn dieser Perfektionismus auf alle Lebensbereiche und jede berufliche oder private Tätigkeit ausgeweitet wird. Dies führt auf Dauer zu Überforderung und schließlich zu Erschöpfung. Versuchen Sie mal: Auch ich darf Fehler machen! Innere Antreiber: Behalte die Kontrolle! Der innere Antreiber "Behalte die Kontrolle!" führt ebenfalls ein hartes Regiment. Wenn Sie diesen inneren Antreiber verinnerlicht haben, dann ruft Ihnen Ihr Verstand vermutlich folgende Sätze zu: Ich muss alles unter Kontrolle haben Ich kann es nicht leiden, wenn Dinge nicht so laufen, wie ich es geplant habe Bei Entscheidungen muss ich absolut sicher sein Ich muss alle Risiken abwägen Es ist äußerst unangenehm, wenn ich nicht weiß, was mich erwartet Hinter diesem Stressverstärker steht das Bedürfnis nach Kontrolle, das den Wunsch nach Sicherheit im eigenen Leben umfasst. Wenn dieses Bedürfnis jedoch überhandnimmt und zu einer zwingenden Anforderung wird, führt es zu einer erhöhten Anfälligkeit für Stress, insbesondere in Situationen, in denen der Verlust von Kontrolle, Fehlentscheidungen oder Risiken drohen. Um solchen Situationen zu entkommen, versuchen Menschen mit stark ausgeprägtem Kontrollbedürfnis, möglichst alles selbst zu regeln. Sie haben Schwierigkeiten damit, Aufgaben abzugeben, und machen sich ständig Gedanken über potenzielle Risiken und Gefahren. Oft kostet es sie viel Zeit und Energie, Entscheidungen zu fällen, da sie befürchten, wichtige Aspekte zu übersehen. Dieser innere Antreiber kann langfristig zu Selbstüberforderung und Erschöpfung führen, weil es unmöglich ist, absolute Sicherheit und Kontrolle zu erreichen. Besonders in Zeiten wachsender Unsicherheit ist es wichtig, das Bedürfnis nach Sicherheit mit Mut zu kalkulierten Risiken, Loslassen und Vertrauen in Einklang zu bringen. Versuchen Sie mal: Ich darf loslassen! Innere Antreiber: Sei beliebt! Der innere Antreiber "Sei beliebt!" ist nicht weniger streng als die bisherigen Antreiber. Wenn Sie diesen inneren Antreiber verinnerlicht haben, dann ruft Ihnen Ihr Verstand vermutlich folgende Sätze zu: Mir ist wichtig, dass alle mich mögen Mir ist wichtig, dass die anderen Menschen mich gut finden Ich möchte niemanden enttäuschen Ich muss gefällig sein Es ist furchtbar, wenn jemand wütend auf mich ist Ich will mit allen gut auskommen Kritik trifft mich hart Hinter diesem inneren Antreiber steht das Bindungsmotiv – der Wunsch nach Zugehörigkeit, Akzeptanz und Liebe. Wenn dieses Motiv jedoch überbetont wird und zur zwingenden Anforderung wird, führt es zu einer erhöhten Anfälligkeit für Stress, insbesondere in Situationen, in denen Ablehnung, Kritik oder Zurückweisung drohen. Es wird als besonders belastend empfunden, eigene Interessen vertreten oder andere enttäuschen zu müssen, sowie Konflikte und Meinungsverschiedenheiten mit anderen zu haben. Solche Situationen werden unbedingt vermieden oder entschärft, indem man eigene Bedürfnisse zurückstellt und versucht, es allen recht zu machen. Eine übermäßige Hilfsbereitschaft kann ebenfalls ein Ausdruck des Wunsches sein, beliebt zu sein. Es gibt zwar Situationen, in denen es sinnvoll ist, Kompromisse einzugehen, nachzugeben oder anderen zu helfen. Das Problem entsteht jedoch, wenn diese Neigung übertrieben wird und zu einer „Überdosis des Guten“ führt, was auf lange Sicht in Selbstüberforderung und Burnout münden kann. Versuchen Sie mal: Ich darf „nein“ sagen! Innere Antreiber: Halte durch! Der innere Antreiber "Halte durch!" lässt Ihnen keine Ruhe und Selbstfürsorge ist für ihn ein Fremdwort. Wenn Sie diesen inneren Antreiber verinnerlicht haben, dann ruft Ihnen Ihr Verstand vermutlich folgende Sätze zu: Aufgeben gibt's nicht Man muss streng mit sich sein Ich muss stark sein Ich muss durchhalten/es schaffen Wenn ich mich anstrenge, schaffe ich es auch Ich muss ... (Belastung, Ängste, Druck, Schmerzen usw.) aushalten Hinter diesem inneren Antreiber steht das grundlegende Streben nach Freude und die Vermeidung von Unannehmlichkeiten. Im Gegensatz zu anderen Stressfaktoren wird dieses Bedürfnis hier jedoch nicht ausreichend ausgeprägt, sondern vielmehr stark unterdrückt. Man geht zu hart mit sich selbst um. Bei der Verwirklichung von Zielen gilt das Durchhalten als oberste Regel. Dies kann dazu führen, dass man sich keine Pausen gönnt, eigene Erholungsbedürfnisse ignoriert oder verleugnet, an unrealistischen Zielen oder unlösbaren Aufgaben festhält und sich dadurch langfristig in eine Erschöpfung treibt. Es ist wichtig und notwendig, das Streben nach Lust zu überwinden und sich auch unangenehmen Aufgaben zu stellen, um seine Ziele zu erreichen. Problematisch wird es jedoch, wenn dies übertrieben wird – ein „Zuviel des Guten“, das es einem nicht erlaubt, sich hin und wieder auszuruhen oder sich unangenehmen Dingen zu entziehen. Versuchen Sie mal: Ich sorge gut für mich! Innere Antreiber: Sei unabhängig! Dieser innere Antreiber ist ein Einzelkämpfer! Wenn Sie diesen inneren Antreiber verinnerlicht haben, dann ruft Ihnen Ihr Verstand vermutlich folgende Sätze zu: Ich mache am liebsten alles selbst - ich schaffe das allein Starke Menschen benötigen keine Unterstützung Wenn ich mich auf andere verlasse, bin ich verlassen Ich darf keine Hilfe annehmen Ich bin stark Es ist fürchterlich, auf andere angewiesen zu sein Hinter diesem inneren Antreiber steht das Bedürfnis nach Autonomie, also der Wunsch nach persönlicher Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Wenn dieses Bedürfnis jedoch übermäßig stark ausgeprägt ist und zu einer zwingenden Forderung wird, kann es zu einer erhöhten Stressanfälligkeit führen, insbesondere in Situationen, in denen man von anderen abhängig ist oder Schwächen zeigt. Personen mit einem stark ausgeprägten Streben nach Autonomie erledigen ihre Aufgaben am liebsten alleine und neigen dazu, ihre Sorgen, Ängste und Probleme mit sich selbst auszumachen. Es fällt ihnen schwer, andere um Unterstützung zu bitten oder sich jemandem anzuvertrauen. Sie versuchen, das Bild von Stärke und Unabhängigkeit gegenüber sich selbst und anderen aufrechtzuerhalten. Dies kann langfristig leicht in Selbstüberforderung und schließlich in Erschöpfung münden. Stress entsteht nicht durch das grundsätzlich gesunde Streben nach Unabhängigkeit, sondern durch dessen übertriebene Ausprägung, die es unmöglich macht, sich gelegentlich auf andere zu stützen oder Hilfe anzunehmen. Versuchen Sie mal: Ich darf auch Schwächen zeigen! Am Ende unserer Sitzung sind Elisabeth und ich nochmal auf das Vorlesen am Bett der kleinen Tochter zurückgekommen. Der Moment, als die Tochter in Elisabeths Armen liegt und sie mit großen Augen anschaut und sagt: "Bitte zudecken" rührt Elisabeth jetzt zu Tränen. "Sie ist mein ein-und-alles. Diese Zeit, diese besonderen Momente bekomme ich nie wieder. Sie ist so ein wunderbares Geschöpf und ich lasse mir den Zauber des Moments von einer chaotischen Küche verderben! Und danach maule ich meinen Mann auch noch an. Der kann ja nichts dafür!" Wir haben den Zauber des Moments und das wunderbare Gefühl der Liebe für ihre Tochter zum Abschluss der Sitzung noch einmal aufsteigen lassen. Elisabeth hat diesen mit einem Anker (NLP) in ihrem System verankert, sodass sie ihn sich jederzeit wieder abrufen kann. Es ist kein einfacher Weg den eigenen Stressverstärkern (innere Antreiber) und Ihrem Verhalten auf die Schliche zu kommen. Ebenso wird mit der bloßen Analyse nicht auf einmal alles anders. Aber der erste Schritt ist getan. Wer bewusst erkennt und achtsam wahrnimmt, hat die Möglichkeit, Veränderung zu bewirken und innere Antreiber zu überwinden, um das Steuer des Lebens wieder selbst in die Hand zu nehmen. Erkennen Sie sich wieder? Ruft Ihnen Ihr Verstand auch immer wieder Aufforderungen oder Befehle zu und setzt Sie damit unter Druck? Wird Ihr Verhalten auch aus der Tiefe über innere Antreiber gelenkt? Geht es Ihnen wie Elisabeth, die zwar feststellt, dass der Stress aus dem Inneren kommt, allein aber schlicht überfordert ist? Dann machen Sie es wie meine Klientin, vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenfreies Vorgespräch und lernen Sie mich kennen. Danach können Sie in Ruhe überlegen, ob Sie mit mir gemeinsam hinschauen möchten. Im Rahmen der psychologischen Beratung online prüfen wir, wie innere Antreiber - Ihre persönlichen Stressverstärker - sie steuern und definieren Maßnahmen, wie wir diese entschärfen/entschleunigen. Häufige Fragen: Innere Antreiber Was sind innere Antreiber? Innere Antreiber sind unbewusste Stressverstärker, die meist aus frühen Erfahrungen und verinnerlichten Normen entstehen. Sie wirken im Hintergrund und erzeugen oft ein starkes „Ich muss“-Denken. Dadurch beeinflussen sie, wie wir Situationen bewerten, wie wir handeln und wie viel Druck wir uns im Alltag machen. Welche inneren Antreiber gibt es? In Ihrem Beitrag beschreiben Sie fünf typische innere Antreiber: Sei perfekt, Behalte die Kontrolle, Sei beliebt, Halte durch und Sei unabhängig. Jeder dieser Antreiber steht für ein grundsätzlich menschliches Bedürfnis, das jedoch übersteigert wurde und dadurch Stress, innere Anspannung oder Erschöpfung auslösen kann. Wie erkenne ich meine inneren Antreiber? Innere Antreiber zeigen sich oft in wiederkehrenden inneren Sätzen wie: „Ich darf keine Fehler machen“, „Ich muss alles allein schaffen“, „Ich darf niemanden enttäuschen“ oder „Ich muss stark sein“. Wenn Sie merken, dass Ihr Verstand Ihnen häufig Druck macht, Befehle erteilt oder kaum Raum für Pausen, Fehler oder Unterstützung lässt, lohnt sich ein genauer Blick auf Ihre inneren Antreiber. Warum machen innere Antreiber Stress? Innere Antreiber machen Stress, weil sie aus natürlichen Bedürfnissen starre innere Forderungen machen. Aus einem gesunden Wunsch nach Leistung wird dann Perfektionismus. Aus dem Wunsch nach Sicherheit wird Kontrollzwang. Aus dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit wird Anpassung. So entsteht innerer Druck, der langfristig zu Überforderung, Erschöpfung oder sogar Burnout führen kann. Kann man innere Antreiber verändern? Ja, innere Antreiber lassen sich entschärfen. Der erste Schritt ist, sie bewusst zu erkennen und ihre Wirkung im Alltag wahrzunehmen. Danach wird es möglich, innere Gegensätze zu stärken, zum Beispiel: „Auch ich darf Fehler machen“, „Ich darf loslassen“, „Ich darf nein sagen“, „Ich sorge gut für mich“ oder „Ich darf auch Schwächen zeigen“. Genau so kann Schritt für Schritt mehr Leichtigkeit, Freiheit und Selbstführung entstehen. Vielleicht interessiert Sie auch: Ganzheitlich gesund: Tipps & Tricks für Ihren Alltag Umgang mit Stress: 8 wirkungsvolle Übungen gegen Stress Stress und Burnout am Arbeitsplatz - ein modernes Problem Stress verstehen: Wissenswerte Fakten für wirkungsvolle Strategien gegen Stress www.soham-psychologische-beratung.de

bottom of page