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  • Was macht Stress mit dem Körper?

    Stress ist eine körperliche Alarmreaktion, die tief im Nervensystem verankert ist und den gesamten Organismus innerhalb von Sekunden in höchste Bereitschaft versetzt. Was macht Stress mit dem Körper? So reagiert Ihr System Was macht Stress mit dem Körper?  Diese Frage begegnet mir in der Praxis fast täglich – und sie ist absolut berechtigt. Denn Stress ist weit mehr als ein vages Gefühl von Überforderung oder Rastlosigkeit. Er ist ein hochkomplexes körperliches Programm, das tief in unserer evolutionären Geschichte verankert ist: die sogenannte Stressreaktion . Doch was genau passiert da eigentlich im Körper – und warum fühlen wir uns manchmal wie gejagt, obwohl wir nur vor dem Laptop sitzen? Die Antworten darauf sind ebenso spannend wie aufschlussreich. Und sie geben einen klaren Hinweis darauf, warum es sich lohnt, Stress besser zu verstehen – und den eigenen Umgang damit bewusst zu gestalten. Was macht Stress mit dem Körper: Der Ablauf einer Stressreaktion Was macht Stress mit dem Körper – konkret, Schritt für Schritt? Tatsächlich folgt unsere innere Alarmanlage einem festgelegten biologischen Ablauf. Diese fünf Phasen laufen blitzschnell ab und sind darauf ausgelegt, unser Überleben zu sichern: Orientierungsphase Stressoren tauchen auf – der Körper schüttet Noradrenalin  aus, um Aufmerksamkeit und Wachsamkeit zu erhöhen. Alarmphase Jetzt wird Energie mobilisiert: Die Nebenniere schüttet Adrenalin  aus, Herzschlag und Atmung beschleunigen sich. Handlungsphase Kampf oder Flucht: Die bereitgestellte Energie wird genutzt. Cortisol  hält das Erregungsniveau hoch, damit wir durchhalten. Neubewertungsphase Das Gehirn bewertet die Situation neu – je nach Ausgang wird das Verhalten durch Dopamin  oder Oxytozin  verstärkt. Ruhephase Nach dem „Einsatz“ kommt die Regulation: Der Körper schaltet runter, Serotonin  und Melatonin  sorgen für Erholung. Wenn Stress sich staut: Der Teufelskreis ohne Energieabbau Was passiert, wenn der Körper die bereitgestellte Energie nicht loswird  – also weder kämpft noch flieht? Genau hier wird Stress zum Risiko: Adrenalin und Cortisol bleiben im System, die Stressreaktion läuft weiter. Das Ergebnis: Ein biologischer Teufelskreis , der Körper und Psyche in Daueralarm versetzt. Die Amygdala bleibt erregt, die Muskeln sind dauerhaft angespannt, der Atem wird flach und unruhig. Das folgende Schaubild zeigt diesen Kreislauf: Ein Kreislauf, der uns oft festhält: Wenn Anspannung und innere Alarmbereitschaft sich gegenseitig verstärken. Aktivierung von Energie ohne ausreichenden Abbau von Adrenalin und Cortisol führt zu einem Teufelskreis von Stress und Angst. Was macht Stress mit dem Körper: Die Stresstreppe als Warnsignal Stress wirkt – auf allen Ebenen. Was macht Stress mit dem Körper?  Nicht nur Muskeln, Herz und Immunsystem reagieren, sondern auch Konzentration, Stimmung und Energielevel. Und das Ganze oft schleichend – Stufe für Stufe , wie auf einer unsichtbaren Treppe. Damit Sie besser einschätzen können, wo Sie selbst gerade stehen, lohnt sich ein Blick auf Ihre eigene Stressbelastung. Viele meiner Klienten nutzen dafür gern meinen kurzen Stress Test – ein einfaches Tool, das sofort ein Gefühl dafür gibt, wie sehr Ihr Nervensystem aktuell gefordert ist. Wenn Stress nicht aktiv abgebaut wird, steigen wir mit jeder Belastung eine Stufe höher. Das geht eine Zeit lang gut – bis Körper und Psyche beginnen zu streiken. Und falls Sie zusätzlich Materialien suchen, die Sie bei der Stressregulation unterstützen, finden Sie auf der Seite Klarheit zum Mitnehmen  weitere kostenlose Impulse – vom Bedürfnischeck bis zum Klarheits-Check . Stresstreppe: Wie sich Belastung still und schrittweise aufbaut – oft lange, bevor der Körper laut wird. ­ Körperliche Ebene – wenn der Körper Alarm schlägt: – Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, Muskelschmerzen – Atemnot, Herzrasen, Bluthochdruck – Häufige Infekte, Hautreaktionen, Kopfschmerzen Mentale Ebene – wenn der Kopf nicht mehr mitzieht: – Konzentrationsschwierigkeiten, Gedankenkreisen, Überforderung – Schlafstörungen, emotionale Erschöpfung – Kreativitätsverlust, Burnout, depressive Verstimmung oder Ängste Energie-Ebene – wenn der Akku leer ist: – Dauermüdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit – Sinkende Motivation, keine Lust mehr auf Dinge, die früher Freude gemacht haben Je länger dieser Zustand anhält, desto schwieriger wird der Weg zurück. Deshalb ist es so wichtig, rechtzeitig gegenzusteuern – mit echten Pausen, bewusster Selbstfürsorge und einem klaren Blick auf die eigenen Stressmuster. 💡 Wussten Sie schon? Auch innere Antreiber  wie „Sei perfekt!“  oder „Mach es allen recht!“  können das Stresslevel massiv erhöhen. Lesen Sie mehr über typische Stressverstärker und ihre Herkunft ** Typische Symptome bei chronischem Stress – auf einen Blick Stress wirkt auf vielen Ebenen. Die folgende Übersicht zeigt typische Symptome, die bei chronischer Belastung auftreten können – körperlich, psychisch und energetisch. Ebene Typische Symptome bei chronischem Stress Körperlich Verspannungen, Rückenschmerzen, Muskelbeschwerden, Herzrasen, Bluthochdruck, Atemprobleme, Infektanfälligkeit, Kopfschmerzen, Hautprobleme Psychisch Reizbarkeit, Nervosität, innere Unruhe, Schlafstörungen, depressive Verstimmung, Ängste, Gedankenkreisen, emotionale Erschöpfung Mental / Energetisch Konzentrationsstörungen, kreative Blockaden, Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Motivationsverlust, Gefühl von Leere oder Getriebenheit Vertiefende Artikel rund um Stress Wenn Sie tiefer verstehen möchten, wie Stress Körper und Psyche belastet – oder wie Sie Ihre Stressregulation aktiv stärken können –, lohnen sich diese Beiträge: – Burnout und Stress: Wenn alles zu viel wird – Psychosomatik: Wenn Körper und Seele gemeinsam leiden – Umgang mit Stress: Acht wirkungsvolle Übungen gegen Stress – Stressbewältigung: Wie Sie sich schützen können – Yoga gegen Stress: Wie Yoga Ihnen hilft, Ihr Leben zu entschleunigen Diese Artikel ergänzen sich, weil sie unterschiedliche Facetten von Stress beleuchten – körperlich, emotional und mental – und Ihnen helfen, Ihren eigenen Stressverlauf besser zu verstehen. Der Körper im Fokus: Was macht Stress mit dem Körper? Was macht Stress mit dem Körper – vor allem dann, wenn wir ihn nicht aktiv abbauen?  Genau hier setzt ein häufig übersehener Faktor an: Bewegung. Denn obwohl sich viele Menschen in Stressphasen nach Ruhe sehnen, ist reines Ausruhen oft nicht die effektivste Strategie. Die biologische Stressreaktion  bereitet uns auf Kampf oder Flucht vor – mit einem Energie-Boost, der sich nur durch Bewegung wieder regulieren lässt. Wenn diese Energie im Körper steckenbleibt, weil wir viel sitzen, zu wenig atmen oder uns kaum bewegen, verstärkt das den Stress  sogar. Warum Bewegung bei Stress unverzichtbar ist: Baut Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ab Bringt Muskeln, Gelenke und Kreislauf in Balance Stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit Fördert Glücksgefühle durch Endorphine   Kurz gesagt: Bewegung wirkt wie ein innerer Reset. Nicht zur Leistung – sondern zur Regulation. Und sie hilft, den Körper wieder als Verbündeten wahrzunehmen. Was macht Stress mit dem Körper – und was Entspannungstechniken bewirken „Entspannungstechniken sind nichts für mich.“ Ein Satz, den ich in der Praxis häufig höre. Und einer der Gründe, warum ich so gern über die Stressreaktion aufkläre. Denn: Was macht Stress mit dem Körper?  Er versetzt ihn in Alarmbereitschaft. Und genau da setzen Entspannungsübungen an – als Gegenimpuls. Sie signalisieren dem Nervensystem: Gefahr vorbei, du darfst loslassen. ** Wichtig dabei: Es geht nicht um Leistung, sondern um wohltuende Bewegung und bewusste Auszeiten – körperlich, geistig, emotional. Bewegung zur Stressreduktion – aber bitte ohne Leistungsdruck Nicht jeder braucht schweißtreibenden Sport. Was Stress mit dem Körper macht, lässt sich auch mit achtsamer Bewegung regulieren  – idealerweise: Spaßorientiert, nicht leistungsgetrieben Mit Atmung verbunden , z. B. in Yoga, Tai Chi oder Qi Gong In der Natur  oder mit anderen Menschen – das stärkt das emotionale Immunsystem Achtsame Bewegung … – fördert Entspannung – mobilisiert den Körper – fokussiert den Geist – bringt Energie zum Fließen – löst Blockaden – körperlich wie mental Entspannungsverfahren: Finden Sie Ihren eigenen Zugang Es muss nicht gleich OM im Lotussitz sein – Entspannung ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Erfahrung zeigt: Fast jeder findet früher oder später „sein“ oder „ihr“ Verfahren . **Mein Tipp: Probieren Sie aus – und bleiben Sie ein paar Mal dran, bevor Sie urteilen. Mögliche Verfahren sind z. B.: Selbsthypnose Yoga Nidra Progressive Muskelentspannung (PMR) Body Scan Autogenes Training Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über bewährte Entspannungsverfahren: Diese Übersicht zeigt, wie vielfältig Entspannungsverfahren sein können – und wie unterschiedlich Wege aussehen dürfen, um mehr Ruhe in Körper und Kopf zu bringen. Was sie verbindet: Entspannungsreaktionen wirken – kurzfristig und langfristig So unterschiedlich die Methoden auch wirken – die Ergebnisse sind vergleichbar . Entspannung wirkt auf den Körper wie ein inneres Umschalten. Kurzfristige Effekte: – körperliche Entspannung – Beruhigung des Nervensystems – psychische Erleichterung Langfristige Effekte: – Abnahme der Stressreaktionsbereitschaft – Regulation des vegetativen Nervensystems – Aufbau einer stabilen Entspannungsreaktion durch Übung (konditionierter Reflex) Meditation bei Stress und Überlastung Auch Meditation  ist ein wirkungsvolles Tool zur Stressbewältigung. Durch die Fokussierung auf den Atem und das Loslassen belastender Gedanken … – beruhigt sich das Nervensystem – sinkt der Cortisolspiegel – steigen Glückshormone wie Serotonin  und Endorphine Regelmäßige Meditation stärkt nicht nur Ihre innere Balance, sondern auch Ihre Widerstandskraft gegenüber künftigen Belastungen. Fazit: Was macht Stress mit dem Körper – und was Sie für sich tun können „Tu deinem Leib des Öfteren etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Teresa von Ávila Stress ist nicht (nur) Kopfsache – er ist körperlich spürbar. Und deshalb lohnt es sich, auch über den Körper in die Regulation zu kommen. 🧡 Sorge für dich. Mit Bewegung, Ruhe, gesunder Ernährung, bewusstem Denken und ehrlicher Selbstfürsorge . Häufige Fragen: Was macht Stress mit dem Körper Was macht Stress mit dem Körper? Stress versetzt den Körper in einen biologischen Alarmzustand. Herzschlag und Atmung beschleunigen sich, Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet, Muskeln spannen sich an und das Nervensystem schaltet auf höchste Wachsamkeit. Kurzfristig ist diese Reaktion sinnvoll. Problematisch wird sie dann, wenn der Körper dauerhaft in dieser Anspannung bleibt. Welche körperlichen Symptome kann Stress auslösen? Was Stress mit dem Körper macht, zeigt sich oft sehr deutlich: zum Beispiel durch Nacken- und Rückenverspannungen, Kopfschmerzen, Herzrasen, flache Atmung, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden oder häufige Infekte. Auch Hautreaktionen, innere Unruhe und Erschöpfung können typische Folgen von anhaltendem Stress sein. Warum bleibt Stress manchmal im Körper stecken? Die Stressreaktion ist biologisch auf Kampf oder Flucht vorbereitet. Im Alltag bauen wir diese bereitgestellte Energie jedoch oft nicht ab – etwa weil wir weiter am Schreibtisch sitzen, funktionieren oder Gefühle unterdrücken. Dadurch bleiben Stresshormone länger im System, Muskeln und Atem bleiben angespannt und der Körper findet schwerer zurück in die Regulation. Wie kann ich Stress im Körper abbauen? Was Stress mit dem Körper macht, lässt sich oft am besten über den Körper selbst regulieren. Hilfreich sind Bewegung, bewusstes Atmen, Entspannungsverfahren, achtsame Pausen und regelmäßige Erholung. Besonders wirksam sind Methoden, die den Körper aus dem Alarmzustand holen und dem Nervensystem signalisieren: Die Gefahr ist vorbei. Wann sollte ich Stress ernst nehmen? Stress sollten Sie spätestens dann ernst nehmen, wenn körperliche Beschwerden, Schlafprobleme, Erschöpfung, Gedankenkreisen oder innere Unruhe über längere Zeit anhalten. Wenn Sie merken, dass Ihr Körper nicht mehr richtig herunterfährt oder Sie sich dauerhaft überfordert fühlen, ist es sinnvoll, genauer hinzuschauen und sich gegebenenfalls Unterstützung zu holen. Sie möchten Ihr Stresslevel auf körperlicher und mentaler Ebene nachhaltig senken? Dann lade ich Sie herzlich ein zum kostenfreien Vorgespräch . Wir schauen gemeinsam, was Sie aktuell belastet – und wie Sie in kleinen Schritten zurück zu innerer Ruhe, Klarheit und Selbstwirksamkeit finden. Vielleicht interessiert Sie auch: Yoga gegen Stress: Wie Yoga Ihnen hilft Ihr Leben zu entschleunigen Stressprävention: Wie Sie wieder mehr Luft zum Atmen finden Stress und Burnout am Arbeitsplatz - ein modernes Problem Stress verstehen: Wissenswerte Fakten für wirkungsvolle Strategien gegen Stress Quellen & Inspiration: Kursunterlagen TEK Trainer Ausbildung - Training emotionaler Kompetenzen, nach Prof. Dr. M. Berking www.soham-psychologische-beratung.de

  • Resilienz stärken: 4 Tipps für Ihren Alltag

    Resilienz stärken: Herausforderungen und Krisen des Lebens besser meistern Resilienz stärken:  Mit mehr innerer Stärke gelassener und selbstbewusster durch schwierige Zeiten gehen. Resilienz stärken - was ist Resilienz? Mit Resilienz wird die psychische Widerstandskraft eines Menschen bezeichnet, mit der er schwierige Lebenssituationen meistert. So individuell wie wir Menschen sind, so individuell ist auch unsere Resilienz ausgeprägt. Vielleicht kennen Sie Menschen, die im Verlauf ihres Leben eine Reihe von "Tiefschlägen" wegstecken mussten und wundern Sie sich, wie gut ihnen das gelungen ist? Und dann wieder gibt es Menschen, die erholen sich einfach nicht mehr (ausreichend), wenn das Schicksal zugeschlagen hat. Nicht bei jedem Menschen ist Resilienz gleich stark ausgeprägt. Menschen mit einer ausgeprägten Resilienz fällt es leichter Krisen wegzustecken und ihr Leben danach (ähnlich) wie zuvor weiterzuführen. Sie sind eben resilienter! Verzagen Sie nicht. Die eigenen Resilienz stärken ist möglich. Tipps, wie Sie Ihre persönliche Fähigkeit der Resilienz stärken können, möchte ich Ihnen in diesem Beitrag aufzeigen. Weiterführende Informationen zum Thema Resilienz, der seelischen Widerstandsfähigkeit, finden Sie hier: Resilienz stärken: Einfache Tipps für Ihren Alltag Ein starkes soziales Netz gibt Halt Wir Menschen, egal ob introvertiert oder extrovertiert, sind soziale Wesen . Gemeinschaft gibt uns Halt und Sicherheit. Diese Bedürfnisse sind ganz tief in uns angelegt. Wenn Sie Ihre Resilienz stärken möchten, dann ist mein erster Tipp: Schließen Sie sich einer Gemeinschaft an – sei es in der Nachbarschaft, in der Familie, unter Gleichgesinnten oder in einer Sportgruppe. Finden Sie eine Aktivität , die Ihnen Freude bereitet, und überlegen Sie, wie Sie einen wertvollen Beitrag leisten können. So nähren Sie Ihr Bedürfnis nach Verbundenheit und fördern auch Ihr Wohlbefinden. Resilienz stärken durch achtsame Selbstwahrnehmung Selbstwahrnehmung bedeutet, bewusst wahrzunehmen , was in uns geschieht . Sie hilft, Gefühle , Gedanken und körperliche Empfindungen besser zu verstehen und darauf angemessen und bewusst zu reagieren . Verbessern Sie Ihre Selbstwahrnehmung – Meditation kann dabei eine wertvolle Unterstützung sein. Hier einige Impulse für Fragen, die Ihnen helfen Ihre Selbstwahrnehmung zu fördern: Was nehme ich in mir wahr? Gibt es bestimmte Gerüche, Geräusche, oder spüre ich Wärme oder Kälte? Wie fühlt sich mein Körper an? Gibt es vielleicht eine Stelle, die schmerzt oder sich besonders anfühlt? Was spüre ich in meiner linken Hand, im rechten Knie, etc. Welche Gedanken bewegen mich gerade? Welche Gefühle sind in diesem Moment präsent? Resilienz stärken durch den Aufbau von Selbstregulationsfähigkeiten Die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen und ins Gleichgewicht zu bringen , ist ein wichtiger Baustein für innere Stärke und Gelassenheit . Resilienz stärken geht also kaum ohne achtsames Training der Selbstregulationsfähigkeit . Hier sind einige einfache Übungen aus der Psychologie, die Ihnen dabei helfen können: Lassen Sie zum Beispiel Ihren Blick sanft über die Umgebung schweifen und nehmen Sie alle Details ganz genau wahr. Seufzen Sie und strecken Sie Ihren Körper. Rollen Sie dabei Ihre Gelenke und lockern Sie sie, indem Sie Ihre Beine und Arme leicht hin und her pendeln lassen. Sie können auch Ihren Körper abklopfen oder massieren. Bewegungen, welche die Körpermitte kreuzen, sind ebenfalls hilfreich z. B. rechts-links-Übungen, Überkreuzklopfen mit den Händen auf das jeweils andere Knie etc. Visualisieren Sie einen Ort, an dem Sie sich sicher, wohlig und frei fühlen. Resilienz stärken - mentale Ausrichtung auf das Positive Wie wir denken , beeinflusst , wie wir uns fühlen und damit auch, wie wir handeln . Eine positive Grundhaltung hilft dabei, das Leben bewusster zu genießen und Herausforderungen gut zu bewältigen . Unser Gehirn ist schnell und gut darin Negatives zu suchen und zu finden. Nur so konnten wir über die vielen Jahrtausende überleben. Studien aus der allgemeinen und der positiven Psychologie konnten gut belegen, dass wir unser Gehirn aber recht schnell umerziehen können. Wir können lernen den Fokus zu erweitern und uns bewusst auf Positives ausrichten. Bauen Sie die folgenden Impulse in Ihren Alltag ein, sie werden überrascht sein, wie wirkungsvoll und kraftvoll sie sind: • Positive Momente bewusst nacherleben:  Nehmen Sie sich Zeit , schöne Erlebnisse oder kleine Erfolge des Tages in Gedanken Revue passieren zu lassen. Erinnern Sie sich an die Details – was haben Sie gesehen, gehört oder gefühlt? Diese Übung verstärkt das gute Gefühl und richtet Ihren Fokus auf das, was Ihnen guttut bzw. erfüllt. • Dankbarkeit zeigen:  Machen Sie es sich zur Gewohnheit, Dinge zu benennen , für die Sie dankbar sind – sei es ein Lächeln, ein freundliches Gespräch oder ein Moment der Ruhe. So gelingt es leichter, die positiven Aspekte im Alltag zu erkennen und zu fördern. Häufige Fragen zu Resilienz stärken Was bedeutet Resilienz stärken eigentlich? Resilienz stärken bedeutet, die eigene psychische Widerstandskraft bewusst aufzubauen. Gemeint ist damit die Fähigkeit, mit Belastungen, Krisen und schwierigen Lebensphasen so umzugehen, dass Sie innerlich stabiler bleiben und sich nach Rückschlägen besser erholen können. Resilienz ist nicht angeboren oder festgelegt – sie lässt sich im Alltag fördern und trainieren. Kann man Resilienz wirklich stärken? Ja, Resilienz lässt sich stärken. Auch wenn Menschen unterschiedlich belastbar sind, ist psychische Widerstandskraft keine feste Eigenschaft. Wer an Selbstwahrnehmung, Selbstregulation, sozialer Verbundenheit und einer hilfreichen inneren Haltung arbeitet, kann seine Resilienz Schritt für Schritt stärken und im Alltag mehr innere Stabilität entwickeln. Wie kann ich meine Resilienz im Alltag stärken? Resilienz stärken gelingt oft über kleine, regelmäßige Schritte. Hilfreich sind ein tragfähiges soziales Netz, eine achtsame Selbstwahrnehmung, einfache Übungen zur Selbstregulation und eine bewusstere Ausrichtung auf positive Erfahrungen. Gerade im Alltag wirken oft die unspektakulären Dinge am stärksten – zum Beispiel Verbundenheit, Bewegung, bewusste Pausen, Dankbarkeit und ein freundlicherer Umgang mit sich selbst. Warum ist Selbstwahrnehmung wichtig, wenn ich meine Resilienz stärken will? Wer seine Resilienz stärken möchte, braucht einen guten Zugang zu sich selbst. Selbstwahrnehmung hilft dabei, Gedanken, Gefühle und körperliche Signale früher zu bemerken und bewusster darauf zu reagieren. Dadurch steigt die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren, statt von Stress oder innerer Unruhe überrollt zu werden. Genau das ist ein wichtiger Baustein psychischer Widerstandskraft. Wann ist Unterstützung sinnvoll, um die eigene Resilienz zu stärken? Unterstützung ist immer dann sinnvoll, wenn Sie merken, dass Sie sich im Kreis drehen, schnell überfordert sind oder nur schwer wieder in Ihre innere Stabilität finden. Resilienz stärken muss kein Alleingang sein. Psychologische Beratung kann helfen, persönliche Belastungsmuster besser zu verstehen, passende Strategien zu entwickeln und die eigene Widerstandskraft gezielt aufzubauen. Resilienz stärken - Unterstützung macht es einfacher Schwierige Zeiten gehören zum Leben – sie treffen jeden von uns. Doch indem wir in ruhigeren Phasen bewusst daran arbeiten und unsere Resilienz stärken , können wir uns besser auf herausfordernde Situationen und Krisen vorbereiten . Diese innere Widerstandskraft hilft uns, auch in anspruchsvollen Momenten gelassen zu bleiben und vertrauensvoll nach vorn zu schauen. Stellen Sie sich vor, wie viel Leichtigkeit und Ruhe in Ihrem Leben möglich wären, wenn Sie Ihre Resilienz stärken. Wäre es nicht wohltuend, Herausforderungen mit mehr Zuversicht zu begegnen und auf die Unterstützung Ihres sozialen Umfeldes bauen zu können? Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten. Vereinbaren Sie gleich heute ein kostenfreies Vorgespräch und entdecken Sie, wie Sie Ihre Resilienz stärken und damit Ihr Leben bereichern können. Vielleicht interessiert Sie auch: Teufelskreis der Depression: Die Abwärtsspirale verstehen Die 7 Säulen der Resilienz: Schlüssel zu mehr Balance Bewältigung von Krisen: Wege zurück ins innere Gleichgewicht Stress verstehen: Wissenswerte Fakten für wirkungsvolle Strategien gegen Stress www.soham-psychologische-beratung.de

  • Wege aus der Einsamkeit

    Sie sind nicht allein! Es gibt Wege aus der Einsamkeit! Wege aus der Einsamkeit - ist es das was Sie suchen? Vielleicht haben Sie gerade jetzt ein plötzliches Gefühl der Einsamkeit und Leere? Vielleicht haben Sie im Netz oder in Themenheften darüber gelesen? Vielleicht fragen Sie sich: Gibt es Wege aus der Einsamkeit? Wie Einsamkeit überwinden? Oder Sie überlegen: Kann man sich mit der Einsamkeit abfinden? Das Wichtigste gleich zu Beginn: Sie sind nicht allein und es gibt Wege aus der Einsamkeit! Einsamkeit in Deutschland? Gibt es die? Ein klares "ja!". Und das tatsächlich in allen Generationen hinweg. Einsamkeit betrifft Senioren die zuhause oder im Altenheimen leben, Frauen und Männer verschiedenen Alters und dies ist meiner Ansicht nach ein großes Warnsignal für unsere Gemeinschaft. Immer mehr Menschen in Deutschland fühlen sich einsam. Im Jahr 2017 fühlten sich 9,2 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen im Alter zwischen 45 und 84 einsam (Deutsches Zentrum für Altersfragen). Im Zeitraum von 2011 bis 2017 ist die Einsamkeitsquote in der genannten Altersklasse um 15 Prozent gestiegen. Probleme mit Einsamkeit haben bereits Teenager zwischen dem 11 und 17 Lebensjahr, was auch in dieser Alterskategorie durch Corona und die entsprechenden Beschränkungen noch einmal verschärft wurde und den Weg aus der Einsamkeit erschwert hat. Einsamkeit macht krank Wege aus der Einsamkeit zu finden ist wichtig, denn Einsamkeit macht krank . Wissenschaftliche Studien konnten belegen, dass insbesondere soziale Isolation das Auftreten und den Verlauf chronischer Erkrankungen ungünstig beeinflussen. So zeigen sich etwa Zusammenhänge für Bluthochdruck oder psychische Erkrankungen und Demenz oder ein geschwächtes Immunsystem . Meine Erfahrungen bestätigen dies ebenso. Einsamkeit erfährt oft eine Tabuisierung , ist nicht selten mit Scham , Trauer oder Enttäuschung verknüpft und kaum einer - von der Teilnahme an speziellen Gesprächsrunden abgesehen - spricht über diese Erfahrungen. Dabei hilft gerade die Ent-Tabuisierung Wege aus der Einsamkeit zu finden! Einsame Menschen schlafen schlechter , ernähren sich ungesünder, gehen weniger großen und kleinen Aktivitäten nach und bewegen sich insgesamt weniger. Einsame Personen haben Suizidgedanken und sterben früher . Einsamkeit ist keine psychische Störung im pathologischen Sinn, sie kann aber eine solche auslösen oder verstärken. Vertrauensvolle Beziehungen, positive Lebensumstände, Aktivitäten und persönliche Projekte tragen deutlich zur psychischen Stabilität bei, beeinflussen insgesamt das Wohlbefinden auf positive Weise und unterstützen langfristig ein erfülltes Leben . Wege aus der Einsamkeit: Schritt für Schritt zurück in Verbindung. Warum dieser Beitrag? Immer wieder ist Einsamkeit ein Thema in der psychologischen Beratung . Befreundet und vernetzt über Facbook, Youtube, Instagram und LinkedIn und doch sind viele schlicht allein oder fühlen sich einsam . Dieser Beitrag soll Ihnen helfen, Einsamkeit zu verstehen und Ihnen 3 Tipps für Wege aus der Einsamkeit anbieten: Wege aus der Einsamkeit: Einsamkeit vs Alleinsein Macht Einsamkeit krank? Welche Einsamkeit macht krank? Sich einsam fühlen Zusammenhang von psychischen Erkrankungen und Einsamkeit Wie entsteht chronische Einsamkeit? Welche Faktoren begünstigen emotionale Einsamkeit und Isolation? Typische Gedanken bei Einsamkeit Wege aus der Einsamkeit brauchen Strategien Wie Einsamkeit entsteht Wege aus der Einsamkeit: 3 Tipps Wege aus der Einsamkeit: Einsamkeit vs Alleinsein Einsamkeit wird oft mit Alleinsein verwechselt. Dabei gibt es da einen Unterschied, der im Verlauf des Beitrags deutlich werden wird. Grundsätzlich kann eine Person die Einsamkeit oder Zurückgezogenheit aktiv suchen, zum Beispiel in einem Kloster, um seine Persönlichkeit zu entwickeln und spirituell zu wachsen. Allein sein bedeutet nicht gleichzeitig auch einsam zu sein. Wer allein ist, sucht nicht zwangsläufig Wege aus der Einsamkeit. Die Angst vor Vereinsamung und Einsamkeit ist hier ein großer Faktor in Richtung Krankheit Macht Einsamkeit krank? Welche Einsamkeit macht krank? innere Leere das Gefühl überflüssig und ungeliebt zu sein sich allein gelassen fühlen sich schämen Trauer oder Verlust spüren - ohne das Gefühl unterstützt zu sein niemanden zu haben, der einen wertschätzt das Fehlen eines "Gesellen", dem man bedingungslos vertrauen kann Niemanden zu haben, mit dem man über wichtige Dinge sprechen kann keine wirklich bedeutsame Bezugsperson zu haben Sich einsam fühlen Einsamkeitsgefühle können auch auftreten, obwohl wir von Menschen umgeben sind, obwohl unser Leben von außen betrachtet nicht den Anschein von Einsamkeit vermitteln. So gibt es: Einsamkeit in der Ehe Einsamkeit, obwohl ein Netz an Freunden besteht Einsamkeit trotz Beruf (und guter Erfolge und Leistungen im Job) Einsamkeit, auch wenn Sie sympathisch gefunden werden, von vielen gemocht werden Einsamkeit ist keine Frage des Alters Einsamkeit trotz Mann, Frau, Familie, Kindern, Eltern, etc. Einsamkeit, auch wenn wir uns in Gesellschaft befinden (z.B. Vereine o.ä.) Zusammenhang von psychischen Erkrankungen und Einsamkeit Wie oben bereits ausgeführt, ist Einsamkeit keine psychische Störung. Allerdings kann Einsamkeit psychische Störungen auslösen oder verstärken. Zudem ist es ganz häufig so, dass psychisch Kranke oft einsam sind. Wir Menschen sind soziale Wesen . Wir brauchen andere, nur so konnten wir überleben, wachen und nur so bleiben wir langfristig stark und mental gesund . So liegt das Gegenteil von Einsamkeit auf der Hand: das Eingebundensein in eine menschliche Gemeinschaft, in vertrauensvolle Beziehungen. All das trägt erheblich zu psychischer Stabilität bei und ggf. zur Gesundung. Ungeachtet dessen, ist es für das persönliche Wachstum und die Lebensfreude wichtig ein stabiles Umfeld zu haben. Damit meine ich nicht ein endlose Liste an Freunden, sondern wenige, wirklich tiefe und verlässliche Verbindungen. Wie entsteht chronische Einsamkeit? Momentane, vorübergehende Einsamkeit Der erste Schritt ist häufig nur ein kurzes Gefühl der Einsamkeit. Zum Beispiel aufgrund von äußeren Umständen wie ein Umzug in eine andere Stadt, ein Todesfall, eine Trennung, eine negative Erfahrung oder ein persönliche Krise. Ausgelöst durch ein solches Ereignis, können wir von dem Kontakt zu vertrauten Personen abgeschnitten sein, oder bewusst einen Rückzug herbeigeführt haben (Scham, Trauer, Enttäuschung). Diese Phase ist absolut nicht problematisch. Ganz im Gegenteil. Der Rückzug ist im ersten Schritt Selbstfürsorge . Er hilft sich zu sortieren, sich neu auszurichten, Dinge zu "verdauen" oder einfach nur mal zur Ruhe zu kommen. Es ist eine Phase die die Veränderung im Leben einläutet. Langsamer Rückzug - das Warnsignal Die Einsamkeit wird zu unserem dauernden Begleiter . Bedingt durch den temporären Rückzug nimmt die Fähigkeit uns mit anderen zu unterhalten stetig ab , wir werden träge im sozialen Umgang und verlieren die Lust an Aktivitäten oder generell in Kontakt zu treten. Chronische Einsamkeit - was Einsamkeit aus Menschen macht Die chronische Einsamkeit ist wie eine Spirale mit sich gegenseitig bedingenden Faktoren . Wenn die Einsamkeitsgefühle über Monate (oder gar Jahre) andauern versteinern wir inne rlich und äußerliche . Wir werden immer unsicherer im Umgang mit anderen, wir "verlernen" regelrecht in Kontakt zu treten und diesen aufrecht zu erhalten. Es fällt uns zunehmend schwer Anerkennung anzunehmen und zu geben. Andere wissen nicht, was sie mit uns anfangen sollen. Wir sind wortkarg bis hin zu unfreundlich . Wir fühlen uns unattraktiv und abgelehnt und verlieren zunehmend das Vertrauen in unsere Fähigkeiten. Wir ziehen uns immer weiter zurück, kapseln uns ab und werden immer noch weiter abweisender und gereizter. Welche Faktoren begünstigen emotionale Einsamkeit und Isolation? Es gibt innere Ursachen und äußere Faktoren -> Auslöser Schwierigkeiten beim Aufbau und der Aufrechterhaltung zwischenmenschlicher Beziehungen Umzüge und hohe berufliche Mobilität Trennung/Scheidung Verlust eines Partners oder einer anderen bedeutenden Person durch Tod Fokussierung auf berufliche Projekte und beruflichen Erfolg - oft verbunden mit hoher Leistungserwartung Smartphones, Google/Netz, soziale Medien, Youtube, WhatsApp, etc. Berufstätige Eltern haben wenig Zeit soziale Kommunikation und Interaktion mit ihren Kindern zu trainieren und ihnen die Bedeutung entsprechend zu vermitteln Rückgang von Ehrenamt und Vereinstätigkeiten mangelnde Selbstliebe ("wenn ich mich selbst nicht liebe, warum sollen es die anderen tun?") Vorurtele und Stigmatisierung, z.B. bei behinderten, psychisch Kranken oder Außenseitern Gene und das Lernen von Bezugspersonen Etwas 50 Prozent der Neigung zur Einsamkeit sind angeboren , etwa weitere 50 Prozent sind erworben - also erlernt. Wobei dieser Fakt noch nicht zwangsläufig zu Einsamkeit führt. Die angeborene Vulnerabilität allerdings kann bestimmte einsam machende Denk- und Verhaltensweisen verstärken . Wege aus der Einsamkeit TIPP aus der Praxis: + Gemeinsam mit einem psychologischen Berate r oder Therapeut können Sie als Betroffener lernen, verstärkenden und auslösende Faktoren zu identifizieren und diese dann sukzessive zu vermeiden. + Das Erlernen und Auffrischen von sozialen Fertigkeiten kann ebenfalls ein Thema von Therapie und Beratung sein und kann schrittweise Sicherheit (zurück) bringen. + Gesprächsgruppen, Gesprächsrunden, Veranstaltungen im Altenheim oder z.B. im Rahmen des Weltseniorentages (-> viele Veranstaltungen dieser Art sind kostenfrei) Persönlichkeit Es ist umstritten, ob die Neigung zu Einsamkeit als Persönlichkeitsmerkmal aufgefasst werden kann. Betroffene weisen aber häufig charakteristische Gemeinsamkeiten auf: Misstrauen, Zynismus, Aggressivität gegenüber Mitmenschen negative Selbstbewertung und Erwartung von Zurückweisung durch andere Schüchternheit, Pessimismus verminderter Selbstwert Unbeholfenheit in sozialen Situationen, was dann wieder rum dazu führt, dass andere sie genervt zurückweisen Wege aus der Einsamkeit TIPP aus der Praxis: + Wahrnehmung und Wirkung des Verhaltens gezielt hinterfragen und überprüfen + Arbeit am Selbstwertgefühl + Arbeit an Selbstreflexion, Selbsterkenntnis und Persönlichkeit + Maßnahmen und Etappenziele für mehr Verbundenheit und Zugehörigkeit mit anderen Menschen zu schaffen Begleitende Kognition Einsamkeit als eine Folge der negativen Deutung des Alleinseins ist oft eine Kombination mit mit Übersensibilität für soziale Beziehungen Der kognitive Fokus ist oft auf den negativen Aspekten , während positive Aspekte ausgeblendet werden. So sehnt sich der Single oft nach einer Beziehung mit einem Menschen, einem gemeinsamen Leben in Zweisamkeit. Vergessen wird dabei recht häufig, dass das allein leben auch Freiheiten und Selbstbestimmung bringt, die in einer Paarbeziehung häufig Kompromisse erfordern. Wege aus der Einsamkeit TIPP aus der Praxis: + Abgleich dysfunktionale Kognition mit Realität und entsprechende Anpassung -> positives Interagieren mit anderen ist möglich + Re-Framing: Alleinsein als Chance auf Entwicklung und Wachstumsmöglichkeit Umfeld Das Umfeld ist ebenfalls von Bedeutung. So haben einsame Menschen häufig mit einsamen Menschen zu tun. Wenn ein "nicht-einsamer-Mensch" hingegen mit einem einsamen Menschen zusammentrifft, so wird er oft selbst einsamer. Wege aus der Einsamkeit TIPP aus der Praxis: + "Lernen am Modell": Nehmen Sie sich "nicht-einsame-Menschen" als Vorbild und schauen Sie sich ab, wie es gehen kann Äußere Hindernisse und Beschränkungen Räumliche Abgeschiedenheit, mangelnde Mobilität und Krankheiten können große Hindernisse darstellen. Wege aus der Einsamkeit TIPP aus der Praxis: + Notfalls hilft ein Umzug in eine verkehrsgünstigere Lage + Moderne Technologien (Smartphones, Google, etc.) haben seit Corona die soziale Interaktion deutlich verbessert. Der Anfang mag beschwerlich sein, aber es ist möglich und leichter als Sie denken. Typische Gedanken bei Einsamkeit Im Folgenden habe ich einige typische Gedanken zusammengetragen. Die Liste ist weder vollständig noch muss sie für Sie zutreffend sein. Mir begegnen diese Aussagen häufig in der Praxis. Ihnen soll diese Liste zeigen, dass Ihre Gedanken nicht ungewöhnlich oder schräg sind: "niemand interessiert sich für mich" "ich bin langweilig und für Andere uninteressant" "alles ist sinnlos und leer" "alle genießen das Leben und ich bin hier ganz allein" "niemand versteht mich" "ich empfinde große Scham für meine Einsamkeit" "einsame Menschen sind unfähig/kaputt/langweilig..." "ich bin falsch und keiner will etwas mit mir zu tun haben" Wege aus der Einsamkeit brauchen Strategien überprüfen Sie Ihre Gedanken über andere und soziale Beziehungen üben Sie positive Gedanken und Verhaltensweisen arbeiten Sie an Ihren sozialen Fertigkeiten , an Ihren sozialen Ängsten und Ihrem Selbstwert schaffen Sie sich schrittweise die Voraussetzungen für Kontakte und Begegnungen - VHS-Kurse, Vereine, Projekte, Fortbildungen, Ehrenamt, Freizeitaktivitäten wie Wanderungen o.ä. holen Sie sich Hilfe - Sie müssen da nicht allein durch! Wie Einsamkeit entsteht Wenn Sie gerade Wege aus der Einsamkeit suchen, sind Sie vielleicht auch verwundert: Wieso fühlen sich manche Menschen oft oder ständig einsam und andere hingegen nie ? Der Grund wird im Zusammenspiel von inneren Ursachen und äußeren Auslösern gesehen. Innere Ursachen Unter inneren Ursachen werden Überzeugungen und Einstellungen subsummiert, die Einsamkeit begünstigen . Typisch hierfür sind beispielsweise folgende Überzeugungen: "Ich brauche einen Partner um glücklich zu sein" "Alleine machen viele Dinge einfach keinen Spaß!" "Wenn mich jemand nicht mag, dann ist mit mir irgendwas falsch!" "Das Leben ist sinnlos ohne Partner und Freunde" Äußere Auslöser Mögliche äußere Auslöser können zum Beispiel sein: Trennung/Verlust von einem Partner Kinder verlassen das Haus Remote Arbeit verhindert soziale Interaktion im Büro mit Kollegen Extreme Schüchternheit, niedriger Selbstwert Perfektionismus: hohe Erwartungen an sich und andere Wenn innere Ursachen und äußere Auslöser zusammen kommen kann es zu einem Gefühl der Einsamkeit kommen. Demzufolge gibt es auch zwei Möglichkeiten auf dem Wege aus der Einsamkeit: arbeiten an der inneren Einstellung , oder die äußeren Umstände aktiv beeinflussen, dass Sie sich nicht mehr einsam fühlen -> eine Kombination aus beidem , weil die Methoden sich gegenseitig unterstützen und eine Kombination am nachhaltigsten und stabilsten ist, wäre die beste Vorgehensweise. Auch hier gilt: Sich Hilfe von außen holen ist keine Schande. Ganz im Gegenteil! Aktiv Strategien gegen die Einsamkeit zu entwickeln gibt Ihnen Kraft und langfristig eine perspektive aus dem beklemmenden Gefühl des einsam seins. Wege aus der Einsamkeit 3 Tipps: Wege aus der Einsamkeit 1. Tipp - Was denke ich eigentlich? Akzeptanz ist fast immer der erste Schritt in Richtung nachhaltiger Veränderung. Daher gilt: Akzeptieren Sie erstmal, dass Sie im Moment einsam sind. Akzeptieren heißt nicht, sich Ihrem Schicksal ergeben, Sie arbeiten dran und es wird besser werden. Wege aus der Einsamkeit: Schreiben schafft Klarheit. Um Wege aus der Einsamkeit und Strategien gegen Ihre Einsamkeit zu finden, ist es zunächst hilfreich herauszufinden, woher die Einsamkeit kommt und was im Moment der Einsamkeit in Ihrem Kopf vorgeht . Für die Übung ist es unbedingt wichtig, dass Sie schriftlich arbeiten. Zum einen schafft das Klarheit, zum anderen hören dadurch die Gedanken auf zu kreisen. Nehmen Sie Zettel und Stift und reflektieren Sie Ihre Gedanken - notieren Sie im Moment der Einsamkeit die Antwort auf: "Welche Gedanken denke ich, wenn ich mich einsam fühle" Welche Gedanken haben Sie aufgeschrieben? Woher kennen Sie diese Gedanken? Gibt es einen bestimmten Auslöser damit sie genau das denken? Wie könnten andere, funktionalere Gedanken lauten? Wege aus der Einsamkeit 2. Tipp - Mit mir selbst verbunden sein Bevor Sie sich mit anderen wirklich und echt Verbindung herstellen können, ist es unumgänglich sich mit sich selbst verbunden zu fühlen . Das Gefühl der Einsamkeit entsteht in uns selbst. Niemand anders ist verantwortlich, wenn wenn sie sich einsam fühlen. Sie allein haben hier die Verantwortung und damit auch die große Chance für sich selbst Wege aus aus der Einsamkeit zu finden. Yoga Durch Meditation und Yoga gelingt es sehr gut, die Verbindung zu sich wieder aufzunehmen und zu intensivieren . Yoga verbindet Bewegung mit Atmung. Schult die Achtsamkeit und bringt uns in den aktuellen Moment. Wir erleben durch Yoga unseren Körper und seine Bewegungen bewusst und r egulieren gleichzeitig Hormone, Stress und bringen unsere Gedanken zur Ruhe. Yoga ist für jeden Körper geeignet. Sie müssen nicht sportlich oder ehrgeizig sein. Die Yoga-Übungen passen sich Ihrem Körper an und alle Leistungsgedanken können in den Hintergrund treten. Anmerkung: Wenn Sie sich ein kleines Yoga-Studio suchen, dann kommen Sie ganz langsam mit anderen Menschen in Kontakt und haben darüber die Möglichkeit erste Wege aus der Einsamkeit zu gehen. Wege aus der Einsamkeit Tipp aus der Praxis: Meditationsübung für Einsteiger Setzen Sie sich aufrecht im Schneidersitz oder auf einen Stuhl Die Schultern sind entspannt, der Rücken gerade Ihr Kopf ist wie an einer gedachten Schnur von der Krone des Kopfes zum Himmel aufgerichtet Die Arme ruhen entspannt auf den Oberschenkeln Bringen Sie die Aufmerksamkeit in den Bauchraum Atmen Sie in den Bauch und verfolgen Sie, wie sich die Bauchdecke dabei sanft nach außen wölbt Halten Sie den Atem kurz an, ohne sich zu verspannen oder zu verkrampfen Atmen Sie dann langsam und vollständig aus, wobei sie verfolgen, wie die Bauchdecke bei der Ausatmung nach innen sinkt Achten Sie auf die Atempause am Ende der Ausatmung Beginnen Sie von vorne Wiederholen Sie den Vorgang mehrere Male und üben Sie regelmäßig. Wenn es am Anfang nicht klappt, dann ist das ganz normal. Mit jeder Übung wird es besser und es wird Ihnen immer leichter fallen. ** Meditation und Yoga ist nie als Wettbewerb zu verstehen ** lassen Sie sich Zeit und runden Sie Ihre Übungen mit einem kleinen Moment der Stille ab ** Wege aus der Einsamkeit 3. Tipp - Tiefe Verbindungen zu anderen Menschen aufbauen Vielleicht kennen Sie das Gefühl, Sie sind in einer Gruppe von Menschen oder sogar wegen Ihrer Arbeit ständig von Personen umgeben. Trotzdem fühlen sie sich einsam und getrennt von den anderen. Wieso ist das so? Es geht nicht darum, wie viele Menschen wir treffen, sondern wie tief die Beziehungen zu diesen sind und welche Verbindung wir zum anderen haben. Daher empfehle ich oft sich darauf zu konzentrieren echte und tiefe Verbindungen zu anderen aufzubauen. Sie können dies erreichen, indem Sie sich anderen öffnen und Ihre Verletzlichkeit zeigen . Das Leben ist keine Wettbewerb, es läuft nicht immer alles rund. Wir haben alle unsere Hürden und Herausforderungen im Leben. Das hatten schon die Generationen vor uns. Enttäuschung kann zum Alter gehören - Scham oder Tabuisierung nicht. Gehen Sie auf Menschen zu und zeigen Sie sich so wie Sie sind. Sie sind ok! Erlauben Sie sich Ihre Verletzlichkeit zu zeigen, auch wenn die Gefahr der Zurückweisung oder Enttäuschung besteht. Wege aus der Einsamkeit 3. Tipp - Tiefe Verbindungen zu anderen Menschen aufbauen ** Smaltalk ade: Erzählen Sie von sich. Fragen Sie Ihren Gegenüber, wenn Sie etwas wirklich interessiert. Jeder erzählt gern von sich. ** Erzählen Sie von sich selbst: öffnen Sie sich für andere. Zeigen Sie sich echt und ungekünstelt ** Lernen Sie richtig zu zuhören und stellen Sie Fragen um den anderen noch besser zu verstehen Häufige Fragen: Wege aus der Einsamkeit Welche Wege aus der Einsamkeit gibt es wirklich? Wege aus der Einsamkeit beginnen oft nicht mit einem großen Umbruch, sondern mit kleinen, bewussten Schritten. Hilfreich ist es, die eigenen Gedanken über Einsamkeit zu reflektieren, die Verbindung zu sich selbst zu stärken und nach und nach echte, tiefere Beziehungen aufzubauen. Besonders wirksam ist meist eine Kombination aus innerer Veränderung und konkreten Schritten im Außen. Was ist der Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein? Alleinsein bedeutet nicht automatisch Einsamkeit. Manche Menschen sind gern allein und erleben diese Zeit als stärkend, ruhig oder klärend. Einsamkeit entsteht eher dann, wenn das Gefühl von Leere, fehlender Verbundenheit oder mangelnder emotionaler Nähe dazukommt. Wer Wege aus der Einsamkeit sucht, sollte diesen Unterschied kennen. Kann Einsamkeit krank machen? Ja, anhaltende Einsamkeit kann sich negativ auf die psychische und körperliche Gesundheit auswirken. Sie kann unter anderem Schlafprobleme, Rückzug, depressive Verstimmungen, inneren Stress und das Gefühl von Hoffnungslosigkeit verstärken. Deshalb ist es wichtig, Einsamkeit ernst zu nehmen und sich aktiv um Wege aus der Einsamkeit zu bemühen. Warum fühle ich mich einsam, obwohl ich von Menschen umgeben bin? Einsamkeit hängt nicht nur davon ab, wie viele Kontakte ein Mensch hat, sondern vor allem davon, wie tief und bedeutsam diese Beziehungen sind. Man kann sich auch in einer Partnerschaft, im Beruf oder in Gesellschaft einsam fühlen, wenn echte Nähe, Vertrauen und emotionale Verbundenheit fehlen. Wege aus der Einsamkeit führen deshalb oft über mehr Authentizität und tiefere Verbindungen. Wie finde ich erste Wege aus der Einsamkeit im Alltag? Ein guter erster Schritt ist, die Einsamkeit nicht wegzudrücken, sondern bewusst anzuerkennen. Danach kann es helfen, typische Gedanken schriftlich zu reflektieren, die Verbindung zu sich selbst durch Achtsamkeit, Meditation oder Yoga zu stärken und sich schrittweise wieder für echte Begegnungen zu öffnen. Auch psychologische Beratung kann unterstützen, innere und äußere Auslöser besser zu verstehen und individuelle Wege aus der Einsamkeit zu entwickeln. Wege aus der Einsamkeit - zum Abschluss Fühlen Sie sich einsam und leer. Suchen Sie Wege aus der Einsamkeit? Überlegen Sie vielleicht gerade, wie Sie Ihre ganz persönlichen inneren und äußeren Auslöser für Ihre Situation finden und bearbeiten können? Einsamkeit kann Ihr Lebensgefühl dramatisch einschränken . Sie kann sich chronifizieren, krank machen und reduziert nachweislich die Lebenserwartung. Die Arbeit an den Ursachen für Ihre Einsamkeit kann kurzfristig kleine Schritte in die richtige Richtung ermöglichen. Für weitere Impulse oder Unterstützung ist psychologische Beratung online hilfreich. Sie müssen da nicht allein durch! Lassen Sie uns gemeinsam für Sie Wege aus der Einsamkeit suchen. Vielleicht interessiert Sie auch: D ie 5 Sprachen der Liebe: Ihr Wegweiser für eine erfüllte Partnerschaft Emotionsregulation: Wenn Emotionen Sie ausbremsen Gefühle verstehen – und schwierige Emotionen als Kraftquelle nutzen Quellen & Inspirationen: https://www.aerzteblatt.de/archiv/208203/Gesellschaft-Einsamkeit-nimmt-zu Kinnert, D. (2021). Die neue Einsamkeit. Gesundheitswesen, 83 774-776 Krämerer, A. (2009). Psychotherapeutische Schätze. 2. 125 weitere praktische Übungen, Methoden und Herausforderungen. S. Fliegel (Ed.) Dgvt-Verlag www.soham-psychologische-beratung.de

  • Schattenarbeit: Die Arbeit mit unliebsamen Anteilen

    Schattenarbeit: Wachstum durch Integration unserer dunklen Seiten Schattenarbeit  ist in der psychologischen Praxis oft sehr befreiend , obgleich manche Klienten diese inneren Anteile  lieber gern im Verborgenen  lassen würden. Eine Auseinandersetzung mit inneren Anteilen  im Rahmen der Schattenarbeit ist emotional , erfordert viel Mut  und Offenheit . Ist es doch viel einfacher, unliebsame Eigenschaften und Charakterzüge  an anderen Menschen zu kritisieren, zu verurteilen und zu bekämpfen, als im Coaching nach innen zu schauen . Gerade in der Persönlichkeitsentwicklung  spielt diese ehrliche Innenschau  eine zentrale Rolle . Häufig sind Schattenthemen  mit viel Angst , Scham  und Schuld  verbunden. Darum wird es in dem folgenden Beitrag gehen: Was ist Schattenarbeit? Wie Schattenanteile entstehen Wie Schatten erkannt werden können Schattenarbeit: Warum sich dieser Prozess lohnt Schattenarbeit selber machen Schattenarbeit: Ein Fallbeispiel aus dem systemischen Coaching Schattenarbeit:  Unsere inneren Anteile wirken oft gleichzeitig – sichtbar sind meist nur die, mit denen wir uns zeigen. 1. Was ist Schattenarbeit? Unsere Schatten sind unsere unbewussten Anteile , die Aspekte unserer Persönlichkeit, die wir ablehnen , verbergen oder nicht akzeptieren wollen. Also das, was wir als etwas "Negatives" betrachten. Durch das permanente Verbergen der Schatten-Seiten finden in unserem unbewussten ständige Kämpfe statt. Diese Kämpfe kosten Lebensenergie , beeinträchtigen den Selbstwert und im schlimmsten Fall führen Sie zu starken psychischen Problemen , wie zum Beispiel Depressionen oder Angststörungen. Schattenanteile können aber auch Merkmale sein, die wir an anderen bewundern (dazu bei den "goldenen Schatten" mehr), oder um die wir sie beneiden . Ebenso können es auch Aspekte sein, die wir brach liegen lassen , um dem Neid der anderen zu entgehen. 2. Wie Schattenanteile entstehen Die Schatten sind kindliche (unbeholfene) Anteile in uns. Sie entstehen in der Zeit, in der wir besonders geprägt werden. Als Kinder lernen wir über Kritik oder Abwertungen von uns wichtigen Menschen - in vielen Fällen die Eltern - das ein bestimmtes Verhalten, eine Denkweise, Bedürfnisse oder sogar Talente nicht OK sind. Weil wir unseren Eltern/Bezugspersonen bedingungslos lieben kommen wir nicht auf die Idee, dass mit uns alles richtig ist, sondern wir beginnen eben die Verhaltensweisen, Bedürfnisse und Denkweisen abzulehnen . Niemals würden wir das Urteil unserer Eltern anzweifeln. Also beginnen wir uns anzuzweifeln. Wenn wir uns unsere Persönlichkeit als ein Haus vorstellen, dann tragen wir also die Schatten in den Keller. Die Wut, die Angst, die Verzweiflung, die Trauer, die Lust liegt nun also versteckt im Keller und wird vergessen. Darüber entsteht das von außen und innen sichtbare Haus. Doch nur, weil wir die Anteile im Keller eingesperrt haben, sind sie nicht weg. Sie sind da und bleiben. Sie wirken im Untergrund, ohne das wir das wirklich erkennen (können/wollen). 3. Wie Schatten erkannt werden können Schattenthemen können wir daran erkennen, dass wir auf manche Menschen, deren Verhalten, einige ihrer Charaktereigenschaften oder ihre Art zu denken äußerst aversiv/aggressiv reagieren . Wir lehnen den ganzen Menschen ab und differenzieren nicht dass es nur ein Teil von ihm ist. Und wir kommen schon gar nicht auf die Idee, dass es etwas mit uns zu tun hat. Was erlaubt der sich? Wie kann man nur so sein? Was denkt der denn, wer er ist? Wie kann man nur so egoistisch sein? Der ist ja völlig daneben! Auf der anderen Seite ist es auch möglich, dass wir uns vergleichen und uns in Gegenwart von eben diesen Menschen klein, unbedeutend und dumm fühlen. Mögliche Schattenarbeit Fragen können sein: Was genau triggert diese Person gerade in mir? Was hätte ich selbst gerne gelebt, mich aber nicht getraut? Man muss nicht mit jedem Menschen zurecht kommen. Zugleich gibt es Unterschiede zwischen "jemanden verachten und abgrundtief hassen" einfach weil er ist, wie er ist und "jemanden nicht sonderlich mögen". Wenn wir also feststellen, dass ein Mensch uns aus unserer Mitte bring, weil er sagt, was er sagt, weil er nur durch sein sein unser Inneres zum brodeln bringt, dann können wir sicher sein, dass wir hier auf eine Schatten gestoßen sind. Es ermöglicht Wachstum, wenn wir den Mut fassen hinzuschauen und uns mit dieser Seite in uns auseinandersetzten. Weitere Indizien können u.a. sein: Sie verzeihen zu leicht Sie haben sich verändert, um einer anderen Person zu gefallen Sie leugnen Ihre Bedürfnisse und Wünsche Sie erleben schwierige Gefühle oder Anfälle von Wut oder Lust zu unvorhersehbaren oder unangemessenen Zeiten Sie stecken stark in Mustern fest Sie haben das Gefühl keinen Mehrwert für die Welt zu leisten 4. Schattenarbeit: Warum sich dieser Prozess lohnt Auch wenn es viel Mut braucht, sich seinen Schatten-Seiten zu stellen, bringt der Prozess mit unliebsamen Persönlichkeitsanteilen viel Klarheit, macht souveräner, freier, kreativer, kraftvoller und setzt gebunden Lebensenergie frei. Im Alltag, im Job und in unseren Beziehungen werden wir gelassener, weicher und toleranter. Wir gewinnen an Selbstwert und kommen in die Selbstliebe . Man könnte auch sagen, dass wir als Persönlichkeit reifen und emotional solider werden. "Bis Sie das Unbewusste bewusst machen, wird es Ihr Leben lenken und Sie werden es Schicksal nennen." (Carl Gustav Jung) 5. Schattenarbeit selber machen Psychologische Beratung online oder Therapie sind der geeignete Rahmen für Schattenarbeit, also innere Schatten-Seiten zu suchen und zu bearbeiten. Sie können aber natürlich auch einmal selbst auf Entdeckungsreise gehen und mit dem 3 - 2 - 1 Prozess nach Ken Wilber explorieren, wie Sie selbst Ihre Schatten integrieren können. 3 - 2 - 1 Prozess nach Ken Wilber (laut ausgesprochener Dialog) 3 - sich damit konfrontieren: Bennen Sie, was Sie triggert. Beschreiben Sie es in der 3. Person "Er/Sie/Es hat X gemach, ich finde..." 2 - damit sprechen: Beginnen Sie einen Dialog in der 2. Person "Du hast X gemacht, ich finde..." Fragen Sie weiter nach : Wo siehst du die Probleme/Lösungen und warum. Fragen Sie, was Ihnen in den Sinn kommt. Seine Sie offen und lassen Sie Ihren Verstand möglichst außen vor. 1 - es sein: PERSPEKTIVWECHSEL Wechseln Sie in die 1. Person - ICH "Ich habe X gemacht, weil... ich fühle mich..." Antworten Sie aus der anderen Perspektive , führen Sie aus, wie sich die Situation jetzt darstellt. Spüren, fühlen, denken Sie wie diese Person, schlüpfen Sie vollständig in sie hinein. 0 - Stille Spüren Sie Ihre Abwehr, Faszination, was immer gerade vielleicht hoch kommt. Nehmen Sie an, integrieren Sie, was Sie bisher abgelehnt haben bewusst in sich. Werden Sie still und lassen eventuell aufkommende Wellen durch sich hindurch fließen, bis es klar und ruhig wird. 6. Schattenarbeit: Ein Fallbeispiel aus dem systemischen Coaching Schattenarbeit:  Was im Verborgenen wirkt, zeigt sich oft genau dort, wo uns etwas unerwartet stark berührt oder triggert. Henriette (Name geändert), eine Frau Ende vierzig kommt zur verabredeten psychologischen Beratung online in den Zoom-Raum. Sie berichtet von einer Fortbildung, die sie in den letzten Tagen besucht hat. Sie ist ganz begeistert von dem Trainier, dem Thema und der Gruppe. Die Dynamik ist super und die Lernatmosphäre ganz ausgezeichnet. Dann verfinstert sich ihr Blick und sie wird still. Nach einer Pause beginnt sie wieder zu sprechen. Weniger fröhlich, mehr mit einem bitteren Tonfall . Sie berichtet von einer Teilnehmerin . Wir nennen sie Eva. Eva hat sie, wie die anderen Teilnehmer auch, erst zu Beginn des Kurses kennengelernt. Eva sitzt neben ihr und egal was Eva sagt oder tut, Henriette könnte "explodieren" . "Eva hat zu allem was zu sagen. Sie kennt alles, weiß alles und überhaupt denkt sie, sie ist die Tollste!". "Eine furchtbar unangenehme Person. Ich bekomme zu viel, wenn ich sie nur anschaue!". Die Art, wie sie ihre Reaktion auf Eva beschreibt und ihre drastische Wortwahl von Henriette lassen mich vermuten, dass wir hier auf einen Schatten gestoßen sind. In der psychologischen Beratung ist es oft so, dass wir aktuelle Themen aufgreifen und bearbeiten. Dieses Vorgehen hat sich bewährt, weil sich Themen im Leben wiederholen. Bearbeiten wir ein aktuelles Thema so wirkt die Bearbeitung ganzheitlich, schafft Klarheit und Integration "alter Themen". Ich schlage Henriette also vor, dass wir uns das "Thema mit Eva" heute mal genauer anschauen. Sie ist einverstanden und ich starte mit der Psychoedukation . Ich erkläre Henriette die Schattenarbeit: Was ist Schattenarbeit? Wie entstehen Schatten? Wie wirken Schatten? Wieso ist es wichtig Schattenanteile zu integrieren? Als systemischer Berater und Coach arbeite ich sehr gern mit dem Systembrett . Wir stellen also Henriette und Eva auf dem Holzbrett auf. Über die Präsentationskamera hat Henriette jetzt den Blick auf das Brett und wählt sich zwei Figuren auf. Ich stelle diese sich gegenüber auf dem Systembrett auf. Nach einem Moment der Stille und Sammlung konzentrieren wir uns nun beide auf die zwei Figuren, die sich gegenüber stehen. Ich bitte Henriette auszusprechen, was in ihr vorgeht und dabei direkt mit Eva zu sprechen. Sie sagt Eva, wie unmöglich sie sie findet. Wie sie explodieren könnte, wenn Eva nur den Mund aufmacht . Wie sehr sie genervt ist und wie unangenehm es ihr ist, mit Eva zu sprechen. "Ich kann dich einfach nicht leiden!" Dann verstummt Henriette. Ich frage nach. Henriette antwortet nach einer Pause: "Ich habe eben festgestellt, dass ich Eva nicht mal in die Augen sehen kann, so blöd finde ich sie. G leichzeitig ist mir aber auch aufgefallen, dass das völlig unsinnig ist. Die Frau hat mir nichts getan, ich kenne sie ja gar nicht und habe sie vor drei Tagen das erste Mal gesehen". Ich frage Henriette, wie sie sich fühlt . Sie lauscht in sich hinein beschreibt eine Enge in der Brust. Auf meine Nachfrage nach Farbe und Gewicht des Gefühls beschreibt sie es als schwer und dunkel. Es fühlt sich traurig an. Ich stelle eine weitere Figur auf das Systembrett. Direkt hinter Eva. Eva schiebe ich an die Seite, sodass sich die neue Figur und Henriette auf dem Systembrett gegenüber stehen. Dann frage ich Henriette, ob sie sich an dieses Gefühl im Zusammenhang mit ihrem Vater erinnern kann. Ob sie spontan einen Impuls hat, was das mit ihr und ihrem Vater zutun haben könnte. Sie zuckt mit den Schultern. Es vergehen einige Minuten in denen Henriette in Gedanken verloren zu sein erscheint. Dann beginnt sie zu sprechen. "Ich liebe meinen Vater, aber mir ist gerade eingefallen, dass er mich nie, wirklich nie gelobt hat. Er war ganz selten böse, aber er hat nie gesagt, dass ich was gut gemacht habe oder, dass er stolz auf mich ist. Er hat damals, als ich aufs Gymnasium gekommen bin nur gesagt er könne mir jetzt nicht mehr helfen. Er habe nur Hauptschule." Die Tränen steigen in Henriettes Augen und sie atmet schwer. Ich fordere Henriette jetzt zu einem Dialog mit ihrem Vater auf. Sie solle ihm sagen, was ihr jetzt dazu einfällt. Zunächst zaghaft, dann stärker beginnt sie zu sprechen: "Papa, ich liebe dich. Aber ich wünschte, du hättest mir nur ein einziges mal gesagt, dass ich ein tolles Mädchen bin. Dass ich das super gemacht habe und dass du stolz auf mich bist. Du hast selten geschimpft, aber du hast mich nie, wirklich nie gelobt. Als sie stockt biete ich ihr an folgendes zu sagen: "Papa, das macht mich sehr traurig. Ich bin doch ein toller Mensch war immer so fleißig und habe so viel geschafft. Aber du hast mich nie gelobt und mir gesagt, wie toll ich alles hinbekommen habe. Überhaupt, hast du mir nie gesagt, was ich für ein toller Mensch bin, wie witzig, liebevoll und warmherzig ich bin, wie gern du mich hast". Sie wiederholt den Satz (weil er für sie stimmig ist) und schluchzt. In meiner systemischen Arbeit mit den Klienten übernehme ich die Rolle des Gegenübers. Daher spreche ich nun als ihr Vater: "Henriette, ich bin so traurig das von dir zu hören. Es war mir nicht bewusst , dass ich dir nie gesagt habe, was du für ein wundervolles Mädchen bist. Du bist mein Mädchen. Du bist so klug, so mutig und stark. Du bist so schön und so eine tolle Frau geworden . Ich bin unglaublich stolz auf dich! Ich hätte mir keine andere Tochter wünschen können. Bitte verzeih mir, dass ich dir das nie gesagt habe. Ich wusste es nicht besser. I ch habe gelernt, dass nicht geschimpft Lob genug ist. Das war nicht richtig, aber ich wusste es nicht besser. Bitte verzeih mir." Während ich für ihren Vater spreche, weint Henriette. Nach einer Pause frage ich sie, wie sie sich fühlt. Sie sei traurig und gleichzeitig spürt sie viel Liebe und Mitgefühl für ihren Vater. Sie könne es ihm verzeihen. Die Enge in der Brust hat etwas nachgelassen und die schwere des Gefühls sei nicht mehr so markant. Im nächsten Schritt biete ich Henriette wieder Sätze an, die sie nur an ihren Vater adressieren soll, wenn sie sich für sie stimmig anfühlen. "Papa, ich verzeihe dir. Ich bin zwar traurig, aber ich spüre, wie leid es dir tut. Wie berührt du bist, dass ich das so empfinde. Und es tut unendlich gut zu hören , dass du stolz auf mich bist und du doch gesehen hast, dass ich so viele tolle Sachen im meinem Leben geschafft habe." Der Vater (ich) antwortet: "Ja Henriette, du bist wirklich ein ganz besonderer Mensch und ich liebe dich von ganzem Herzen. Ich wünsche mir, dass du dein Leben so gestaltest wie es für dich gut ist. Das du dir vertraust und deine Kraft und deinen Mut immer spürst. Ich w ünsche mir, dass du glücklich bist und immer daran denkst, wie stolz ich bin eine so wundervoller Tochter zu haben . Vergiss nie, wie sehr ich dich liebe." Nach einer längeren Stille frage ich Henriette, wie sie sich nun fühlt. Sie sei ruhig und geschafft . Sie sei müde, aber es gäbe da in ihr ein Gefühl von Zufriedenheit und Wärme . Dann stelle ich die Holzfigur Eva wieder Henriette gegenüber auf dem Brett. Schiebe die Figur des Vaters zur Seite und bitte Henriette wieder an Eva zu denken. Henriette schweigt einen Moment und sagt dann, dass der Gedanke an Eva, und die Vorstellung mit ihr morgen wieder im Kurs zu sein, "grad irgendwie anders ist". Sie könne es schwer beschreiben, aber es sei anders als vorher. Damit beende ich die Aufstellung und wir beenden nach einer Nachbesprechung unseren heutigen Termin. Wir vereinbaren, dass Henriette nach dem morgigen Seminartag eine Mail schreibt und mir von ihrer Begegnung mit Eva berichtet . Als die Mail am nächsten Abend eintrifft kann ich Henriettes Freude und Erstaunen deutlich lesen. Sie sei den ganzen Tag mit Eva in einer Vierer-Gruppe gewesen. Es war ganz entspannt und sie hatte überhaupt keine Probleme mehr mit Eva . Sie konnte sie angucken und bei einer Feedbackrunde hat Eva ihr sogar gesagt, wie beeindruckt sie von Henriettes Beitrag war. Schattenarbeit im s ystemischen Coaching bedeutet die Ursache hinter dem Schatten im System (der Familie, der Organisation) zu finden. Es war ein Schatten, der im Kontext mit dem Vater entstanden ist. Es hätte natürlich auch ein anderer Familien-Systemteil dahinter stehen können. Für den Coach ist das ein "Erraten" und ein Prüfen, wie der Coachee damit in Resonanz geht. D as ist kein kognitiver Prozess. Es geht hier um Intuition, Hineinspüren und um die Verarbeitung der Rückmeldung des Klienten. Für Henriette ist dieser Schatten integriert. Wir haben die aktuelle Situation bearbeitet und gleichzeitig spürt Henriette nun auch Frieden bzgl. ihres Vaters in sich . Ihr Vater ist stolz auf sie und er sieht ihre Leistungen, mehr noch, er findet sie ist eine besondere Frau geworden. Das verändert systemisch auch die Beziehung von Henriette und ihrem Vater und wirkt damit über die Trigger-Situation in Henriettes Fortbildung. Häufige Fragen zu Schattenarbeit Was ist Schattenarbeit? Schattenarbeit ist die bewusste Auseinandersetzung mit inneren Anteilen, die wir an uns ablehnen, verdrängen oder nicht wahrhaben wollen. Dazu gehören zum Beispiel Wut, Angst, Scham, Neid oder ungeliebte Bedürfnisse. Ziel der Schattenarbeit ist nicht, diese Anteile zu bekämpfen, sondern sie zu erkennen, anzunehmen und zu integrieren. Wie entstehen Schattenanteile? Schattenanteile entstehen meist in der Kindheit. Wenn bestimmte Gefühle, Bedürfnisse, Verhaltensweisen oder Talente von wichtigen Bezugspersonen abgewertet, kritisiert oder nicht erwünscht waren, lernen wir, diese Seiten von uns zu verstecken. Sie verschwinden dadurch nicht, sondern wirken oft unbewusst weiter. Woran erkenne ich, dass ein Schattenthema in mir aktiv ist? Ein Schattenthema zeigt sich oft daran, dass bestimmte Menschen oder Verhaltensweisen in Ihnen übermäßig starke Reaktionen auslösen. Wenn Sie jemanden sofort abwerten, sich stark getriggert fühlen oder sich im Vergleich plötzlich klein und unbedeutend erleben, kann das auf einen Schattenanteil hinweisen. Auch wiederkehrende Muster, verdrängte Bedürfnisse oder heftige emotionale Reaktionen können Anzeichen sein. Warum lohnt sich Schattenarbeit? Schattenarbeit lohnt sich, weil sie gebundene Lebensenergie freisetzt und zu mehr innerer Klarheit, Selbstwert und emotionaler Reife führen kann. Wer verdrängte Anteile integriert, wird oft gelassener, freier, toleranter und kraftvoller. Schattenarbeit kann auch helfen, alte Verletzungen besser zu verstehen und sich selbst tiefer anzunehmen. Kann ich Schattenarbeit allein machen oder brauche ich Begleitung ? Erste Schritte der Schattenarbeit können Sie auch selbst machen, zum Beispiel mit Reflexionsfragen oder dem 3-2-1-Prozess nach Ken Wilber. Gleichzeitig ist Schattenarbeit oft emotional intensiv. Deshalb kann psychologische Beratung oder therapeutische Begleitung sinnvoll sein, besonders wenn starke Scham, Angst, Schuld oder alte Verletzungen auftauchen. Zum Abschluss Schattenarbeit ist ein emotional sehr herausfordernder Prozess. Es geht nicht darum, die "bösen" Anteile hemmungslos auszuagieren . Es geht vielmehr um ein sich eingestehen, dass man unter bestimmten Umständen eben nicht so "gut und heilig" oder "so weise und über alle niedrigen Empfindungen erhaben" ist, wie man von sich gerne sieht. Schattenarbeit:  Wenn verdrängte Anteile integriert werden, entsteht oft mehr innere Weite, Lebendigkeit und Klarheit. Es geht um Annahme dessen was ist und um eine Integration und Heilung . Auf diese Weise löst man sich als Ergebnis dieser Arbeit auch von Erwartungshaltungen an die Außenwelt und etwaigen Enttäuschungen durch (scheinbar) unmögliche, illoyale, niederträchtige oder gemeine Charaktere. Dies ermöglicht inneres Gleichgewicht und inneren Frieden. Es kann aber auch sein, das man seinen "goldenen Schatten" (Anteile, die man an andern bewundert - das Licht das Du in andern siehst, ist Dein eigenes!) erkennt und sich dann als viel größer , viel stärker und talentierter wahrnimmt, als man zuvor von sich geglaubt hat. Dies wiederum hat dann die positive Auswirkung, sich von seiner Opferrollte verabschieden zu können und in die eigene Kraft zu kommen. Neugierde auf das Leben und Lust auf dessen Gestaltung stellt sich ein. Spricht Sie das an? Fragen Sie sich, welche unentdeckten Potenziale in Ihnen schlummern und nur darauf warten, entfaltet zu werden? Denken Sie darüber nach, Ihre wahre Persönlichkei t zu ergründen, sich Ihren inneren Schatten-Seiten zu stellen und sich auf den Weg zu Ihrem authentischen Selbst zu machen? Vereinbaren Sie hier ein kostenfreies Vorgespräch für eine Begleitung, die Ihr Leben verändern wird. Vielleicht interessiert Sie auch: Resilienz stärken: 4 Tipps für Ihren Alltag Selbstbewusstsein stärken Übungen: Ihr Weg zu mehr innerer Stärke Wie gehen Sie mit Fehlern um? www.soham-psychologische-beratung.de

  • Angst: Gesundes Gefühl oder behandlungsbedürftige Störung

    Wenn Angst Ihr Leben dominiert und wie Sie das Steuer wieder übernehmen können Was ist Angst? Angst: Wenn ein gesundes Gefühl zur Belastung wird Angst: Das Gefühl der Angst ist eine normale - sehr gesunde - Reaktion auf Gefahr . Unsere Angst hilft uns, die Ursache der Gefahr auszuschalten oder ihr zu entkommen. Leiden wir unter Angststörungen sind die Angstgefühle sehr ausgeprägt und überschreiten ein normales Maß . Unsere Lebensqualität und unser Alltag werden dadurch stark beeinträchtig . Vielleicht sind Sie sich unsicher oder fragen sich: Wie merkt man dass man eine Angststörung hat? Oder: Was ist die beste Therapie bei Angststörung? Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen zu mehr Klarheit verhelfen und Ihnen Mut machen sich ggf. um Hilfe zu bemühen. Darum wird es im folgenden Text gehen: Wo hört "normale" Angst auf? Wo fängt "krankhafte" Angst an? Symptome der Angst Arten von Angststörungen Entstehung von Angststörungen - ein kurzer Abriss Warum sollte eine Angst/Angststörung behandelt werden Wie Angststörungen behandelt werden Hilfreiche Tipps und Übungen bei Angst Wo hört "normale" Angst auf? Wo fängt "krankhafte" Angst an? Im Schatten der Angst leben nimmt Lebensfreude und beschneidet die Lebensqualität extrem. Doch wie erkennen Sie, ob Ihre Angst " normal " ist, oder ob Sie " krankhafte" Angst haben? Vielleicht helfen Ihnen die folgenden Fragen um Klarheit zu bekommen. Wenn die Antworten >>Ja<< oder überwiegend >>Ja<< sind, dann empfehle ich Ihnen ärztlichen oder therapeutischen Rat bzw. entsprechende Abklärung : Ich denke mehr als die Hälfte des Tages über meine Ängste nach Ich werde durch die Ängste in meiner Lebensqualität und Bewegungsfreiheit erheblich eingeschränkt Wegen meiner Ängste werde ich immer depressiver Wegen meiner Ängste hatte ich schon Selbstmordgedanken Ich bekämpfe meine Ängste oft mit Alkohol, Drogen oder Beruhigungstabletten Wegen meiner Ängste ist meine Partnerschaft belastet oder meine Arbeit ernsthaft in Gefahr Symptome der Angst Ob r ealistisch, angemessen und gesund, oder nicht, der Körper unterscheidet nicht . In einem andern Beitrag habe ich bereits über das Experiment mit der Zitrone geschrieben. Ob Sie sich vorstellen , dass Sie in ein saftiges Stück Zitrone beißen, oder ob Sie es tatsächlich tun , die körperliche Reaktion ist gleich. Daraus folgt, dass die Angstreaktion, also die körperlichen Prozesse als Folge der Angst realistisch ablaufen , unabhängig davon, ob wirklich eine Bedrohung vorliegt, oder ob diese eben "übertrieben" und "unrealistisch" ist. *** Tipp: Bitte seinen Sie mitfühlend und verständnisvoll mich sich. Nehmen Sie an, was ist. Das gibt Ihnen die Kraft für Veränderung. Symptome der Angst können sein: Schwindel Übelkeit Herzrasen Zittern verminderte Belastbarkeit mangelnde Konzentration Schlafstörungen Innere Unruhe Magen-Darm-Beschwerden Harndrang Hyperventilation bis zur Ohnmacht Arten von Angststörungen Man unterscheidet sechs verschiedene Arten von Angststörungen: Panikstörung, Agoraphobie Plötzliche, anfallsartige Panik ( Panikattacken ) oder Angstzustände mit dem Gefühl die Kontrolle zu verlieren , bis hin zu Angst um Ihr Leben. Ausgelöst durch bestimmte, eigentlich ungefährliche Situationen oder Objekte, zum Beispiel durch Angst vor Menschenmassen . Sie neigen dazu diese Situationen oder Objekte (zum Beispiel auch die Angst vor Spinnen, Angst vorm Autofahren, Angst vor engen Räumen usw.) zu meiden oder ertragen diese obwohl Sie subjektiv das Gefühl haben diese nicht ertragen zu können. Soziale Ängste (Phobie) Angst haben vor Aufmerksamkeit und Leistungssituationen . Zum Beispiel auf einer Party oder in einem Meeting im Job. Leiden Sie unter sozialer Angst fühlen Sie sich unwohl, zittern, bekommen kein Wort heraus und Ihr Herz schlägt viel zu schnell. Ihre Gedanken kreisen um mögliche negative Bewertungen bzgl. Ihres Auftretens, Ihrer Kleidung, Ihrer Wortwahl und den Wort-Beiträgen die Sie leisten. Soziale Phobie ist mehr als nur eine Unsicherheit oder schwacher Selbstwert. Sie lähmt Sie und lässt Sie genau diese sozialen Situationen meiden. Zwangsstörung, Zwänge (Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen) Die meisten Zwangshandlungen beziehen sich auf Reinlichkeit (v.a. Händewachen), wiederholte Kontrollen , die garantieren, das sich eine möglicherweise gefährliche Situation nicht entwickeln kann, oder übertriebene Ordnung und Sauberkeit . Diesem Verhalten liegt die Furcht vor einer Gefahr zugrunde, die Sie bedroht oder von Ihnen ausgeht. Oft beinhalten Ihr Verhalten etwas rituelles, wenngleich wirkungsloser oder symbolischer Versuch, diese Gefahr abzuwenden. Sie waschen sich die Hände, immer und immer wieder. Die Haut Ihrer Hände ist offen und rissig. Es kann sein, dass Sie ein bestimmten Ablauf des Händewachens für sich definiert haben und diesen unbedingt genau so einhalten müssen. Zwangsgedanken können die Form von zwanghaften Ideen , bildhaften Vorstellungen oder Zwangsimpulsen annehmen, die für Sie fast immer sehr quälend sind. Die Beziehung zwischen Grübelzwängen und Depressionen ist besonders eng. Zwangsgedanken führen oft dazu, dass Sie alltägliche , einfache, aber notwendige Entscheidungen des täglichen Lebens nicht treffen können und Sie dies zusätzlich noch belastet bzw. Ihr Leben stark beeinträchtigt. Zwangsgedanken und Zwangshandlungen sind sehr individuell. Sprechen Sie Ihre Familie oder Freunde an, Sie können Ihnen im ersten Schritt helfen zu spiegeln , wie sie Sie erleben. Hypochondrie - Angst vor Krankheiten Die Krankheitsfurcht ist die Angst vor einer schweren körperlichen Erkrankung . Sie glauben, dass Sie an einer oder mehreren schweren und fortschreitenden körperlichen Krankheiten leiden. Sie durchforsten das Internet und Gesundheitsforen und beschäftigen sich ständig mit den anhaltenden Beschwerden und mit Ihrer eigenen körperlichen Erscheinung . Belastung, Trauma (Posttraumatische Belastungsstörung - PTBS) Traumatische , belastende Erlebnisse, die nicht verarbeitet werden konnten und die häufig in Form von Bildern , Vorstellungen oder Albträumen wieder erlebt werden. Generalisierte Angststörung Angst vor Ereignissen, die eventuell eintreten könnten; sich übermäßig sorgen – über einzelne oder viele Lebensbereiche hinweg. Dabei ist diese Angst eben generalisiert, nicht auf bestimmte Situationen oder Objekte begrenzt . Entstehung von Angststörungen - ein kurzer Abriss Vulnerabilitäts-Stressmodell Die Vulnerabilität (lat. Vulnus = Wunde) beschreibt die Anfälligkeit eines Menschen, an einer psychischen Krankheit zu erkranken. In der Kombination mit Stress , reagieren Menschen unterschiedlich empfindsam. Vor allem Menschen, die über limitierte Ressourcen (z.B. schwaches soziales Umfeld, geringe Problemlösefähigkeiten, eingeschränkte körperliche Gesundheit, begrenzte psychische Widerstandskraft , finanzielle Unsicherheit) verfügen, sind hier zusätzlich anfällig. Kognitive Aspekte Beschreibt dysfunktionale Kognitionen, also Denkmuster und Schemata. Diese Muster sind überwiegend negativ , pessimistisch und erfolgen automatisch, also unbewusst . Lerntheoretische Aspekte Nach diesen Annahmen entstehen Ängste durch klassische und operante Konditionierung . Bei der klassischen Konditionierung werden zwei Reize miteinander verknüpft. ** Sie fahren auf einer Landstraße bei Regen = neutraler Reiz ** Sie fahren auf einer Landstraße bei Regen und haben einen Unfall = Landstraße bei Regen wird mit angstauslösendem Reiz verknüpft -> Ergebnis: Landstraße bei Regen kann jetzt Angstauslöser sein. Bei einer Panikstörung , aus der häufig eine Panikattacke entstehen könnte, entwickelt sich häufig eine Angst vor der Angst . Betroffene fürchten ständig, dass erneut eine Panikattacke auftreten könnte. Diese Angst vor der Angst macht enormen Druck und versetzt den Körper quasi in eine Dauer-Stress-Schleife. Operante Konditionierung = auf ein Verhalten folgt eine Konsequenz Sie kennen das vielleicht von der Hundeerziehung . Ein Verhalten , zum Beispiel das Sitz machen, wird mit Leckerli belohnt . Für den Kontext der Angst bedeutet das: Jemand mit ausgeprägter Angst lernt , dass es ihm besser geht, wenn er die angstauslösende Situation vermeidet . Wenn man also Angst vor Aufzügen hat, vermeidet man Aufzüge, damit man keine Angst mehr erlebt. Das Problem dabei ist allerdings, dass der Betroffene nicht die Erfahrung machen kann, dass ihm bei einer Fahrt im Aufzug gar nichts Schlimmes passiert. Er wird weiterhin davon ausgehen , dass während einer Fahrt im Aufzug etwas Katastrophales passieren kann. Durch die Vermeidung der angstauslösenden Situation, wird die Angst aufrechterhalten . Lernen am Modell Auch das „Lernen am Modell“ spielt bei der Entstehung von Ängsten eine Rolle. Wenn ein Kind zum Beispiel immer wieder erlebt , dass die Mutter oder der Vater panisch reagieren , wenn sie eine Spinne sehen, ist es wahrscheinlicher , dass es ebenfalls Angst vor Spinnen entwickelt . Individuelles Erklärungsmodell ** Was sind Faktoren, die im Vorfeld die Entstehung von Angst begünstigt haben? sehr anhängliche Persönlichkeitsstruktur Eltern haben mich oft alleine gelassen wenig Belohnung in der Erziehung Mutter/Vater hatte auch schon Ängste Schwieriges familiäres Umfeld wenig Freunde oder Hobbies ** Aktuelle Probleme und Symptome Panikattacken Vermeidung sämtlicher sozialer Situationen (wie z.B. bei der Corona Pandemie) Niedergestimmtheit, Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmung ** Akute Ereignisse und Belastungen: Streit mit dem Partner Verlust des Arbeitsplatzes Akuter Stress in der Arbeit Was sind Bedingungen/Verhaltensweisen/Gedanken, die zur Aufrechterhaltung meiner Krankheit beitragen (sekundärer Krankheitsgewinn)? meine Familie ist besorgt und kümmert sich mein Partner nimmt mir viel Arbeit ab ich brauche mich dem Stress auf der Arbeit nicht aussetzen ich vermeide Situationen, die mir Angst machen ich frage immer was ich tun soll Teufelskreis der Angst Teufelskreis der Angst Warum sollte eine Angst/Angststörung behandelt werden Aufgrund der Vermeidung der angstauslösenden Situationen verstärkt sich die Angst immer mehr und droht dann zu generalisieren. Man spricht hier von der Angst vor der Angst. Die Angst vor der Angst für zu Vermeidung . Die Vermeidung verstärkt wiederum die Angst. Dieses Phänomen beschneidet Ihr Lebensgefühl mehr und mehr. Suchen Sie Hilfe und durchbrechen Sie den Kreislauf rechtzeitig. Angst:  Zwischen Rückzug und Mut entscheidet sich oft, ob Angst kleiner oder größer wird. Wie Angststörungen behandelt werden Studien im Bereich der klassischen Psychotherapie haben ergeben, dass die kognitive Verhaltenstherapie , ggf. eine Kombination aus kognitiver Verhaltenstherapie und angstlösenden Medikamenten bei starken Ängsten am wirkungsvollsten ist. Wie bei jeder therapeutischen Behandlung ist die Voraussetzung dafür, dass der Betroffene umfassend aufgeklärt und der Behandlung motiviert gegenüber steht. Es ist wichtig, dass Sie die Beschwerden als Ausdruck von Angst erkennen und zu Ihrer Krankheit stehen. Entspannungstherapien begleiten häufig die psychotherapeutischen Verfahren. Eine gesunde Lebensführung mit viel körperlicher Bewegung trägt dazu bei, sich wieder stabiler zu fühlen. Ebenfalls kann eine sogenannte Konfrontationstherapie durchgeführt werden. Sie stellen sich direkt der Angst, der angstauslösenden Situation oder dem angstauslösenden Objekt. Entweder stufenweise (Desensibilisierung) oder als frontal (Flooding). Darüber hinaus können mit dem Wingwave-Coaching gute Erfolge und eine rasche Stabilisierung der inneren Balance erreicht werden. Das Performance Stress Imprinting wird zum effektiven Stressausgleich bei persönlicher Zielerreichung, körperlichem Stress, Spannungen mit Kunden oder in Teams seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Exkurs für Angehörige Leidet ein Familienmitglied an Ängsten, so können die nachfolgenden Tipps hilfreich sein: Ermutigen Sie den/die Betroffene sich in Behandlung zu begeben Seien Sie in Gesprächen in jedem Fall verständnisvoll und haben Sie ein offenes Ohr für Befürchtungen oder Bedenken. Gehen sie aber nicht auf die Angst ein (Krankheitsgewinn!) Zeigen Sie Verständnis für die Ängste aber betonen Sie auch, dass die Erkrankung Sie und andere ebenfalls belastet Vermitteln Sie dem Betroffenen, dass eine Angsterkrankung oft nicht allein durch ein Zusammenbeißen der Zähne in den Griff zu bekommen ist Sprechen Sie offen über die Krankheit. Oft kann das beiden Seiten helfen, besser mit der Erkrankung umzugehen, und das Verhalten des jeweils anderen verständlich machen Überlassen Sie dem Betroffenen die Entscheidung, ob und wann er Ihre Hilfe in Anspruch nehmen möchte, und respektieren Sie seine Autonomie Verzichten Sie in jedem Fall auf eine übertriebene Einmischung in das Leben des Betroffenen Unterstützen Sie den Betroffenen, wenn er sich der angstauslösenden Situation aktiv stellen möchte Hilfreiche Tipps und Übungen bei Angst ** Tipp ** 10 Regeln der Angst Die zehn goldenen Regeln bei Angst können Ihnen helfen: Machen Sie sich bewusst: Angstgefühle sind Stressreaktionen Angstreaktionen sind nicht schädlich Verlieren Sie sich nicht in furchtbaren Phantasievorstellungen Bleiben Sie in der Realität Fokussieren Sie sich auf das Hier und Jetzt. Konzentrieren Sie sich in der Angst auf alltägliche Dinge. Danach sehen Sie sich die Angst genau an. Machen Sie sich bewusst: Jede Angst geht vorüber Die Angst nicht verdrängen (sie darf sein), sondern beobachten Sie, wie sie abklingt Angstmachende Situationen nicht vermeiden Üben Sie kleine Schritte in Angst machenden Situationen. Niemals mit einem Misserfolg enden lassen Seien Sie stolz auf Ihre Erfolge ** Tipp ** Beobachtungsbogen Mit einem Beobachtungsbogen lassen sich viele Informationen sammeln, die einen Überblick hinsichtlich Ihrer Angstproblematik ermöglichen. Ein Beobachtungsbogen kann zum Beispiel wie folgt aussehen: Datum/Uhrzeit Wodurch entstand Angst Einstufung der Angst auf einer Skala von 1-10 (1 = schwach; 10 = extrem stark) Maßnahmen zum Umgang Wo sind Ängste einzuordnen? Folgenden Informationen hinsichtlich der Schwierigkeiten im Umgang mit der Angst: Seit wann besteht die Angst? Kennen Sie die Ursache(n)? Eine Liste der auslösenden Reize Externe/situative Situationen und Trigger Interne Trigger: physiologische Empfindungen, Gedanken, Ideen, Zweifel, Bilder und Erinnerungen Eine Liste der befürchteten Konsequenzen: Welche Konsequenzen werden bei einer Konfrontation mit dem Angstauslöser befürchtet? Einschätzung der Wahrscheinlichkeit und des Ausmaßes der Befürchtung Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass Befürchtung in der Situation eintritt? (0-100%) Wenn Ihre Befürchtung eintritt, wie schlimm wäre es dann? (0-100%) Eine Liste der Vermeideverhalten: Welche Maßnahmen werden getroffen, um das Gefühl von Sicherheit zu erhöhen? Unter Sicherheitsmaßnahmen werden Handlungen zusammengefasst, die darauf ausgerichtet sind, eine Bedrohung zu entdecken oder zu verringern A Passive Vermeidung: Angsttrigger werden vollständig vermieden B Kontrollieren und Rückversicherung einholen: Überprüfen, kontrollieren und andere Personen befragen C Zwanghafte Rituale (beobachtbare und versteckte): Stark ritualisiertes Vorgehen, bis ein subjektives Gefühl von Sicherheit erzielt wird D Sicherheitssignale: Signale, deren Beobachtung/Anwesenheit das Gefühl von Sicherheit erhöht (Feuerlöscher, Handy, Partner) Diese Beobachtungsliste bringt Ihnen Klarheit und hilft Ihnen Ihre Angst besser zu verstehen. Wenn Sie sich entscheiden mit einem Arzt oder Therapeuten über Ihre Angst zu sprechen, hilft sie darüber hinaus Ihre Beschwerden deutlicher zu machen und konkreter darzustellen. ** Tipp ** Gedankenstopp Die Gedankenstopp-Übung hilft Ihnen für eine definierte Situation typische Gedanken zu durchbrechen und durch angenehme zu ersetzen. Es bedarf Übung, aber es lohnt sich. Dafür gehen Sie folgende Schritte durch: Suchen Sie sich eine typische Situation und schreiben Sie dazu die typischen Gedanken auf. Beispiel: meine Nachbarin hat mich gestern am Vorbeigehen nicht gegrüßt Typischer Gedanke: Bestimmt ist sie sauer auf mich. Was habe ich nur wieder getan? Sammeln Sie nun mindestens 5 positive Erlebnisse, Gedanken oder Gefühle, über die Sie gern nachdenken, an die Sie gern denken und die Sie froh und unbeschwert werden lassen. Beispiel: der letzte Urlaub, das unbeschwerte Lachen Ihres Kindes, das geliebte Haustier, der letzte Spieleabend, das entspannte Frühstück mit der Familie am letzten Sonntag. Entspannung und unangenehme Gedanken aktivieren Im entspannten Zustand konzentrieren Sie sich nun auf den Gedanken an Ihre Nachbarin und die damit verbunden Gefühle. Welche Gedanken gehe Ihnen durch den Kopf, welche Sorgen, Befürchtungen und Ängste plappert Ihr Geist in Ihrem Kopf? Gedanken unterbrechen Unterbrechen Sie nun den negativen, angstbesetzten Gedanken in dem Sie laut Stopp rufen. Brüllen Sie oder stampfen Sie mit dem Fuß auf, schnippen Sie mit den Fingern oder machen Sie ein anderes lautes Geräusch. Ziel ist, den Gedanken zu unterbrechen. Keine Sorge, künftig genügt ein innerliches Stopp um den Gedanken zu unterbrechen. Sie müssen sich nicht den verwunderten Blicken anderer Menschen aussetzen. Angenehme Gedanken aufrufen Nach dem lauten Stopp rufen Sie sich nun die angenehmen Bilder und Erinnerungen ins Gedächtnis, die Sie vorher gesammelt haben. Nutzen Sie Ihre Vorstellungskraft und auch Ihre fünf Sinne. Was sehen, riechen, spüren, hören und tasten Sie in den angenehmen Situationen?Falls dies nicht sofort gelingt und immer wieder negative Bilder kommen, nochmals Stopp sagen Üben Sie dies, bis Sie schnell von einer negativen in eine positive Situation wechseln können. Ziel: Stopp laut, Stopp Flüstern, Stopp in Gedanken sagen . ** Tipp ** Gummiband Mit einem Gummiband kann die Gedankenstoppübung noch unterstützt werden. Suchen Sie sich einen einfachen Haushaltsgummi und ziehen Sie diesen um Ihr Handgelenk. Wenn Sie angstauslösende Gedanken verspüren, ziehen Sie kurz an dem Gummiband und lassen Sie es los. Der leichte Schmerz erinnert Sie an das Signal: STOPP! ** Tipp ** Innerer sicherer Ort Der innere sichere Ort ist Ihr ganz persönlicher Platz. Ein Ort in Ihrer Vorstellung , an den Sie sich zurückziehen könne, wenn Sie Belastendes fernhalten und Kraft tanken wollen. Ich lade Sie ein, jetzt diesen Ort zu gestalten. Dazu bitte ich Sie die Ausführungen zuerst zu lesen und sich dann in Ruhe mit der Gestaltung zu beschäftigen. Setzen Sie sich bequem hin und atmen Sie tief ein und wieder aus. Schließen sie die Augen oder lassen Sie Ihren Blick auf einem Punkt im Raum ruhen. Stellen Sie sich nun einen Ort vor, an dem Sie sich sicher und geborgen fühlen. Der Ort kann real sein oder nur in Ihrer Phantasie existieren. Ein Platz in der Natur, ein schönes Zimmer oder etwas ganz anderes. Lassen Sie Vorstellungen und Bilder von diesem Ort entstehen. Erkunden Sie mit Ihren Sinnen, was es zu erkunden gibt. Vielleicht ein besonderer Geruch. Ein typisches Geräusch oder Rauschen. Welche Farben können Sie sehen, was sehen Sie noch? Ist es hell oder dunkel? Zaubern Sie sich Ihren inneren sicheren Ort so, wie Sie ihn haben möchten und mit allem, was Sie benötigen. Es ist Ihr Platz! Nehmen Sie sich Zeit für die Gestaltung und Erkundung. Tauchen Sie ein in das Gefühl der Sicherheit und des Wohlbefindens und spüren Sie, wie die Geborgenheit und die Ruhe von dem Raum an Sie übertragen werden. Wenn Sie die Atmosphäre in sich aufgenommen haben und mit der Gestaltung absolut zufrieden sind, dann überlegen Sie sich einen Anker. Ein Anker ist eine Verknüpfung, die Sie sofort wieder in Ihren sicheren inneren Ort bringt. Dies kann eine Berührung oder ein Wort sein. Führen Sie diese Berührung aus oder sprechen Sie das Wort innerlich aus während Sie sich Ihren inneren Ort und das Wohlgefühl vergegenwärtigen. Verabschieden Sie sich von Ihrem Wohlgefühl. Führen Sie Ihr Augenmerk wieder ins Hier und Jetzt, indem Sie Ihren Körper und Ihre Sitzposition wahrnehmen und sich dann langsam wieder im Raum orientieren. Öffnen Sie langsam Ihre Augen. Häufige Fragen zu Angst Was ist Angst eigentlich? Angst ist zunächst ein ganz normales und gesundes Gefühl. Sie warnt uns vor Gefahr und hilft dem Körper, schnell auf Bedrohungen zu reagieren. Problematisch wird Angst dann, wenn sie übermäßig stark, dauerhaft oder in eigentlich ungefährlichen Situationen auftritt und den Alltag deutlich einschränkt. Woran erkenne ich, ob meine Angst noch im gesunden Bereich liegt oder bereits behandlungsbedürftig ist? Behandlungsbedürftig kann Angst dann sein, wenn Sie einen großen Teil des Tages mit ihr beschäftigt sind, Ihre Lebensqualität spürbar leidet, Sie Situationen aus Angst meiden oder körperliche und seelische Beschwerden zunehmen. Auch wenn Partnerschaft, Beruf oder Bewegungsfreiheit stark beeinträchtigt sind, ist es sinnvoll, sich professionelle Unterstützung zu holen. Welche Symptome können bei Angst auftreten? Angst kann sich sowohl psychisch als auch körperlich zeigen. Häufige Symptome sind Herzrasen, Zittern, innere Unruhe, Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Konzentrationsprobleme oder Hyperventilation. Der Körper reagiert dabei oft so, als läge tatsächlich eine Gefahr vor. Welche Angststörungen gibt es? Zu den häufigsten Angststörungen zählen Panikstörung und Agoraphobie, soziale Phobien, generalisierte Angststörung, Zwangsstörungen, Krankheitsangst sowie posttraumatische Belastungsstörungen. Sie unterscheiden sich in Auslösern, Symptomen und Verlauf, haben aber gemeinsam, dass sie das Leben deutlich einengen können. Was hilft bei Angst? Hilfreich sind zunächst Verständnis für sich selbst, kleine Übungen zur Stabilisierung und das bewusste Vermeiden von dauerhafter Vermeidung. Atemübungen, ein Beobachtungsbogen, ein innerer sicherer Ort oder Gedankenstopp-Techniken können erste Entlastung bringen. Bei stärkeren oder länger anhaltenden Ängsten ist eine professionelle Begleitung sinnvoll, zum Beispiel durch Psychotherapie, ärztliche Abklärung oder psychologische Beratung. Angst:  Angst verschwindet meist nicht auf Knopfdruck – aber sie kann Schritt für Schritt an Macht verlieren. Resoniert das mit Ihnen? Fragen Sie sich vielleicht gerade, welche ersten Schritte Sie unternehmen können um das Steuer Ihres Lebens wieder zu übernehmen und sich Ihrer Angst zu stellen? Vereinbaren Sie gleich jetzt einen Termin für ein kostenfreies Vorgespräch mit mir und lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie Sie wieder angstfrei und selbstbestimmt leben können. Vielleicht interessiert Sie auch: 12 Regeln für ein gutes Leben: Wie Leichtigkeit den Alltag verändert Work Life Balance Maßnahmen - Ihr Schlüssel zu einem erfüllten Leben Was kann man gegen Schlafstörungen machen? Diese Tipps helfen wirklich Quellen & Inspirationen: H.U. Wittchen,J. Hoyer (2006) Klinische Psychologie &Psychotherapie Heidelberg, Berlin: Springer Verlag. A.Gall-Peters, G.Zarbock (2012) Praxisleitfaden Verhaltenstherapie, Lengerich: Science Publishers. Hauzinger (2003) Kognitive Verhaltenstherapie bei Depressionen, Weinheim: Beltz Verlag. H. J. Möller, G.Laux, A.Deister (2001) Psychiatrie und Psychotherapie, Stuttgart: Thieme Verlag. W. Frank (2000) Psychiatrie, München: Urban & Fischer Verlag. Jonas Tesarz u.a.: Schmerzen behandeln mit EMDR. Klett-Cotta Verlag, Stuttgard 2018 www.soham-psychologische-beratung.de

  • Innere Antreiber: Wie Stressverstärker Ihr Leben bestimmen

    Innere Antreiber wirken im Untergrund: Bestimmen sie auch Ihr Leben? Meine Klientin (Elisabeth) ist Mitte Dreißig, berufstätig und hat ein zweijähriges Mädchen. Am gestrigen Abend wollte das Mädchen unbedingt von ihrer Mutter ins Bett gebracht werden. Der Vater war heute nicht der "passende" Geschichtenerzähler. Obwohl Elisabeth im Stress war und in der Zeit, in der ihr Mann das Kind ins Bett bringen sollte, Arbeit im Haushalt und einige andere dringende Dinge erledigen wollte, gab sie dem Wunsch der Kleinen nach. Innere Antreiber: Frühe Erfahrungen prägen oft, was uns heute innerlich antreibt "Es war wirklich schön. Wir haben 4 Bücher gelesen und die Kleine hat sich an mich gekuschelt. Dann ist mir der Gedanken an die chaotische Küche gekommen, an die wichtigen Dinge, die es schnell zu erledigen gilt und für die ich in den nächsten Tagen keine Zeit mehr haben werde. Und ich wollte doch noch eine gute halbe Stunde in Ruhe auf dem Sofa liegen." Das hat Elisabeth gesagt und danach streng eingeräumt, dass mit diesem kurzen Gedankenblitz ihre Ruhe beim Vorlesen verschwunden war. Sie wurde unruhig und hat dann mit etwas zu viel Ungeduld das abendliche Vorlesen beendet. Beim Verlassen des Kinderzimmers hat sie dann noch ihren Mann ungeduldig, vielleicht etwas zu stark angefahren, dass sie nun erst zu ihrer Arbeit kommt. Elisabeth ist bei mir zur psychologischen Beratung online . Sie hat in dieser Sitzung mit mir über den Stress gesprochen - ihren Stress. Sie merkt immer wieder, dass der Stress in ihrem Leben nicht vom Außen kommt, sondern viel mehr in ihrem Inneren entsteht. Das obige Beispiel ist ihr eingefallen, als ich ihr von Stressverstärkern (innere Antreiber) erzählt habe. Innere Antreiber: Was in uns wirkt, lenkt oft unbemerkt unsere Richtung Elisabeth möchte verstehen, was sie so antreibt und so haben wir lange und ausführlich über innere Antreiber in uns gesprochen. Antreiber, die wir aus unserer Kindheit übernommen haben und die bis heute - egal wie alt wir sind - aus unserem Unterbewussten wirken. Unser Leben quasi aus der Tiefe steuern. Das Gespräch mit meiner Klientin und vor allem Elisabeths Interesse an der Theorie der Stressverstärker, den sogenannten inneren Antreibern, hat mich auf die Idee zu diesem Beitrag gebracht. Vielleicht erkennen Sie für sich auch, wie innere Antreiber Ihr Verhalten bestimmen, Ihren Stress auslösen und/oder verstärken. Innere Antreiber: Stressverstärker und ihre Wurzeln Persönliche Motive, Ziele sowie tief verankerte Normen wirken in uns Menschen oft als innere Ansprüche, die Stress verursachen oder verstärken. Diese inneren "Sollvorgaben" beeinflussen, wie wir uns verhalten und alltägliche Situationen und Anforderungen bewerten . Typisch für solche stressverstärkenden Einstellungen ist ein „Ich muss“-Denken . Versuchen Sie mal: Ich möchte ... Motive, Ziele oder verinnerlichte Normen werden dabei zu unverzichtbaren Forderungen erhoben, deren Erfüllung als entscheidend für das eigene Wohlbefinden und Selbstwertgefühl wahrgenommen werden. Stressverstärker sind im Grunde eine Übertreibung absolut natürlicher menschlicher Bedürfnisse . Im Folgenden stelle ich Ihnen fünf verbreitete persönliche Stressverstärker vor. Innere Antreiber: Sei perfekt! Wenn Sie der innere Antreiber "Sei perfekt!" umtreibt, dann ruft Ihnen Ihr Verstand vermutlich folgende Sätze zu: Ich darf keine Fehler machen Ich muss alles richtig machen Ich muss alles perfekt machen Ich muss alles erledigen/schaffen Ich muss meinem Unternehmen jederzeit zur Verfügung stehen Fehler zu machen ist das Schlimmste, was passieren kann Jeder muss sich zu 100 Prozent auf mich verlassen können Hinter diesem Antreiber verbirgt sich das Leistungsmotiv – der Wunsch, durch gute Leistungen Erfolg und Selbstbestätigung zu erfahren. Leistungsmotivierte Menschen streben danach, Dinge gut, besser oder idealerweise perfekt zu machen. Wenn dieses Bedürfnis jedoch überhandnimmt und zur unverzichtbaren Anforderung wird, entsteht eine erhöhte Anfälligkeit für Stress , besonders in Situationen, in denen Misserfolge, Fehler oder das Scheitern drohen. Resilienz ist für diese Menschen erstrebenswert. Perfektionistisches Verhalten zielt darauf ab, solche Situationen um jeden Preis zu vermeiden. Das eigentliche Problem liegt nicht darin, nach Verbesserung oder Höchstleistungen zu streben, denn es gibt durchaus Bereiche, in denen Präzision und Perfektion erforderlich sind. Kritisch wird es jedoch, wenn dieser Perfektionismus auf alle Lebensbereiche und jede berufliche oder private Tätigkeit ausgeweitet wird. Dies führt auf Dauer zu Überforderung und schließlich zu Erschöpfung . Versuchen Sie mal: Auch ich darf Fehler machen! Innere Antreiber: Behalte die Kontrolle! Der innere Antreiber "Behalte die Kontrolle!" führt ebenfalls ein hartes Regiment. Wenn Sie diesen inneren Antreiber verinnerlicht haben, dann ruft Ihnen Ihr Verstand vermutlich folgende Sätze zu: Ich muss alles unter Kontrolle haben Ich kann es nicht leiden, wenn Dinge nicht so laufen, wie ich es geplant habe Bei Entscheidungen muss ich absolut sicher sein Ich muss alle Risiken abwägen Es ist äußerst unangenehm, wenn ich nicht weiß, was mich erwartet Hinter diesem Stressverstärker steht das Bedürfnis nach Kontrolle , das den Wunsch nach Sicherheit im eigenen Leben umfasst. Wenn dieses Bedürfnis jedoch überhandnimmt und zu einer zwingenden Anforderung wird, führt es zu einer erhöhten Anfälligkeit für Stress, insbesondere in Situationen, in denen der Verlust von Kontrolle , Fehlentscheidungen oder Risiken drohen. Um solchen Situationen zu entkommen, versuchen Menschen mit stark ausgeprägtem Kontrollbedürfnis, möglichst alles selbst zu regeln . Sie haben Schwierigkeiten damit, Aufgaben abzugeben , und machen sich ständig Gedanken über potenzielle Risiken und Gefahren . Oft kostet es sie viel Zeit und Energie , Entscheidungen zu fällen , da sie befürchten, wichtige Aspekte zu übersehen. Dieser innere Antreiber kann langfristig zu Selbstüberforderung und Erschöpfung führen, weil es unmöglich ist, absolute Sicherheit und Kontrolle zu erreichen. Besonders in Zeiten wachsender Unsicherheit ist es wichtig, das Bedürfnis nach Sicherheit mit Mut zu kalkulierten Risiken, Loslassen und Vertrauen in Einklang zu bringen. Versuchen Sie mal: Ich darf loslassen! Innere Antreiber: Sei beliebt! Der innere Antreiber "Sei beliebt!" ist nicht weniger streng als die bisherigen Antreiber. Wenn Sie diesen inneren Antreiber verinnerlicht haben, dann ruft Ihnen Ihr Verstand vermutlich folgende Sätze zu: Mir ist wichtig, dass alle mich mögen Mir ist wichtig, dass die anderen Menschen mich gut finden Ich möchte niemanden enttäuschen Ich muss gefällig sein Es ist furchtbar, wenn jemand wütend auf mich ist Ich will mit allen gut auskommen Kritik trifft mich hart Hinter diesem inneren Antreiber steht das Bindungsmotiv – der Wunsch nach Zugehörigkeit , Akzeptanz und Liebe . Wenn dieses Motiv jedoch überbetont wird und zur zwingenden Anforderung wird, führt es zu einer erhöhten Anfälligkeit für Stress, insbesondere in Situationen, in denen Ablehnung, Kritik oder Zurückweisung drohen. Es wird als besonders belastend empfunden, eigene Interessen vertreten oder andere enttäuschen zu müssen, sowie Konflikte und Meinungsverschiedenheiten mit anderen zu haben. Solche Situationen werden unbedingt vermieden oder entschärft, indem man eigene Bedürfnisse zurückstellt und versucht, es allen recht zu machen . Eine übermäßige Hilfsbereitschaft kann ebenfalls ein Ausdruck des Wunsches sein, beliebt zu sein. Es gibt zwar Situationen, in denen es sinnvoll ist, Kompromisse einzugehen, nachzugeben oder anderen zu helfen. Das Problem entsteht jedoch, wenn diese Neigung übertrieben wird und zu einer „Überdosis des Guten“ führt, was auf lange Sicht in Selbstüberforderung und Burnout münden kann. Versuchen Sie mal: Ich darf „nein“ sagen! Innere Antreiber: Halte durch! Der innere Antreiber "Halte durch!" lässt Ihnen keine Ruhe und Selbstfürsorge ist für ihn ein Fremdwort. Wenn Sie diesen inneren Antreiber verinnerlicht haben, dann ruft Ihnen Ihr Verstand vermutlich folgende Sätze zu: Aufgeben gibt's nicht Man muss streng mit sich sein Ich muss stark sein Ich muss durchhalten/es schaffen Wenn ich mich anstrenge, schaffe ich es auch Ich muss ... (Belastung, Ängste, Druck, Schmerzen usw.) aushalten Hinter diesem inneren Antreiber steht das grundlegende Streben nach Freude und die Vermeidung von Unannehmlichkeiten . Im Gegensatz zu anderen Stressfaktoren wird dieses Bedürfnis hier jedoch nicht ausreichend ausgeprägt, sondern vielmehr stark unterdrückt. Man geht zu hart mit sich selbst um. Bei der Verwirklichung von Zielen gilt das Durchhalten als oberste Regel . Dies kann dazu führen, dass man sich keine Pausen gönnt , eigene Erholungsbedürfnisse ignoriert oder verleugnet, an unrealistischen Zielen oder unlösbaren Aufgaben festhält und sich dadurch langfristig in eine Erschöpfung treibt. Es ist wichtig und notwendig, das Streben nach Lust zu überwinden und sich auch unangenehmen Aufgaben zu stellen, um seine Ziele zu erreichen. Problematisch wird es jedoch, wenn dies übertrieben wird – ein „Zuviel des Guten“, das es einem nicht erlaubt, sich hin und wieder auszuruhen oder sich unangenehmen Dingen zu entziehen. Versuchen Sie mal: Ich sorge gut für mich! Innere Antreiber: Sei unabhängig! Dieser innere Antreiber ist ein Einzelkämpfer! Wenn Sie diesen inneren Antreiber verinnerlicht haben, dann ruft Ihnen Ihr Verstand vermutlich folgende Sätze zu: Ich mache am liebsten alles selbst - ich schaffe das allein Starke Menschen benötigen keine Unterstützung Wenn ich mich auf andere verlasse, bin ich verlassen Ich darf keine Hilfe annehmen Ich bin stark Es ist fürchterlich, auf andere angewiesen zu sein Hinter diesem inneren Antreiber steht das Bedürfnis nach Autonomie , also der Wunsch nach persönlicher Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Wenn dieses Bedürfnis jedoch übermäßig stark ausgeprägt ist und zu einer zwingenden Forderung wird, kann es zu einer erhöhten Stressanfälligkeit führen, insbesondere in Situationen, in denen man von anderen abhängig ist oder Schwächen zeigt. Personen mit einem stark ausgeprägten Streben nach Autonomie erledigen ihre Aufgaben am liebsten alleine und neigen dazu, ihre Sorgen, Ängste und Probleme mit sich selbst auszumachen . Es fällt ihnen schwer, andere um Unterstützung zu bitten oder sich jemandem anzuvertrauen . Sie versuchen, das Bild von Stärke und Unabhängigkeit gegenüber sich selbst und anderen aufrechtzuerhalten. Dies kann langfristig leicht in Selbstüberforderung und schließlich in Erschöpfung münden. Stress entsteht nicht durch das grundsätzlich gesunde Streben nach Unabhängigkeit, sondern durch dessen übertriebene Ausprägung, die es unmöglich macht, sich gelegentlich auf andere zu stützen oder Hilfe anzunehmen. Versuchen Sie mal: Ich darf auch Schwächen zeigen! Am Ende unserer Sitzung sind Elisabeth und ich nochmal auf das Vorlesen am Bett der kleinen Tochter zurückgekommen. Der Moment, als die Tochter in Elisabeths Armen liegt und sie mit großen Augen anschaut und sagt: "Bitte zudecken" rührt Elisabeth jetzt zu Tränen. "Sie ist mein ein-und-alles. Diese Zeit, diese besonderen Momente bekomme ich nie wieder. Sie ist so ein wunderbares Geschöpf und ich lasse mir den Zauber des Moments von einer chaotischen Küche verderben! Und danach maule ich meinen Mann auch noch an. Der kann ja nichts dafür!" Wir haben den Zauber des Moments und das wunderbare Gefühl der Liebe für ihre Tochter zum Abschluss der Sitzung noch einmal aufsteigen lassen. Elisabeth hat diesen mit einem Anker (NLP) in ihrem System verankert, sodass sie ihn sich jederzeit wieder abrufen kann. Es ist kein einfacher Weg den eigenen Stressverstärkern (innere Antreiber) und Ihrem Verhalten auf die Schliche zu kommen. Ebenso wird mit der bloßen Analyse nicht auf einmal alles anders. Aber der erste Schritt ist getan . Wer bewusst erkennt und achtsam wahrnimmt , hat die Möglichkeit, Veränderung zu bewirken und innere Antreiber zu überwinden, um das Steuer des Lebens wieder selbst in die Hand zu nehmen. Erkennen Sie sich wieder? Ruft Ihnen Ihr Verstand auch immer wieder Aufforderungen oder Befehle zu und setzt Sie damit unter Druck? Wird Ihr Verhalten auch aus der Tiefe über innere Antreiber gelenkt? Geht es Ihnen wie Elisabeth, die zwar feststellt, dass der Stress aus dem Inneren kommt, allein aber schlicht überfordert ist? Dann machen Sie es wie meine Klientin, vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenfreies Vorgespräch und lernen Sie mich kennen. Danach können Sie in Ruhe überlegen, ob Sie mit mir gemeinsam hinschauen möchten. Im Rahmen der psychologischen Beratung online prüfen wir, wie innere Antreiber - Ihre persönlichen Stressverstärker - sie steuern und definieren Maßnahmen, wie wir diese entschärfen/entschleunigen. Häufige Fragen: Innere Antreiber Was sind innere Antreiber? Innere Antreiber sind unbewusste Stressverstärker, die meist aus frühen Erfahrungen und verinnerlichten Normen entstehen. Sie wirken im Hintergrund und erzeugen oft ein starkes „Ich muss“ -Denken. Dadurch beeinflussen sie, wie wir Situationen bewerten, wie wir handeln und wie viel Druck wir uns im Alltag machen. Welche inneren Antreiber gibt es? In Ihrem Beitrag beschreiben Sie fünf typische innere Antreiber: Sei perfekt , Behalte die Kontrolle , Sei beliebt , Halte durch  und Sei unabhängig . Jeder dieser Antreiber steht für ein grundsätzlich menschliches Bedürfnis, das jedoch übersteigert wurde und dadurch Stress, innere Anspannung oder Erschöpfung auslösen kann. Wie erkenne ich meine inneren Antreiber? Innere Antreiber zeigen sich oft in wiederkehrenden inneren Sätzen wie: „Ich darf keine Fehler machen“ , „Ich muss alles allein schaffen“ , „Ich darf niemanden enttäuschen“  oder „Ich muss stark sein“ . Wenn Sie merken, dass Ihr Verstand Ihnen häufig Druck macht, Befehle erteilt oder kaum Raum für Pausen, Fehler oder Unterstützung lässt, lohnt sich ein genauer Blick auf Ihre inneren Antreiber. Warum machen innere Antreiber Stress? Innere Antreiber machen Stress, weil sie aus natürlichen Bedürfnissen starre innere Forderungen machen. Aus einem gesunden Wunsch nach Leistung wird dann Perfektionismus. Aus dem Wunsch nach Sicherheit wird Kontrollzwang. Aus dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit wird Anpassung. So entsteht innerer Druck, der langfristig zu Überforderung, Erschöpfung oder sogar Burnout führen kann. Kann man innere Antreiber verändern? Ja, innere Antreiber lassen sich entschärfen. Der erste Schritt ist, sie bewusst zu erkennen und ihre Wirkung im Alltag wahrzunehmen. Danach wird es möglich, innere Gegensätze zu stärken, zum Beispiel: „Auch ich darf Fehler machen“ , „Ich darf loslassen“ , „Ich darf nein sagen“ , „Ich sorge gut für mich“  oder „Ich darf auch Schwächen zeigen“ . Genau so kann Schritt für Schritt mehr Leichtigkeit, Freiheit und Selbstführung entstehen. Vielleicht interessiert Sie auch: Ganzheitlich gesund: Tipps & Tricks für Ihren Alltag Umgang mit Stress: 8 wirkungsvolle Übungen gegen Stress Stress und Burnout am Arbeitsplatz - ein modernes Problem Stress verstehen: Wissenswerte Fakten für wirkungsvolle Strategien gegen Stress www.soham-psychologische-beratung.de

  • Denkfehler: Nährboden für Depressionen

    Kennen Sie Ihre unbewussten Denkfehler? Denkfehler: Ein wesentlicher, häufig auftretender Faktor in der Entstehung und Aufrechterhaltung von Depressionen und anderen psychischen Störungen. Denkfehler sind Verzerrungen in der Wahrnehmung, also Verarbeitung von Informationen . Diese Denkfehler, auch Denk-Verzerrungen genannt, sind ein Kernelement der von Dr. Aaron T. Beck entwickelten Theorie der kognitiven Verhaltenstherapie, die betont, w ie Gedanken und Überzeugungen emotionale Zustände beeinflussen. Denkfehler: Mentale Muster können blockieren oder den Blick in eine neue Richtung öffnen Ein großes Ziel unseres Gehirns ist es Energie zu sparen . Um mit komplexen Situationen effizient umzugehen, greift es daher auf kognitive Abkürzungen und vereinfachte Strategien zurück. Dabei handelt es sich um erlernte Muster , mit denen wir unsere Umwelt strukturieren und handhaben – oft ohne sie infrage zu stellen oder sie gar zu bemerken . Denkfehler laufen also im Hintergrund, dem Unbewussten ab.   Aber warum und wann werden diese Denkfehler für uns Menschen problematisch? Wieso bieten diese Denkfehler den Nährboden für Depressionen ? Die kognitive Verhaltenstherapie zeigt, dass unsere Gedanken und Grundüberzeugungen die Art und Weise prägen, wie wir die Welt und unsere Gefühle interpretieren . Denkfehler können zu einem Problem werden, wenn sie die Realität verzerren und zu negativen Einschätzungen von uns selbst , anderen Menschen oder der Zukunft führen. Erfahrungen werden durch eine bestimmte „Wahrnehmungs-Filter“ betrachtet und so oft nicht realistisch bewertet. Bei depressiven Personen sind dysfunktionale Denkstile besonders häufig.   Denkfehler gehen auf sogenannte „kognitive Schemata“ zurück. Das sind fest in uns verwurzelte Muster, die wir häufig aus Kindheitserfahrungen entwickelt haben. Diese Schemata führen zu bestimmten Interpretationsfehlern und negativen Emotionen . Diese wiederum verstärken pessimistische Erwartungen und Wahrnehmungen . Es entsteht ein Kreislauf , der vom Menschen selbst nicht bewusst wahrgenommen wird.   Denkfehler sind also (oft) „ automatische Gedanken “. Es sind schnelle und unbewusste Gedanken oder bildhafte Vorstellungen, die sich nicht aus zielgerichtetem Denken ergeben. Viele dieser Gedanken sind stark emotional und beeinflussen unser Erleben unmittelbar. Denkfehler: Schnell, automatisch und oft unbewusst wirksam Hier sind einige Beispiele für die häufigsten Denkfehler, die unangemessene Emotionen und Verhaltensweisen hervorrufen können:   Dichotomes Denken (Schwarz-Weiß-Denken): Alles wird in extremen Kategorien eingeteilt („Ich bin ein Versager“ vs. „Ich bin ein Genie“). Schlüsselworte wie „immer“, „nie“ oder „total“ zeugen davon, wie Menschen durch solche Denkmuster einfache Orientierung gewinnen, aber auch differenzierte Sichtweisen meiden.   Absolutes Fordern und Muss-Denken : Unflexible, starre Erwartungen und Forderungen , die oft zu Frustration führen („Es muss alles perfekt sein“). Dahinter verbirgt sich oft eine unbewusste Angst vor Kritik und Fehlern . Übergeneralisierung : Aufgrund einzelner Ereignisse wird eine allgemeine Schlussfolgerung gezogen („Ich habe die Prüfung nicht bestanden, also ist das ganze Jahr verloren“). Begriffe wie „immer“, „nur“ oder „ausschließlich“ kennzeichnen diese Muster, die oft negative Zukunftsaussichten verstärken und Eigenverantwortung minimieren.   Etikettierung : Einzelne Fehler führen zu pauschalen negativen Selbstbewertungen („Ich bin ein Versager “). Solche Gedanken führen zu einem negativen Selbstbild und verhindern eine realistische Selbstwahrnehmung.   Katastrophendenken : Die Annahme, dass das Schlimmste eintritt („Ich habe Kopfschmerzen, bestimmt ist es ein Tumor“), schafft intensive Angst und Vermeidungshaltung, ohne reale Anhaltspunkte.   Personalisierung : Äußere Ereignisse werden auf die eigene Person bezogen, obwohl kein Zusammenhang besteht („Mein Bekannter hat mich nicht gegrüßt, weil er mich nicht leiden kann.“).   Gefühlsdenken : Die Annahme, dass emotionale Empfindungen objektive Wahrheiten widerspiegeln („Ich fühle mich nicht gemocht, also stimmt das auch“). Versicherungsdenken : Ähnlich dem Katastrophendenken, jedoch mit der stillen Hoffnung, dass das Negative nicht eintritt („Wenn ich das Schlimmste erwarte, kann ich nur positiv überrascht werden“).   Gerechtigkeitsdenken und Fairness-Erwartungen : Diese Denkweise ist eine Unterkategorie des „Muss-Denkens“ und beruht auf der Erwartung absoluter Fairness im Leben, was oft Enttäuschungen hervorruft.   Willkürliche Schlussfolgerungen : Rückschlüsse ohne reale Grundlage („Sie schauen zu mir herüber und lachen – sie machen sich sicher über mich lustig“). Disqualifizierung positiver Erfahrungen : Positive Erlebnisse werden als zufällig abgetan, während Misserfolge auf eigene Schwächen zurückgeführt werden („Die Prüfung habe ich nur durch Zufall/Glück bestanden.“). Häufige Fragen zu Denkfehlern Was sind Denkfehler? Denkfehler sind automatische, oft unbewusste Verzerrungen in der Wahrnehmung und Bewertung von Situationen. Sie entstehen aus erlernten Mustern und kognitiven Abkürzungen des Gehirns. Problematisch werden sie dann, wenn sie die Realität verzerren und zu negativen Einschätzungen über uns selbst, andere Menschen oder die Zukunft führen. Warum sind Denkfehler ein Nährboden für Depressionen? Denkfehler können depressive Entwicklungen begünstigen, weil sie negative Gedanken, pessimistische Erwartungen und ein verzerrtes Selbstbild verstärken. Wer zum Beispiel zu Katastrophendenken, Schwarz-Weiß-Denken oder Selbstabwertung neigt, erlebt Belastungen oft intensiver und fühlt sich schneller hilflos, wertlos oder hoffnungslos. Welche Denkfehler treten besonders häufig auf? Zu den häufigsten Denkfehlern gehören dichotomes Denken , Muss-Denken , Übergeneralisierung , Etikettierung , Katastrophendenken , Personalisierung , Gefühlsdenken  und die Disqualifizierung positiver Erfahrungen . Diese Denkmuster laufen meist automatisch ab und beeinflussen Gefühle und Verhalten stärker, als vielen bewusst ist. Wie erkenne ich meine eigenen Denkfehler? Ein erster Schritt ist, auf wiederkehrende innere Sätze und extreme Bewertungen zu achten. Typische Hinweise sind Worte wie immer , nie , total , muss  oder alles . Hilfreich ist es auch, sich zu fragen: Ist dieser Gedanke wirklich wahr?  oder Gibt es auch eine andere, realistischere Sichtweise? Kann man Denkfehler verändern? Ja, Denkfehler lassen sich verändern. Der wichtigste Schritt ist, sie überhaupt erst bewusst wahrzunehmen. In der psychologischen Beratung lernen Menschen, automatische Gedanken zu erkennen, zu hinterfragen und schrittweise durch realistischere und hilfreichere Denkmuster zu ersetzen. Genau das kann spürbar entlasten und langfristig zu mehr innerer Klarheit führen. Denkfehler führen oft zu emotionalen Schwankungen und können psychische Probleme verstärken. Wenn Sie über diesen Beitrag hinaus mehr über Ihre (depressionsverstärkenden) Denkfehler erfahren möchten, dann vereinbaren Sie gleich hier einen Termin für ein kostenfreies Vorgespräch mit mir . In einer psychologischen Beratung lernen Sie Ihre typischen Denkfehler zu erkennen und sie bewusst zu hinterfragen. So gelingt es Ihnen Stück für Stück schädliche (dysfunktionale) Gedanken leichter aufzulösen und durch realistischere Denkmuster zu ersetzen. Vielleicht interessiert Sie auch: Yoga gegen Stress: Wie Yoga Ihnen hilft Ihr Leben zu entschleunigen Teufelskreis der Depression: Die Abwärtsspirale verstehen Wege aus der Einsamkeit www.soham-psychologische-beratung.de

  • Negativer Stress – erkennen, verstehen, loslassen

    Was ist negativer Stress und warum macht er uns das Leben schwer? Negativer Stress : Wenn es negativen Stress gibt, muss es doch auch positiven geben? Was ist Stress überhaupt – und was können Sie tun, wenn Sie im Stress  sind?  Das Thema gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wir sind vernetzt, ständig erreichbar und im Alltag minutiös durchgetaktet. Viele meiner Klientinnen und Klienten stehen dauerhaft im Stress  – und erste Auswirkungen auf Körper und Seele bleiben oft nicht aus. Negativer Stress : Wenn Belastung zur Daueranspannung wird und das Leben spürbar schwerer macht. Dieser Beitrag widmet sich dem negativen Stress und möchte an Sie appellieren und Ihnen gleichzeitig Mut machen. Übergehen Sie negativen Stress nicht, denn die Auswirkungen auf Ihre Gesundheit sind folgenschwer und betreffen nicht nur Ihre Leistungsfähigkeit . Negativer Stress kann reduziert werden und meiner Ansicht nach braucht es dazu zunächst Klarheit und gute Strategien . Beides möchte ich mit diesem Artikel leisten: Negativer Stress oder positiver Stress? Lernen Sie den Unterschied Die Ursachen von negativem Stress: Was löst Ihre Belastung wirklich aus? Negativer Stress und seine Folgen: Wenn Körper und Seele Alarm schlagen Warnsignale für negativen Stress: So erkennen Sie die Belastung frühzeitig Strategien gegen negativen Stress: Was wirklich hilft, um zur Ruhe zu kommen Negativer Stress: Warum Sie handeln müssen, bevor es zu viel wird Negativer Stress oder positiver Stress? Lernen Sie den Unterschied kennen Aus dem Englischen übersetzt bedeutet Stress: Beanspruchung, Anspannung. Stress ist eine Reaktion auf körperliche oder psychische (Über-)Beanspruchung oder Belastung/Bedrohung und zunächst einmal völlig gesund und normal. Der Vater der Stressforschung, Hans Selye, hat das Stresskonzept 1936 zum ersten Mal vorgestellt und aufgezeigt, wie der Körper auf bestimmte Anforderung, sogenannte Stressoren, reagiert (Stressreaktion). Eustress und Disstress Stress ist ein ganz natürlicher Teil des Lebens und kann sowohl positiv als auch negativ sein. Positiver Stress, auch Eustress  genannt, empfinden wir motivierend und er fördert unsere Produktivität . Er tritt oft in Situationen auf, die aufregend oder herausfordernd sind, wie zum Beispiel ein neues Projekt bei der Arbeit das Sie unbedingt umsetzen möchten . Schädlicher (negativer) Stress, auch Distress genannt, entsteht, wenn Körper und/oder Geist überlastet sind. Zu viel Stress bringt unseren Organismus in Anspannung und kann Symptome wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder sogar Herz-Probleme verursachen. Hält negativer Stress zu lange an, hat dies gesundheitliche Auswirkungen bzw. führt zu ernsthaften Erkrankungen. Die Ursachen von negativem Stress: Was löst Ihre Belastungen wirklich aus? Was aber nun sind die Ursachen von Stress bzw. was empfinden wir als Stress? Welche Stressauslöser gibt es in unserem Leben und wo sind die in unserem Alltag versteckt? Die Psychologie weiß, dass Stress durch äußere Faktoren/Situationen ebenso ausgelöst wird, wie durch innere Vorgänge im Menschen selbst. In meinen psychologischen Beratungen ist mir immer ganz wichtig klar zu machen, dass die Stressreaktion absolut unabhängig davon ist, ob der Stressauslöser im Außen liegt, oder über inneres Empfinden/Erleben kommt. Die Anspannung, die körperliche Reaktion auf Stress (beschleunigter Herz-Schlag, flachere Atmung, Ausschüttung von Kortisol, etc.) ist immer gleich. Negativer Stress: Ursachen, die von außen kommen Stresssituationen, die von Außen auf den Menschen treffen sind vielfältig. Hier einige Beispiele für äußere Stressoren: Arbeitsbelastung, Herausforderungen der Arbeitswelt Auswirkungen von ständigem Zeitdruck (Dauerstress) Konflikte in Beziehungen oder am Arbeitsplatz Lärm-Belastung Reize aus der Umwelt ständige Erreichbarkeit vieler Menschen Ursachen des ganz persönlichen Lebens (zum Beispiel die Erkrankung/Pflege von Angehörigen) Negativer Stress: Ursachen, die aus dem Inneren wirken Äußere Stressoren sind für viele meiner Klienten einleuchtend und nachvollziehbar. Doch was ist Disstress, der aus uns Menschen kommt? Hier ist Selbstbewusstsein gefragt. Einige Beispiele für Stressoren aus dem Inneren sind: negative Denkmuster Innere Antreiber und dysfunktionale Glaubenssätze Perfektionismus Imposter Phänomen zu hohe/unrealistische Erwartungen an uns selbst Fehlender Selbstwert zu hohe/unrealistische Erwartungen an andere Menschen Fehlende Stressbewältigungs-Strategien Einsamkeit Angst Mangelnde Emotionsregulation Fehlende Resilienz Negativer Stress und seine Folgen: Wenn Körper und Seele Alarm schlagen An dieser Stelle nochmal der meiner Ansicht nach so wichtige Hinweis . Obwohl die Stressreaktion eine körperliche ist, hat sie Auswirkungen auf den Körper und den Geist . Disstress und Eustress wirken langfristig also schädlich auf die Gesundheit . Negativer Stress:  Wenn anhaltende Belastung Körper und Seele in dauerhafte Alarmbereitschaft versetzt. Negativer Stress: Physische Folgen Negativer Stress: Psychische Folgen Muskelverspannungen - vor allem im Nacken- und Rückenbereich Burnout Rückenschmerzen Depressionen Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen Angststörungen Beeinträchtigung von Verdauungssystem Panik-Attacken Schlafstörungen Konzentrationsprobleme Körperliche Erschöpfung/Müdigkeit Innere Anspannung geschwächtes Immunsystem Probleme bei Entscheidungen Reduzierte Leistungsfähigkeit Warnsignale für negativen Stress: So erkennen Sie die Belastung frühzeitig Wenn Sie Disstress erleben, dann ist Ihr Körper sehr kreativ in der Art, wie er sich Ihnen mitteilt. Es kann also sein, dass Warnsignale von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich sind. Einige Warnsignale kommen jedoch häufiger vor als andere. Diese möchte ich Ihnen kurz skizzieren: Warnsignale im Alltag Muskelverspannungen, Magenschmerzen Häufige Müdigkeit, Schlafstörungen Kopfschmerzen oder Migräne Appetitveränderung Hautprobleme zum Beispiel Juckreiz oder Ausschläge Reizbarkeit, Aggressivität Gefühl der Überforderung, Hilflosigkeit, Pessimismus Konzentrationsstörungen, häufiges Grübeln oder kreisende Gedanken Wie erwähnt, sind die Warnsignale des Körpers sehr unterschiedlich. Hier ist Achtsamkeit und Selbstbewusstsein gefragt. Bewusstes hineinhören in sich und fürsorglicher Umgang mit Ihrem Körper und Ihrer Seele sind sehr hilfreich um die Auswirkungen von Stress zu erkennen. Testmethoden zur Selbstdiagnose von negativem Stress Um mehr über Ihre Belastungen durch Stress zu erfahren können Sie auch auf einen Stress Test oder andere Formen der Selbstdiagnose zurück greifen. Führen Sie beispielsweise ein Stresstagebuch , tauschen Sie sich mit einem vertrauten Menschen aus und fragen Sie ihn, wie er Sie im Alltag erleben. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über Ihre Stressbelastung oder vereinbaren Sie einen Termin mit mir zur psychologischen Beratung um Ihre Stressbelastung zu besprechen. Strategien gegen negativen Stress: Was wirklich hilft, um zur Ruhe zu kommen Wie kommen Sie nun raus aus der Stressfalle ? Ich möchte Ihnen 2 Ansätze liefern. ** Der eine bezieht sich auf akute Stresssituationen . Also Situationen, in denen Sie schnell eine Reduktion Ihrer Disstress-Belastung benötigen. ** Und einen weiteren, der sich auf eine langfristige Reduzierung fokussiert und ggf. mit einer kleinen Anpassung Ihrer Lebensumstände einher geht. Schnelle Hilfe bei negativem Stress: Atemübungen und andere Sofortmaßnahmen Da ist es wieder, dieses Gefühl, wenn Sie der negative Stress überrollt und Sie hetzen wie der Hamster im Rad. Das Gefühl der Überforderung und totalen Anspannung. Disstress hat Ihren Körper "gefangen": Was tun? Der Körper ist in Alarmbereitschaft sich gegen die (vermeintliche) Gefahr zu stellen. Der Organismus ist auf Kampf-oder-Flucht fokussiert, die physiologischen Prozesse dafür hat er ausgelöst : Herzschlag, Atmung, Blutzirkulation, Muskelspannung, etc. Was wir also in akuten Stresssituationen tun können um den Stress zu Bewältigen, ist dem Körper das Signal "Entwarnung" zu geben, indem wir bewusst in den physiologischen Prozess eingreifen. *** Tipp: Atemübung Steuern Sie Ihre Atmung ganz bewusst. Verlängern Sie die Atemzüge und atmen Sie tief in den Bauch. Atmen Sie länger aus als ein. Zählen Sie bei der Einatmung bis 4 (oder 6) - und bei der Ausatmung bis 6 (oder 8). Atmen Sie so für 3 - 5 Minuten. *** Tipp: Klopfen der Thymusdrüse Die Thymusdrüse sitzt knapp oberhalb des Brustbeins und liegt auf dem Vagusnerv . Der Vagusnerv steuert unser parasympathische Nervensystem und ist somit für die Entspannungsreaktion zuständig. Nehmen Sie Daumen, Zeigefinder und Mittelfinger zusammen und klopfen vorsichtig, aber bestimmt auf die Thymusdrüse. Klopfen Sie mindestens 5 Minuten . Atmen Sie dabei gleichmäßig und im Idealfall lassen Sie die Augen sanft geschlossen . Negativer Stress langfristig reduzieren: Wie kleine Änderungen Großes bewirken Negativer Stress kann langfristig gut durch ausgewogene Work Life Balance Maßnahmen ausgeglichen werden. Als Ausgangsanalyse empfehle ich meine Klienten gern das sogenannte Stress-Manhattan. Negativer Stress: Analyse durch das Stress-Mannhattan Modell *** Tipp: Das Stress-Manhattan-Modell: So bringen Sie Struktur in Ihre Stressbewältigung Zeichnen Sie Ihre Lebensbereiche wie Hochhäuser auf. Dann Reflektieren Sie anhand folgender Fragen: **** Wie sieht die Stressbelastung in den einzelnen Lebensbereichen aus **** Ist es negativer Stress? **** Wodurch wird dieser ausgelöst? Was sind die Stressoren? Füllen Sie die Hochhäuser mit dem subjektiven Stressempfinden je Lebensbereich. Im Anschluss an die Analyse erstellen Sie Ihre persönliche Liste von Maßnahmen um mehr Balance, mehr Eustress in Ihre Leben einzuladen. Lassen Sie sich für diese Liste gern mehrere Tage Zeit und ergänzen diese Schritt-um-Schritt. WICHTIG: Vereinbaren Sie Termine mit sich selbst um die Work Life Balance Maßnahmen fest in Ihrem neuen Tagesablauf zu verankern. *** Tipp: Bewegung als Ausgleich: Wie Sie mit Aktivität negativen Stress abbauen können Körperliche Bewegung schafft Ausgleich zu Anspannung und Belastung durch Stress. Durch regelmäßige Bewegung bauen wir Stresshormone wie Kortisol und Adrenalin ab. Gleichzeit produziert unser Körper das Glückhormon Dopamin. Als ausgebildete Yogalehrerin weiß ich um die ganzheitliche Wirkung von Yoga und empfehle daher regelmäßig Yoga gegen Stress . *** Tipp: Wenn Sie nicht weiterwissen: Warum Beratung bei negativem Stress helfen kann Im Laufe unseres Lebens bilden wir unterschiedliche Muster und Denkstrukturen aus. Viele dieser Muster sind unbewusst . Wir nehmen sie kaum oder gar nicht wahr. Und nicht jedes Muster ist funktional und hilft uns ein erfülltes Leben in Balance zu führen. Im Gegenteil: Manche stehen uns im Weg und machen Veränderung schwer oder gar unmöglich. Aus diesem Grund kann für die ersten Schritte aus dem Disstress psychologische Beratung oder Coaching sinnvoll sein. Durch den Blick von Außen und die entsprechenden Ausbildungen können wertvolle Impulse und neue Denkanstöße kommen, die Ihnen die folgenden Schritte deutlich leichter machen. Häufige Fragen: Negativer Stress Was ist negativer Stress? Negativer Stress entsteht dann, wenn Belastungen nicht mehr aktivierend, sondern überfordernd wirken. Anders als positiver Stress bringt er den Organismus dauerhaft in Anspannung und kann auf Dauer körperliche und psychische Beschwerden verursachen. Woran erkenne ich negativen Stress? Negativer Stress zeigt sich oft durch Warnsignale wie Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, innere Unruhe, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, kreisende Gedanken oder das Gefühl von Überforderung. Auch Magenbeschwerden, Müdigkeit oder Hautreaktionen können Hinweise sein. Was ist der Unterschied zwischen positivem und negativem Stress? Positiver Stress, auch Eustress genannt, motiviert, aktiviert und kann uns leistungsfähiger machen. Negativer Stress, also Distress, entsteht bei Überlastung und wirkt auf Dauer erschöpfend. Er bringt Körper und Psyche aus dem Gleichgewicht und kann krank machen, wenn er nicht reduziert wird. Was sind typische Ursachen für negativen Stress? Negativer Stress kann sowohl durch äußere als auch durch innere Stressoren entstehen. Zu den äußeren Ursachen zählen zum Beispiel Zeitdruck, Konflikte, Arbeitsbelastung, Lärm oder ständige Erreichbarkeit. Innere Auslöser sind häufig Perfektionismus, negative Denkmuster, innere Antreiber, Angst, fehlender Selbstwert oder mangelnde Emotionsregulation. Was hilft akut bei negativem Stress? Hilfreich sind sowohl Sofortmaßnahmen als auch langfristige Strategien. Akut können Atemübungen oder beruhigende Körpertechniken entlasten. Langfristig helfen mehr Klarheit über persönliche Stressoren, regelmäßige Erholung, Bewegung und alltagstaugliche Strategien zur Stressbewältigung. Negativer Stress: Warum Sie handeln müssen, bevor es zu viel wird Es ist möglich den negativen Stress zu reduzieren und mehr Leichtigkeit und Eustress zu kultivieren. Vielleicht denken Sie jetzt, dass der Weg heraus schwer ist und ein "gutes Leben" scheint Ihnen (noch) weit entfernt? Lassen Sie uns sprechen, gemeinsam finden wir Ansätze um Ihre Stressbelastung dauerhaft zu reduzieren. Vielleicht interessiert Sie auch: Denkfehler: Nährboden für Depressionen Gefühle verstehen – und schwierige Emotionen als Kraftquelle nutzen Was tun gegen Schlafstörungen? Tipps, die wirklich helfen Stress verstehen: Wissenswerte Fakten für wirkungsvolle Strategien gegen Stress www.soham-psychologische-beratung.de

  • Ursachen Depression – wie sie entsteht

    Ursachen Depression: Wie sie entsteht – und warum das nichts mit Schwäche zu tun hat Ursachen Depression  – das ist einer dieser Begriffe, die viele sofort in die Defensive bringen. „Ich weiß gar nicht, warum es mir so schlecht geht – eigentlich ist doch alles okay.“ Diesen Satz höre ich in meiner Praxis immer wieder. Von Menschen, die funktionieren, lächeln, weitermachen. Und sich gleichzeitig wie leer oder verloren fühlen. Depression hat Ursachen. Keine davon ist Schwäche. Keine ist Ihr Fehler. Und trotzdem bleibt oft diese Frage: Warum ich? Warum jetzt? Ursachen Depression: Keine davon ist Schwäche. Keine ist Ihr Fehler. „Ich will wieder spüren, dass ich lebe – nicht nur, dass ich funktioniere.“ Ursachen Depression  – in diesem Beitrag geht es darum, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen können. Damit Sie besser verstehen, was in Ihnen oder einem nahestehenden Menschen vorgeht. Biopsychosoziales Modell: So entstehen Depressionen Eine Klientin hat es einmal treffend beschrieben: „Es war, als hätte sich etwas über Jahre in mir festgesetzt – still, schleichend, bis ich es nicht mehr ignorieren konnte.“ So geht es vielen. Depression  entsteht selten über Nacht – und fast nie durch einen einzelnen Auslöser. Stattdessen greifen verschiedene Ebenen ineinander: die biologische, die psychologische und die soziale. Genau das beschreibt das sogenannte biopsychosoziale Modell , das heute als wissenschaftlicher Standard gilt. Manche Menschen bringen eine gewisse Veranlagung  mit – etwa weil in der Familie bereits psychische Erkrankungen vorkamen. Andere erleben in ihrer Kindheit emotionale Vernachlässigung, Dauerstress oder das Gefühl, nie „genug“ zu sein. Und wieder andere verlieren in einer belastenden Lebensphase ihre soziale Stabilität – etwa durch Trennung, Überlastung oder Einsamkeit. Was diese Fälle gemeinsam haben? Nicht die eine Ursache. Sondern ein Geflecht aus inneren und äußeren Faktoren, das die psychische Widerstandskraft nach und nach schwächt. Mehr zu den Zusammenhängen zwischen seelischer Belastung und mentaler Gesundheit finden Sie auf der Seite Mentale Gesundheit . Ursachen einer Depression  sind also nie schwarz-weiß. Sie sind so individuell wie die Menschen selbst. Biologische Ursachen: Wenn der Körper aus dem Gleichgewicht gerät Ursachen Depression  – manche davon liegen im Körper selbst. Auch wenn man es ihnen nicht ansieht, beeinflussen biologische Faktoren oft maßgeblich, wie es einem Menschen geht. Viele spüren nur: „Ich bin nicht mehr ich selbst.“  So wie ein Klient, der sagte: „Ich wache müde auf, obwohl ich geschlafen habe. Ich will nichts mehr, obwohl ich alles habe.“ Eine der möglichen Ursachen Depression  ist die genetische Veranlagung. Wenn Depressionen in der Familie vorkommen, steigt die Wahrscheinlichkeit – nicht als Schicksal, sondern als Neigung, die unter bestimmten Bedingungen wirksam werden kann. Auch die Botenstoffe im Gehirn , sogenannte Neurotransmitter , sind Teil der Gleichung. Ein Ungleichgewicht von Serotonin , Dopamin  oder Noradrenalin  kann dazu führen, dass Antrieb, Freude oder Ruhegefühl buchstäblich fehlen. Hormonelle Veränderungen  – etwa nach einer Geburt, in den Wechseljahren  oder bei Problemen mit der Schilddrüse – bringen zusätzliche Belastungen mit sich, die sich emotional bemerkbar machen können. Und nicht zuletzt: Wer dauerhaft unter Schlafstörungen , körperlichen Schmerzen  oder chronischen Erkrankungen  leidet, trägt eine ständige körperliche Last – und das wirkt sich auch auf das seelische Gleichgewicht aus. Psychologische Ursachen: Wenn innere Muster belasten Manchmal sagen Klienten Sätze wie: „Ich weiß, dass ich eigentlich okay bin – aber tief drin glaube ich es einfach nicht.“  Genau da beginnen viele Ursachen Depression , die im Inneren wurzeln. Ein zentraler Punkt sind frühe Bindungserfahrungen . Wer in der Kindheit keine stabile emotionale Sicherheit erlebt hat, entwickelt oft ein fragiles Selbstbild. Die Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen – die sogenannte Resilienz  – ist dann von Anfang an geschwächt. Auch negative Denkmuster , innere Antreiber   und typische Denkfehler  prägen den inneren Dialog. Gedanken wie „Ich darf keine Schwäche zeigen“ , „Ich muss perfekt sein“  oder „Ich mache immer alles falsch“  wirken dauerhaft belastend. Denkfehler wie das Alles-oder-nichts-Denken  oder Katastrophisieren  verzerren die Wahrnehmung – und verstärken das Gefühl von Ausweglosigkeit. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie solche Denkmuster entstehen, lesen Sie den Beitrag Denkfehler 2.0 – Warum unser Gehirn uns austrickst. Ein weiterer psychologisch relevanter Mechanismus ist die erlernte Hilflosigkeit . Wer über längere Zeit erlebt, dass eigene Anstrengungen keine Wirkung zeigen, verliert das Gefühl von Einfluss und Kontrolle – ein zentrales Element psychischer Gesundheit. Was diesem Gefühl entgegengesetzt ist, nennt sich Selbstwirksamkeit  – also das Vertrauen darauf, etwas bewirken zu können. Wie Sie Ihre Selbstwirksamkeit stärken können , erfahren Sie hier. Ursachen Depression  zeigen sich auf dieser Ebene oft leise, subtil – aber sie prägen massiv, wie wir über uns selbst und das Leben denken. Ein hilfreicher erster Schritt kann sein, diese Gedanken bewusst zu beobachten. Auf der Seite Klarheit zum Mitnehmen  finden Sie dazu das kostenfreie PDF Der innere Beobachter  – eine einfache Übung, um Abstand zu gewinnen und den eigenen Denkmustern mit mehr Freundlichkeit zu begegnen. Soziale Ursachen: Wenn das Umfeld krank macht Ursachen Depression  sind nicht immer in der eigenen Psyche zu suchen. Oft hat das, was uns krank macht, auch mit dem zu tun, was außen  fehlt – oder zu viel ist. Ein zentrales Thema ist Einsamkeit . Und zwar nicht nur dann, wenn niemand da ist – sondern vor allem dann, wenn man sich nicht verbunden fühlt . Wer dauerhaft ohne echte Nähe lebt, ohne Menschen, die zuhören oder da sind, trägt ein Risiko in sich, das oft unterschätzt wird. Soziale Isolation  verstärkt das Gefühl, allein nicht mehr weiterzukommen. Auch chronischer Stress  zählt zu den sozialen Faktoren, die zu einer Depression beitragen können. Zu viel Verantwortung, dauerhafte Überforderung im Beruf, Care-Arbeit, finanzielle Sorgen – all das erschöpft. Wenn Pausen fehlen und der Druck Alltag ist, verliert man irgendwann das Gefühl, überhaupt noch durchatmen zu können. Wenn Sie besser verstehen möchten, wie Stress entsteht und was dagegen hilft, lesen Sie den Beitrag Stressprävention – wie Sie wieder mehr Luft zum Atmen finden . Krisen und Verluste  sind weitere häufige soziale Ursachen Depression : Trennung, Tod eines geliebten Menschen, eine Kündigung, ein Umzug oder andere tiefgreifende Umbrüche. Wenn der Boden unter den Füßen wegbricht, braucht es Zeit – und Unterstützung –, um wieder Halt zu finden. Multifaktorielle Ursachen Depression: Kein Auslöser allein Ursachen Depression  lassen sich selten auf einen einzelnen Moment zurückführen. Meist ist es ein Zusammenspiel aus vielen Einflüssen – über Wochen, Monate oder Jahre hinweg. Vielleicht gab es eine genetische Veranlagung , die lange still blieb. Bis eine Trennung kam. Oder dauerhafter Stress. Oder eine körperliche Erkrankung, die das System zusätzlich geschwächt hat. Depression entsteht selten plötzlich.  Sie entwickelt sich oft schleichend – als Summe vieler kleiner Schritte in eine Richtung, die irgendwann zu viel wird. Und irgendwann merkt man: „So wie es ist, geht es nicht mehr.“ Mehr darüber, wie sich dieser Kreislauf Schritt für Schritt aufbaut, erfahren Sie im Beitrag T eufelskreis der Depression: Die Abwärtsspirale verstehen . Häufige Fragen zu Ursachen Depression Was sind typische Ursachen einer Depression? Ursachen einer Depression  sind meist nicht eindimensional , sondern entstehen durch ein Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren . Dazu können zum Beispiel genetische Veranlagung , Ungleichgewichte von Botenstoffen im Gehirn , frühe Bindungsverletzungen , negative Denkmuster , chronischer Stress , Einsamkeit , Überlastung  oder belastende Lebensereignisse  wie Trennung, Verlust oder Krankheit gehören. Kann eine Depression auch entstehen, obwohl eigentlich alles in Ordnung scheint? Ja. Genau das macht das Thema Ursachen Depression  oft so schwer greifbar. Viele Menschen sagen: „Eigentlich ist doch alles okay.“  Und trotzdem fühlen sie sich leer, erschöpft oder innerlich verloren. Eine Depression entsteht oft schleichend  und nicht nur durch sichtbare Krisen. Auch andauernder innerer Druck , alte Muster , fehlende emotionale Sicherheit  oder anhaltende Überforderung  können dazu beitragen, dass das seelische Gleichgewicht kippt. Welche psychologischen Ursachen spielen bei einer Depression eine Rolle? Zu den wichtigen psychologischen Ursachen einer Depression  zählen oft frühe Bindungserfahrungen , ein geschwächter Selbstwert , negative Glaubenssätze , innere Antreiber , erlernte Hilflosigkeit  und verzerrte Denkmuster  wie Katastrophisieren oder Alles-oder-nichts-Denken. Solche inneren Mechanismen wirken oft leise im Hintergrund, prägen aber massiv, wie ein Mensch über sich selbst, andere und die Zukunft denkt. Welche biologischen Ursachen kann eine Depression haben? Auch biologische Ursachen  können bei einer Depression eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören zum Beispiel eine genetische Veranlagung , ein Ungleichgewicht von Neurotransmittern  wie Serotonin, Dopamin oder Noradrenalin, hormonelle Veränderungen  sowie körperliche Belastungen  wie chronische Schmerzen, Schlafstörungen oder andere Erkrankungen. Diese Faktoren allein führen nicht zwangsläufig zu einer Depression, können das Risiko aber deutlich erhöhen. Bedeutet eine Depression, dass man schwach ist? Nein. Ursachen Depression  haben nichts mit persönlicher Schwäche  zu tun. Eine Depression ist kein Charakterfehler  und kein Zeichen dafür, dass jemand „nicht belastbar genug“ wäre. Sie ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die aus vielen Einflüssen entstehen kann. Gerade deshalb ist es wichtig, sich selbst ernst zu nehmen, Schuldgefühle nicht weiter zu nähren und sich Unterstützung zu holen, wenn es allein nicht mehr gut geht. Was das für Sie bedeutet Wenn Sie sich in vielem wiedererkennen: Sie sind nicht allein.  Und Sie tragen keine Schuld.  Eine Depression ist kein Charakterfehler, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung – mit vielen Ebenen, vielen möglichen Einflüssen und vielen Ursachen Depression . Wichtig ist, dass Sie sich selbst ernst nehmen . Dass Sie sich erlauben, Hilfe zu suchen. Und dass Sie verstehen: Auch aus scheinbar ausweglosen Situationen führen Wege heraus. Erste Impulse und konkrete Anregungen finden Sie auch im Beitrag Wege aus der Depression: Erste Schritte zurück ins Leben. Ich unterstütze Sie dabei, Klarheit zu gewinnen , die Zusammenhänge zu verstehen – und Schritt für Schritt zurück in Ihre eigene Stärke zu finden. Vereinbaren Sie gern ein kostenfreies Vorgespräch , wenn Sie herausfinden möchten, ob meine Begleitung für Sie passt. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen. Auf der Seite Klarheit zum Mitnehmen  finden Sie zudem kostenfreie Übungen und Arbeitsblätter, die Sie auf Ihrem Weg unterstützen – für mehr Klarheit, Selbstführung und innere Stärke. Vielleicht interessiert Sie auch: Selbstwirksamkeit stärkt innere Klarheit und Handlungskraft Umgang mit Stress: 8 wirkungsvolle Übungen gegen Stress Resilienz stärken: 4 Tipps für Ihren Alltag Quellen & Inspirationen: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): www.dgppn.de Stiftung Deutsche Depressionshilfe: www.deutsche-depressionshilfe.de www.soham-psychologische-beratung.de

  • Typische Gedanken Depression – und warum sie so gefährlich sind

    Wenn der innere Dialog krank macht Typische Gedanken Depression  sind nicht einfach Nebengeräusche – sie gehören zu den oft übersehenen Auslösern und Verstärkern der Erkrankung. Wenn der innere Dialog  dauerhaft entwertet, kritisiert oder Druck macht, wird er selbst zur Belastung. Und gerade das passiert häufiger, als viele denken. In meiner Praxis höre ich immer wieder Sätze wie: „Ich bin doch selbst schuld.“ „Ich funktioniere einfach nicht richtig.“ „Ich krieg mein Leben nicht auf die Reihe.“ Diese Gedanken wirken nicht aus dem Nichts. Sie entstehen aus Erfahrungen, aus Erschöpfung, aus alten Mustern – oft über Jahre. Und irgendwann fühlen sie sich an wie Wahrheit. Gerade weil sie so vertraut klingen – so normal, so vernünftig, so plausibel. Aber sie sind nicht neutral. Sie prägen das Selbstbild – und sie beeinflussen, wie man sich selbst erlebt und durchs Leben geht. Typische Gedanken Depression – was Betroffene denken Typische Gedanken Depression klingen häufig etwa so Typische Gedanken Depression  klingen oft so: „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich darf keine Fehler machen.“ „Ich muss stark sein.“ „Ich bin eine Last.“ Diese Sätze fühlen sich nicht wie Gedanken an – sondern wie Tatsachen. Und genau das macht sie so gefährlich: Sie laufen automatisch ab, klingen vertraut, plausibel – und prägen unser Erleben. Sie verstärken Gefühle wie Scham , Angst , Selbstzweifel  oder Hoffnungslosigkeit  – ohne dass wir es immer bemerken. Kennen Sie ähnliche Gedanken? Welche Sätze laufen bei Ihnen wie automatisch im Kopf ab – besonders in schwierigen Momenten? Viele typische Gedanken Depression  klingen harmlos – fast banal. Aber sie wirken. Und sie wirken oft genau dann, wenn wir schwach, müde oder verletzlich sind. „Ich bin halt so.“ „Andere kriegen das besser hin.“ „Wenn ich das schon denke, wird es wohl stimmen.“ Genau solche Sätze sind es, die sich wie ein stiller Hintergrundsound durch unser Leben ziehen. Und obwohl sie uns manchmal fast vernünftig erscheinen, sind sie oft Ausdruck verzerrter Denkmuster . Typische Gedanken bei Depression: Was dahintersteckt und wie sie entstehen ▪️ In meinem Beitrag „Denkfehler: Nährboden für Depressionen“  erfahren Sie, warum unser Gehirn so gern in Abkürzungen denkt – und wie diese Denkfehler entstehen. Vielleicht kennen Sie das: Ein kleines Scheitern – und schon heißt es innerlich „Ich krieg einfach nichts auf die Reihe.“  Nicht, weil es wahr ist. Sondern weil der Filter im Kopf verzerrt. ▪️ In „Denkfehler 2.0“  geht’s eine Ebene tiefer – zu den unbewussten Entscheidungsmustern, die uns lähmen. Wie zum Beispiel die Verlustangst: „Ich will kündigen – aber was, wenn ich es bereue?“ Oder das Gruppendenken: „Alle finden das gut – also wird’s wohl richtig sein.“ Das Problem? Diese Denkfehler merken wir meist erst, wenn wir längst in ihnen festhängen. ▪️ Ein besonders häufiger Begleiter bei typischen Gedanken Depression  ist das binäre Denken . Alles oder nichts. Perfekt oder wertlos. „Wenn ich heute nicht alles schaffe, war der ganze Tag umsonst. “ In „Die Welt ist bunt – Ihre Gedanken auch?“  zeige ich, warum diese Sichtweise uns unter Druck setzt – und wie wir in kleinen Schritten zu mehr Differenzierung, Mitgefühl und innerer Gelassenheit finden. ▪️ Manche typische Gedanken Depression  beginnen mit einem harmlosen „Ich sollte …“ – und enden mit Druck, Schuld und Selbstüberforderung. Diese Gedanken folgen oft bestimmten inneren Regeln: „Ich muss perfekt sein“ , „Ich darf keine Hilfe brauchen“ , „Ich darf niemanden enttäuschen“ . Was nach gesundem Ehrgeiz klingt, sind in Wahrheit alte innere Antreiber  – unbewusste Glaubenssätze, die uns antreiben, aber auch erschöpfen. Wie diese Stressverstärker  entstehen, wie sie wirken und was sie mit Depression zu tun haben, lesen Sie hier: Innere Antreiber: Wie Stressverstärker Ihr Leben bestimmen ▪️ Und dann gibt es noch die Gedanken, die gar nicht nach Denken aussehen. Die eher wie Abneigung, Ablehnung oder Überreaktion wirken. „Was denkt der sich eigentlich?“„ So will ich nie sein!“ In „Schattenarbeit: Die Arbeit mit unliebsamen Anteilen“  geht es genau darum: Um die Seiten in uns, die wir weggesperrt haben – und die uns heute über Trigger oder innere Konflikte begegnen. Schattenarbeit bringt ans Licht, was uns innerlich blockiert – und gibt uns die Chance, uns selbst ganz neu zu verstehen. Denn klar ist: Nicht jeder Gedanke ist nur ein Gedanke. Manche sind alte Geschichten. Andere sind getarnte Wunden. Und manche lassen sich nicht einfach „wegdenken“ –aber verstehen, einordnen und verwandeln. Manchmal beginnt genau da die echte innere Arbeit. Mehr zu verzerrten Denkmustern und Selbstwahrnehmung lesen Sie auch im Beitrag Entstehung einer Depression. Viele dieser Gedanken und Muster wirken nicht isoliert – sie finden zusammen in einer Stimme, die wir alle kennen: den inneren Kritiker . Er fasst unsere Zweifel, Ängste und alten Überzeugungen in Worte – oft ohne, dass wir es merken. Diese innere Stimme entsteht aus frühen Lernerfahrungen – oft aus dem Bedürfnis, Kontrolle und Sicherheit zu behalten. Heute jedoch blockiert sie häufig die emotionale Selbstregulation. Und genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf ihn: Typische Gedanken Depression: Der innere Kritiker – die Stimme, die alles kommentiert Er ist nicht nur da – er kommentiert. Alles. Der innere Kritiker  kennt unsere wunden Punkte. Er bohrt, wenn wir eh schon zweifeln. Und er flüstert genau dann besonders laut, wenn wir am dringendsten Rückhalt bräuchten. Viele meiner Klienten beschreiben ihn so: „Es ist, als ob jemand in meinem Kopf ständig meckert – und ich glaub ihm auch noch.“ Seine Stimme klingt oft nach Kindheit, nach Schule, nach alten Sätzen: „Reiß dich zusammen.“ , „Das war nicht gut genug.“ , „Jetzt bloß keine Schwäche zeigen.“ Ein hilfreicher Blick ist das Konzept des inneren Teams : Wir sind nicht nur eine Stimme im Kopf. Da gibt es den Kritiker, den Antreiber – aber eben auch andere Anteile: Den, der sich nach Ruhe sehnt. Nach Leichtigkeit. Nach Mitgefühl. Typische Gedanken Depression wirken wie ein innerer Kommentar, der unser Selbstbild prägt – oft ohne, dass wir ihn bewusst wahrnehmen. Der innere Unterstützer – Einladung aus der Praxis Wenn ich mit Menschen an ihren typischen Gedanken arbeite, schlage ich oft etwas vor, das simpel klingt – aber kraftvoll ist: Sich den inneren Unterstützer vorstellen. Ich mache das selbst regelmäßig. Denn der innere Kritiker ist bei uns allen mal laut. Und gerade dann hilft es, bewusst eine andere Stimme einzuladen. Der innere Unterstützer ist nicht naiv. Er beschönigt nichts. Aber er spricht anders. Er sagt Dinge wie: „Du gibst dein Bestes." Oder: „Du darfst Fehler machen – das ändert nichts an deinem Wert.“ Ich lade meine Klienten ein, diesen Unterstützer zu gestalten: Wie würde er aussehen? Wie würde er sprechen? Was würde er jetzt sagen? Am Anfang ist er oft leise. Aber er ist da. Und wenn er Raum bekommt, verändert sich etwas. Der Ton im Inneren wird klarer, ruhiger. Die ständige Selbstkritik verliert an Kraft. Und oft zeigt sich: Man kann sich selbst ganz anders begegnen – wenn man weiß, wie. Was hilft gegen typische Gedanken Depression? Typische Gedanken lassen sich nicht einfach abschalten. Aber man kann lernen, sie zu erkennen, zu hinterfragen – und ihnen etwas entgegenzusetzen . In meiner psychologischen Beratung online unterstütze ich Menschen genau dabei: wieder klarer zu sehen, neue Perspektiven zu entwickeln – und sich innerlich neu auszurichten. Hier ein paar bewährte Impulse, mit denen viele meiner Klienten gute Erfahrungen gemacht haben: Entwickeln Sie einen inneren Beobachter :  Lernen Sie, Ihre Gedanken wahrzunehmen, ohne ihnen sofort zu glauben. Erstmal nur beobachten – wie bei einer fremden Stimme im Raum. Schreiben Sie typische Gedanken auf – und prüfen Sie sie:  Ist das wirklich wahr? Gibt es Ausnahmen? Und: Würden Sie das so auch zu einem guten Freund sagen? Formulieren Sie neue innere Sätze:  Zum Beispiel: „Ich darf Fehler machen – und bin trotzdem wertvoll.“  Oder: „Ich darf Dinge langsam angehen.“ Arbeiten Sie mit Ihrem inneren Team:  Wer meldet sich da zu Wort? Der Antreiber? Der Kritiker? Gibt es auch eine unterstützende Stimme – selbst wenn sie leise ist? Nutzen Sie ein Gedanken-Tagebuch:  Halten Sie Grübelthemen fest. Und schreiben Sie daneben, was ein wohlwollender Coach dazu sagen würde. Holen Sie sich Unterstützung:  Oft braucht es jemanden, der von außen mit draufschaut. Im Gespräch entstehen neue Sichtweisen – und manchmal auch neue Möglichkeiten. Typische Gedanken Depression verändern sich nicht über Nacht. Aber sie verlieren an Macht , wenn wir lernen, ihnen bewusst zu begegnen . Und jeder Schritt zählt. Lesen Sie dazu gern mehr im Blogbeitrag: Wege aus der Depression . Kostenfreie Materialien für mehr Klarheit Auf der Seite Klarheit zum Mitnehmen  finden Sie das PDF Der innere Beobachter  – eine geführte Übung, die hilft, typische Gedanken Depression bewusster wahrzunehmen und innere Ruhe zu fördern. Häufige Fragen zum Thema typische Gedanken Depression Was sind typische Gedanken bei einer Depression? Typische Gedanken bei einer Depression  sind oft Sätze wie: „Ich bin nicht gut genug“ , „Ich bin selbst schuld“ , „Ich darf keine Fehler machen“  oder „Ich bin eine Last“ . Das Gefährliche daran: Diese Gedanken fühlen sich für Betroffene meist nicht wie Gedanken , sondern wie Tatsachen  an. Genau dadurch verstärken sie Scham, Hoffnungslosigkeit und Selbstzweifel. Warum sind typische Gedanken bei einer Depression so gefährlich? Typische Gedanken bei einer Depression  sind so gefährlich, weil sie das Selbstbild dauerhaft negativ prägen . Wer innerlich ständig abgewertet, kritisiert oder unter Druck gesetzt wird, erlebt sich irgendwann tatsächlich als wertlos, unfähig oder belastend. Diese Gedanken wirken also nicht neutral, sondern sie verstärken depressive Gefühle , fördern Rückzug  und machen es schwerer, wieder Hoffnung oder Handlungskraft zu entwickeln. Woher kommen typische Gedanken bei einer Depression? Typische Gedanken bei einer Depression  entstehen meist nicht aus dem Nichts . Sie entwickeln sich oft aus alten Erfahrungen, Erschöpfung, belastenden Lebensphasen, inneren Antreibern, Glaubenssätzen oder verzerrten Denkmustern . Viele dieser Gedanken haben sich über Jahre verfestigt und klingen deshalb vertraut. Gerade das macht sie so tückisch: Sie wirken plausibel, obwohl sie oft Ausdruck alter Wunden und nicht objektive Wahrheit sind. Welche Rolle spielt der innere Kritiker bei typischen Gedanken Depression? Der innere Kritiker  ist bei typischen Gedanken Depression  oft die Stimme, die alles kommentiert, bewertet und entwertet. Er sagt Sätze wie: „Reiß dich zusammen“ , „Das war nicht gut genug“  oder „Bloß keine Schwäche zeigen“ . Diese Stimme entsteht häufig aus frühen Lernerfahrungen und kann depressive Gedanken massiv verstärken. Darum ist es so wichtig, diesen inneren Kritiker zu erkennen – und ihm nach und nach eine freundlichere, unterstützende innere Stimme  entgegenzusetzen. Was hilft gegen typische Gedanken bei einer Depression? Typische Gedanken bei einer Depression  lassen sich meist nicht einfach abschalten . Aber man kann lernen, sie bewusst wahrzunehmen, zu hinterfragen und innerlich anders mit ihnen umzugehen . Hilfreich sind zum Beispiel: einen inneren Beobachter entwickeln , belastende Gedanken aufschreiben und prüfen , neue wohlwollende innere Sätze formulieren , mit dem inneren Team arbeiten  oder ein Gedanken-Tagebuch  führen. Auch professionelle Unterstützung  kann sehr entlastend sein, weil sie hilft, festgefahrene Muster klarer zu erkennen und zu verändern. Typische Gedanken Depression - und jetzt? Wenn Sie merken, dass Ihre Gedanken Ihnen im Weg stehen – nicht, weil Sie „falsch“ denken , sondern weil typische Gedanken Depression  wie alte Muster in Ihnen wirken –, bedeutet das nicht, dass Sie gescheitert sind. Typische Gedanken bei Depression – lassen Sie uns sortieren. Es bedeutet, dass Sie hinschauen. Dass Sie anfangen, sich selbst ernst zu nehmen. Denn Gedanken können prägen. Begrenzen. Blockieren. Aber sie sind veränderbar – Schritt für Schritt. Und genau da beginnt die innere Arbeit: Nicht mit Selbstoptimierung , sondern mit Verständnis . Nicht mit Druck, sondern mit Klarheit. Nicht mit einem „Ich muss“, sondern mit einem „Ich darf“. Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen. Ich unterstütze Sie dabei, den Lärm im Kopf zu sortieren, blockierende Gedanken zu entwirren – und den Zugang zu Ihrem inneren Kompass wiederzufinden. Für mehr Klarheit. Mehr Selbstwert. Mehr Du. Wenn typische Gedanken Depression Sie ausbremsen, lohnt sich ein bewusster Blick nach innen – und ein Gespräch, das neue Perspektiven eröffnet. Vielleicht interessiert Sie auch: Selbstliebe: 10 Tipps für mehr Liebe zu sich selbst Stressprävention: Wie Sie wieder mehr Luft zum Atmen finden Work Life Balance Maßnahmen - Ihr Schlüssel zu einem erfüllten und gesunden Leben Quellen & Inspirationen: Rojas, R. & Roth, M. (2017).  Negative Gedanken verstehen und verändern. Beltz Verlag Russ Harris (2022).  Wer dem Glück hinterherrennt, läuft daran vorbei: Ein Umdenkbuch. Verlag: Kösel www.soham-psychologische-beratung.de

  • Entstehung einer Depression

    Entstehung einer Depression: Was ist eine Depression und was hilft gegen Depressionen? Entstehung einer Depression – wie beginnt sie eigentlich? Fühlen Sie sich oft schlapp , erschöpft und müde ? Fühlen Sie sich oft lustlos und traurig ? Oder haben Sie den Gedanken, Sie seien wertlos ? Haben Sie Angst vor der Zukunft ? Fragen Sie sich, ob Sie an einer Depression leiden – oder was man tun kann, wenn man depressiv ist? Fast jeder erlebt im Laufe seines Lebens Symptome wie Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Traurigkeit – oft im Zusammenhang mit belastenden Ereignissen, Krankheiten oder sozialen Stresssituationen. Doch ab wann spricht man im klinischen Sinne wirklich von einer Depression – also einer behandlungsbedürftigen Störung gemäß ICD-10? Welche Symptome kennzeichnen die Entstehung einer Depression? Und wie können Wege aus der Depression aussehen ? Diesen Fragen widmet sich dieser Artikel. Außerdem erhalten Sie konkrete Tipps und Übungen, wie Sie sich selbst bei der Bewältigung einer Depression unterstützen können. Entstehung einer Depression: Wie entsteht eine Depression? Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort. In der Psychologie werden verschiedene Entstehungsmodelle diskutiert. Eines ist klar: Es gibt nicht den einen Schalter in uns Menschen , der umgelegt wird – und schon ist die Depression da. Die Entstehung einer Depression ist kein Zeichen von Schwäche oder ein Defekt. Wenn das Leben zur Qual wird, sind wir als Menschen mit Depression nicht weniger wert. Genau das vermitteln auch viele prominente Betroffene mit ihrer Offenheit. Entstehung einer Depression – innere Signale. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die wichtigsten psychologischen Theorien zur Entstehung einer Depression. Das Vulnerabilitäts-Stressmodell: Erklärung zur Entstehung einer Depression Die Vulnerabilität (lat. „vulnus“ = Wunde) beschreibt die grundsätzliche Anfälligkeit eines Menschen für psychische Erkrankungen . In Kombination mit Stress reagieren Menschen unterschiedlich stark. Entscheidend ist der Zugang zu sogenannten Ressourcen – inneren und äußeren Kraftquellen , die helfen, mit Belastungen umzugehen. Als Ressourcen bezeichnet man in der Psychologie  innere und äußere Faktoren, die einem Menschen helfen, Herausforderungen  zu bewältigen und das Wohlbefinden zu fördern. Ressourcen können demnach physische , emotionale , soziale als auch kognitive Fähigkeiten sein, die den Umgang mit Stress und Belastungen  erleichtern. Beispiele für Ressourcen: Soziale Unterstützung durch Freunde und Familie Emotionale Resilienz (psychische Widerstandskraft) Finanzielle Sicherheit Persönliche Fähigkeiten wie Problemlösungskompetenz Körperliche Gesundheit Erlernte Hilflosigkeit – ein Erklärungsansatz zur Entstehung einer Depression Das Modell der erlernten Hilflosigkeit (Martin Seligman) geht davon aus, dass Menschen depressiv werden, wenn sie glauben, keinerlei Kontrolle über ihr Leben zu haben – und gleichzeitig sich selbst die Schuld daran geben. Diese Mischung aus Ohnmacht - fehlender Selbstwirksamkeitserwartung - und Selbstverurteilung begünstigt die Entstehung einer Depression erheblich. Kognitives Modell nach Aaron T. Beck: Gedankenmuster und die Entstehung einer Depression Das kognitive Modell erklärt die Entstehung einer Depression durch automatische negative Gedanken und Überzeugungen – sogenannte dysfunktionale Denkmuster. Becks sogenannte „kognitive Triade“ beschreibt dabei drei typische Sichtweisen: Die kognitive Triade nach Aaron T. Beck  beschreibt drei typische Denkmuster, die bei Depressionen auftreten: negative Sichtweisen auf das Selbst , die Welt  und die Zukunft : Kognitive Triade nach Aaron T. Beck – drei verzerrte Sichtweisen, die sich gegenseitig verstärken und depressive Gefühle aufrechterhalten können Beispiele für solche Gedanken: Negative Sicht auf das Selbst: „Ich bin ein Versager und nichts wert.“ „Ich kann nichts richtig machen.“ Negative Sicht auf die Welt: „Niemand versteht mich oder kümmert sich um mich.“ „Alles in meiner Umgebung ist schlecht oder feindlich.“ Negative Sicht auf die Zukunft: „Es wird sich nie etwas ändern.“ „Meine Zukunft ist aussichtslos.“ Diese inneren Überzeugungen führen oft zu einem inneren Teufelskreis und können die Entstehung einer Depression dauerhaft verstärken. Multifaktorielle Entstehung einer Depression: Ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren Neben den genannten Modellen gibt es zahlreiche weitere Einflussfaktoren, die zur Entstehung einer Depression beitragen können: Biografische und psychologische Faktoren: Schock- oder Entwicklungstraumata Ungünstige Bindungserfahrungen Vernachlässigte Grundbedürfnisse Dysfunktionale Grundüberzeugungen Persönlichkeitsfaktoren: Fehlende Strategien zur Emotionsregulation Emotionale Labilität Abhängige Persönlichkeitsstile Sozioökonomische Ursachen: Belastende Lebensbedingungen (z. B. Arbeitslosigkeit, Armut) Bildungsstand, berufliche Perspektiven Eingeschränkter Zugang zu Unterstützung Biologische Faktoren: Genetische Veranlagung Neurochemische Dysbalancen (z. B. Serotonin, Noradrenalin) Hormonelle Einflüsse Kostenfreie Materialien für mehr Klarheit Auf der Seite Klarheit zum Mitnehmen  finden Sie ergänzende Übungen und Arbeitsblätter – darunter die Planung positiver Aktivitäten  und das Schlaftagebuch , die Sie dabei unterstützen, Muster zu erkennen und neue Stabilität aufzubauen. Differentialdiagnostik: Wenn es keine Depression ist Die Entstehung einer Depression muss sorgfältig abgegrenzt werden – denn nicht jede Niedergeschlagenheit bedeutet automatisch eine depressive Störung . In der Diagnostik werden ähnliche Krankheitsbilder ausgeschlossen : Beispiele: Bipolare Störung Anpassungsstörungen Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Angststörungen Demenz Auch körperliche Erkrankungen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen) oder Medikamente (z. B. Neuroleptika, Betablocker) können depressive Symptome auslösen. Deshalb ist eine differenzierte Abklärung so wichtig. Häufige Fragen zu Entstehung einer Depression Was ist die Entstehung einer Depression? Die Entstehung einer Depression  ist in der Regel kein einzelnes Ereignis  und auch kein Zeichen von Schwäche . Meist entsteht sie durch mehrere Faktoren, die zusammenwirken  – zum Beispiel anhaltender Stress, belastende Lebenserfahrungen, negative Denkmuster, fehlende Ressourcen oder biologische Einflüsse . Genau deshalb gibt es auch nicht den einen Auslöser , sondern oft eine individuelle Mischung. Wie entsteht eine Depression aus psychologischer Sicht? Aus psychologischer Sicht wird die Entstehung einer Depression  häufig mit verschiedenen Modellen erklärt. Dazu gehören zum Beispiel das Vulnerabilitäts-Stressmodell , die erlernte Hilflosigkeit nach Martin Seligman  und das kognitive Modell nach Aaron T. Beck . Gemeinsam zeigen diese Ansätze: Depressionen entstehen oft dann, wenn Belastung auf innere Verletzlichkeit trifft , wenn Menschen sich ohnmächtig erleben  oder wenn sich negative Gedanken über das Selbst, die Welt und die Zukunft  immer weiter verfestigen. Welche Faktoren begünstigen die Entstehung einer Depression? Die Entstehung einer Depression  kann durch biografische, psychologische, soziale und biologische Faktoren  begünstigt werden. Dazu zählen zum Beispiel Schock- oder Entwicklungstraumata, ungünstige Bindungserfahrungen, fehlende Emotionsregulation, emotionale Labilität, belastende Lebensbedingungen, genetische Veranlagung oder neurochemische Veränderungen . Auch vernachlässigte Grundbedürfnisse  und dysfunktionale Grundüberzeugungen  können eine wichtige Rolle spielen. Ist jede Niedergeschlagenheit gleich eine Depression? Nein. Nicht jede Niedergeschlagenheit ist automatisch eine Depression.  Viele Menschen erleben Phasen von Traurigkeit, Erschöpfung oder Antriebslosigkeit , besonders in belastenden Lebenssituationen. Für die Entstehung einer Depression im klinischen Sinn  braucht es jedoch eine genauere diagnostische Abklärung . Ähnliche Beschwerden können auch bei Angststörungen, Anpassungsstörungen, PTBS, bipolaren Störungen, körperlichen Erkrankungen oder als Nebenwirkung von Medikamenten  auftreten. Was hilft, wenn ich Anzeichen einer Depression bei mir bemerke? Wenn Sie merken, dass Sie sich über längere Zeit erschöpft, traurig, antriebslos oder wertlos  fühlen, ist es sinnvoll, sich frühzeitig Unterstützung zu holen . Hilfreich können psychologische Beratung, Therapie, ärztliche Abklärung  und kleine erste Schritte im Alltag sein. Auch Übungen zur Selbstbeobachtung, Struktur im Alltag, das Schlaftagebuch oder die Planung positiver Aktivitäten  können erste Orientierung geben. Bei einer schweren Depression  sollten Sie sich jedoch direkt an Hausarzt, Psychiater oder psychologische Psychotherapeutin  wenden. Therapie und Beratung bei Depressionen Professionelle Unterstützung kann ein entscheidender Wendepunkt sein – gerade wenn die Entstehung einer Depression sich über längere Zeit angebahnt hat oder Sie das Gefühl haben, alleine nicht weiterzukommen . In einer geschützten Gesprächsatmosphäre können Sie Ihre Gefühle sortieren, verstehen, was dahinter steckt, und herausfinden, welche nächsten Schritte wirklich gut für Sie wären. Oft ist es genau diese Entlastung , die neue Bewegung in festgefahrene Prozesse bringt. Ich begleite Sie online – flexibel, vertraulich und ortsunabhängig. Wenn Sie gerade auf einen Therapieplatz warten oder einfach erste Schritte gehen möchten, biete ich Ihnen einen geschützten Raum für Ihre Themen. Ein kostenfreies Vorgespräch ist jederzeit möglich – ganz in Ihrem Tempo. Wenn Sie erste Orientierung suchen, nutzen Sie den kostenfreien Klarheits-Check  auf der Seite Klarheit zum Mitnehmen  – mit Übungen, Reflexionsfragen und Arbeitsblättern, die helfen, Ihre aktuelle Situation besser einzuordnen. Wenn Sie an einer schweren Depression leiden, wenden Sie sich bitte direkt an Ihren Hausarzt, einen Psychiater oder eine psychologische Psychotherapeutin. In manchen Fällen kann es hilfreich sein, Medikamente in Betracht zu ziehen – dieser Schritt sollte aber immer gut begleitet und ärztlich abgeklärt werden. Vielleicht interessiert Sie auch: Arten von Stress: Verstehen, was uns antreibt – und was uns belastet Schattenarbeit: Die Arbeit mit unliebsamen Anteilen Work Life Balance Maßnahmen - Ihr Schlüssel zu einem erfüllten und gesunden Leben Quellen & Inspirationen: H.U. Wittchen, J.Hoyer (2006) Klinische Psychologie &Psychotherapie Heidelberg, Berlin: Spinger Verlag. Schaub et al.: Kognitiv-psychoedukative Therapie zur Bewältigung von Depressionen, 2006 Hogrefe, Göttingen www.soham-psychologische-beratung.de

  • Teufelskreis der Depression: Die Abwärtsspirale verstehen

    Was den Teufelskreis der Depression so hartnäckig macht – und wie Sie ihn Stück für Stück unterbrechen können Teufelskreis der Depression . Wenn alles schwer wird. Wenn Gedanken sich im Kreis drehen , Energie fehlt und jeder Schritt unfassbar anstrengend ist . Vielleicht kennen Sie das? Vielleicht erleben Sie es gerade? In diesem Artikel geht es darum, wie sich dieser Teufelskreis entwickelt – wie er Denken, Fühlen und Handeln beeinflusst. Und vor allem: wie Sie ihn Stück für Stück unterbrechen können. Denn so fest und bedrückend sich alles anfühlen mag – Veränderung ist möglich . In kleinen Schritten. In Ihrem Tempo. Die Abwärtsspirale erkennen Teufelskreis der Depression: Die Abwärtsspirale erkennen Diese Darstellung zeigt beispielhaft, wie sich Stimmung, Verhalten und Erleben in einer depressiven Phase schrittweise verändern können – bis sich die Spirale ganz nach unten zieht. Oft beginnt alles mit einem belastenden Gedanken oder einem unerwarteten Auslöser: eine Enttäuschung, ein Konflikt oder einfach eine Phase großer Erschöpfung. Der Gedanke "Ich schaffe das nicht" erzeugt Gefühle von Hilflosigkeit oder Traurigkeit. Diese führen dazu, dass wir uns zurückziehen, Aktivitäten vermeiden und soziale Kontakte abbrechen. Die Folge: weniger positive Erlebnisse , noch mehr negative Gedanken, tieferer Rückzug. Der Teufelskreis der Depression ist in vollem Gange. Typische Anzeichen der Abwärtsspirale: Zunehmender sozialer Rückzug Verlust von Interesse und Freude Antriebslosigkeit und Erschöpfung Negative Selbstgespräche ("Ich bin nichts wert") Schlafstörungen und körperliche Beschwerden Teufelskreis der Depression Teufelskreis der Depression Der Teufelskreis der Depression ist ein sich selbst verstärkender Kreislauf. Negative Gedanken und Rückzug führen zu weniger positiven Erlebnissen – und verschärfen die depressive Stimmung weiter. Den Teufelskreis verstehen – warum er so hartnäckig ist Die Mechanik dahinter ist einfach, aber tückisch: Was kurzfristig wie Entlastung wirkt (z. B. absagen, im Bett bleiben, nichts mehr tun), entzieht uns langfristig die kleinen Lichtblicke und positiven Erfahrungen , die wir dringend brauchen. So geraten wir tiefer in die Depression. Auch das Gehirn speichert wiederholte negative Erfahrungen und Gedanken – das macht es schwieriger, neue Perspektiven einzunehmen. Wege aus dem Teufelskreis der Depression Der erste Schritt: Bewusstwerden . Wenn Sie für sich die Spirale erkennen , ist das bereits ein kraftvoller Moment . Sie müssen den Kreis nicht von heute auf morgen durchbrechen – ich möchte Sie vielmehr ermuntern und ermutigen mit einem Glied zu beginnen. Konkrete Ansatzpunkte: Beginnen Sie mit kleinen Aktivitäten , auch wenn sie sich anfangs "sinnlos" anfühlen Strukturieren Sie Ihren Tag mit festen Zeiten für Schlaf, Mahlzeiten und Bewegung Hinterfragen Sie automatische Gedanken : Ist das wahr? Gibt es Gegenbeispiele? Holen Sie sich Unterstützung – Gespräche mit Vertrauenspersonen oder professionelle Hilfe Führen Sie ein Erfolgstagebuch : Was war heute ein Lichtblick? Kostenfreie Materialien zur Unterstützung Auf der Seite Klarheit zum Mitnehmen  finden Sie kostenfreie Downloads, die Sie auf Ihrem Weg unterstützen – darunter das Schlaftagebuch zur Reflexion Ihrer Schlafgewohnheiten und die Planung positiver Aktivitäten, mit der Sie Schritt für Schritt wieder mehr positive Erlebnisse in Ihren Alltag bringen können. Wenn der Teufelskreis der Depression andere betrifft Vielleicht lesen Sie diesen Beitrag, weil ein Mensch in Ihrem Umfeld betroffen ist. Auch für Angehörige ist das Verständnis dieses Teufelskreises wichtig. Nicht aus "Mitleid", sondern aus echtem Mitgefühl und Anteilnahme. Hier möchte ich Sie ebenfalls ermutigen: Drängen Sie nicht, seien Sie da, hören Sie zu. Das allein ist schon ein wirklich wertvoller Beitrag, wirkliche Hilfestellung. Häufige Fragen: Teufelskreis der Depression Was ist der Teufelskreis der Depression? Der Teufelskreis der Depression  beschreibt einen sich selbst verstärkenden Kreislauf aus negativen Gedanken, belastenden Gefühlen, Rückzug und dem Verlust positiver Erlebnisse . Ein Gedanke wie „Ich schaffe das nicht“  kann Traurigkeit, Hilflosigkeit oder Erschöpfung auslösen. Daraus folgen oft Rückzug, weniger Aktivität und weniger Kontakt. Genau das verstärkt die depressive Stimmung dann weiter. Woran erkenne ich den Teufelskreis der Depression? Typische Hinweise sind sozialer Rückzug, Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen, der Verlust von Freude und negative Selbstgespräche  wie „Ich bin nichts wert“  oder „Es hat doch alles keinen Sinn“ . Viele Betroffene merken außerdem, dass selbst kleine Aufgaben plötzlich unverhältnismäßig schwer wirken. Der Blick wird enger, der Alltag grauer und die Kraft kleiner. Warum ist der Teufelskreis der Depression so hartnäckig? Weil vieles, was kurzfristig nach Entlastung aussieht, die Depression langfristig oft verstärkt. Absagen, im Bett bleiben, Kontakte vermeiden oder Aktivitäten aufschieben  können sich im ersten Moment verständlich und erleichternd anfühlen. Gleichzeitig fehlen dann aber genau die Erfahrungen, die stabilisieren könnten: Struktur, Verbindung, Bewegung, kleine Erfolgserlebnisse und positive Momente. So bleibt die Spirale in Bewegung. Wie kann ich den Teufelskreis der Depression unterbrechen? Der erste Schritt ist oft Bewusstwerden . Danach hilft es, mit einem kleinen Glied der Kette zu beginnen . Das kann zum Beispiel sein: eine kleine Aktivität trotz innerem Widerstand, ein strukturierter Tagesbeginn, ein kurzer Spaziergang, ein fester Rhythmus für Schlaf und Mahlzeiten oder das Hinterfragen automatischer Gedanken . Es geht nicht darum, alles sofort zu ändern. Es geht darum, an einer Stelle wieder Einfluss zu gewinnen . Wann sollte ich mir beim Teufelskreis der Depression professionelle Hilfe holen? Wenn Sie merken, dass Sie allein kaum noch gegensteuern können, die depressive Stimmung anhält oder sich deutlich verschärft , ist professionelle Unterstützung wichtig. Auch wenn Alltag, Schlaf, Antrieb oder Lebensfreude stark beeinträchtigt  sind, lohnt sich Hilfe frühzeitig. Bei einer schweren Depression  sollten Sie sich zeitnah an Hausarzt, Psychiater oder psychologischen Psychotherapeuten  wenden. Unterstützung zu suchen ist kein Scheitern, sondern ein sinnvoller Schritt raus aus der Spirale. Wann professionelle Hilfe wichtig ist! Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Depression bereits weit fortgeschritten ist, zögern Sie nicht , sich Hilfe zu holen. Gesprächspartner können Hausärzte, Psychotherapeuten oder psychologische Berater  sein. Auch Medikamente können in schweren Fällen hilfreich sein – immer jedoch in Absprache mit medizinischem Fachpersonal. Teufelskreis der Depression: Holen Sie sich Hilfe Der Teufelskreis der Depression kann durchbrochen werden. Schritt für Schritt. In Ihrem Tempo. Wenn sie jedoch an einer schweren Depression leiden, empfehle ich Ihnen dringend sich umgehend und direkt an Ihren Hausarzt, einen Psychiater oder einen psychologischen Psychotherapeuten zu wenden, um umfassendere professionelle Unterstützung zu erhalten. Wenn Sie noch nicht sicher sind, ob eine Beratung für Sie der richtige Weg ist, nutzen Sie meinen kostenfreien Klarheits-Check  auf der Seite Klarheit zum Mitnehmen  – dort finden Sie Übungen, Reflexionsfragen und Arbeitsblätter für mehr innere Orientierung. Vielleicht interessiert Sie auch: Glaubenssätze erkennen und verändern Persönlichkeitsentwicklung: Mehr Resilienz und Lebensfreude Selbstwert stärken für mehr Lebensfreude Quellen & Inspirationen: H.U. Wittchen, J.Hoyer (2006) Klinische Psychologie &Psychotherapie Heidelberg, Berlin: Spinger Verlag. A.Gall-Peters,G.Zarbock (2012) Praxisleitfaden Verhaltenstherapie, Lengerich: Science Publishers. Schaub et al.: Kognitiv-psychoedukative Therapie zur Bewältigung von Depressionen, 2006 Hogrefe, Göttingen www.soham-psychologische-beratung.de

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